Wilhelmshaven/Friesland - Nach 13 von 17 Spielen in der Fußball-Kreisliga sind die Kräfteverhältnisse mit Blick auf die heimischen Teams eindeutig. Frisia II ist erwartungsgemäß auf Kurs in Richtung Aufstiegsrunde, die SG Wangerland erhoffter Maßen. Sportliches Sorgenkind des Trios ist RW Sande mit nur zwei Saisonerfolgen.
Plus: 49 Treffer – da liegt der Schluss nahe, wo Trainer Florian Eilts die Vorteile seines Teams im Aufstiegsrennen sieht. „Unser neues 4-4-2-System hat uns offensiv noch stärker gemacht. Die Umstellung war richtig, denn nachdem wir in der Vorbereitung jedes Spiel gewonnen haben, war der Start in die Saison ernüchternd. Allerdings auch deshalb, weil zentrale Spieler wie Benjamin Hesshaus oder Keno Krebs ausgefallen sind.“
Negativ: Im Defensiv-Verhalten fehlt der Landesliga-Reserve nach Überzeugung des Trainers noch die Konstanz über die gesamte Spielzeit. Eilts: „Wenn wir wie gegen Rastede II zur Halbzeit mit 3:0 führen und dann 6:3 gewinnen, freuen sich alle – Tim Eisenhauer und ich als Trainer sind aber nicht amüsiert.“ Ein Manko auch: Gegen die beiden Top-Teams Ohmstede (3:3) und Eintracht Oldenburg (2:3) gelang kein Sieg.
Plus: „Dass wir in der ersten Saison als Team aus drei Vereinen so schnell zusammengewachsen sind, war super erfreulich“, stellt SG-Trainer Thorben Wehmeyer fest. „Akteure aus Hooksiel wie Henning Fähnders, Dogan Kocas oder Kevin Kötter haben unser Niveau extrem gehoben. Wichtig war auch, dass wir schnell in einen Flow gekommen sind. Deshalb war es als Trainer für mich ein Selbstläufer.“ Und Erfolg macht sexy: Jannis Köster (HFC) wechselt in der Winterpause ins Wangerland.
Minus: Die Cleverness in den letzten Minuten ist Wehmeyer ein Dorn im Auge. Gegen den Tabellenzweiten Eintracht Oldenburg wurde in doppelter Unterzahl eine 4:2-Führung verspielt, gegen Frisia II in der Nachspielzeit das 4:4 kassiert. Wehmeyer: „Da muss zur Not auch mal eine unattraktive Aktion her. Aber den Schuh ziehe ich mir auch an. Mit einem Wechsel Zeit von der Uhr zu nehmen, ist auch ein Möglichkeit.“
Plus/Minus: Der eingeschlagene Weg der Rot-Weißen ist gleichzeitig auch das Problem. Trainer Michael Janßen: „Die Verjüngung der Mannschaft war und ist richtig. Aber wir haben auch eine Menge Federn gelassen und sind auf dem Boden der Tatsachen gelandet. Der Frust gerade bei unseren älteren Spielern ist groß.“
Letztlich hat Janßen, der das Team zusammen mit Marcel Apitz trainiert, Woche für Woche das Gleiche gepredigt. „In der Kreisliga geht es nicht nur um Taktik und tollen Fußball, sondern um einfache Tugenden. Wie wichtig das ist, wird aber nicht so wahrgenommen – leider auch nach krachenden Niederlagen nicht, wo wir vielleicht lange gleichwertig waren, aber Ende aber trotzdem verlieren.“
In der Winterpause soll deshalb nach Spielern Ausschau gehalten werden, die „Gras fressen“ (Janßen). Denn für den Coach ist eines klar: „In der Abstiegsrunde geht es vom ersten Spiel an um alles.“
