Wilhelmshaven - Während die Tennis-Mannschaften auf Verbands,- Bezirks- und Regionsebene wohl schon in Kürze in die Sommerrunde 2021 starten können (siehe Übersicht oben), müssen sich die beiden höchstklassigsten Altersklassen-Teams – Herren 40 der JTG (Regionalliga Nord-ost) und Damen 60 MTV Jever (Nordliga) noch weiter gedulden. Wie Spielleiter Bernd Wacker (Berlin) den betroffenen Vereinen in diesen Tagen mitteilte, werden die ersten Bälle nicht vor dem 27. Juni über’s Netz fliegen.

„Erfreulicherweise können wir allgemein einen Rückgang des Infektionsgeschehens feststellen, jedoch bleiben für Punktspiele unter Einhaltung der Wettspielordnung noch einige Punkte ungeklärt“, sagte Wacker. „Die damit verbundene Unsicherheit für alle Beteiligten hat den Spielausschuss veranlasst, sich der aktuellen Lage erneut zu stellen und online zu beraten.“

Die Ergebnisse der Konferenz: Sofern die Vorgaben der Entscheidungsträger in den betroffenen Bundesländern einheitliche Wettspiele unter Maßgabe der DTB-Ordnung zulassen, wird der Spielbetrieb für alle Altersklassen ab dem 27. Juni beginnen. Unter dem Dach der Regionalliga Nord-Ost spielen Vereine aus den Landesverbänden Berlin-Brandenburg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen-Bremen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein.

Und: Bevor es losgeht bekommen alle Vereine erneut die Chance, ihre Mannschaften vom Spielbetrieb zurückzuziehen. Wacker: „Der Rückzug muss bis Sonntag, 23. Mai, verbindlich gegenüber dem Spielleiter erklärt werden. Sofern dies fristgerecht geschieht, werden keine Ordnungsgelder verhängt, zurückgezogene Mannschaften steigen nicht ab und bleiben auch im Sommer 2022 Teil der Regionalliga Nord-Ost.“

Alle Mannschaften, die auf den Rückzug verzichten, werden gemäß der geltenden Ordnungen behandelt. Heißt: Wird ein Team nach Ablauf der Frist zurückgezogen, gilt diese Mannschaft als erster Absteiger und wird mit einem entsprechenden Ordnungsgeld belegt. Der Spielbetrieb in allen Altersklassen-Regionalligen findet nur statt, wenn mindestens drei Mannschaften in ihrer jeweiligen Gruppen verbleiben. „Das kann auch dazu führen, dass in einigen Altersklassen mit Hin- und Rückrunde gespielt wird“, erklärt Wacker.

„Wir werden von der verlängerten Rückzugsmöglichkeit keinen Gebrauch machen und wollen definitiv spielen“, sagt Christian Bathelt, Spieler und sportlicher Leiter bei den Regionalliga-Herren 40 der JTG. „Ich habe aktuell kein Stimmungsbild aus der Liga, glaube aber, dass viele Spieler nach dieser langen Wettkampfpause richtig heiß auf Tennis sind. Das gilt natürlich auch für uns.“

24 Spieler haben die Jadestädter für den Start in der höchsten deutschen Spielklasse dieser Altersklasse gemeldet – darunter auch die in Wilhelmshaven bekannten „Legionäre“ Javier Martinez (Spanien), Petr Kralert (Tschechien) und Daniel Ungar (Kroatien). Noch vor Wochen hatte Bathelt einen Sommer-Einsatz dieser ausländischen Profis im JTG-Trikot noch kategorisch ausgeschlossen. Nun gehen die Überlegungen in eine andere Richtung.

„Wir haben bis zum ersten Spiel ja noch rund sechs Wochen Zeit“, sagt der Jadestädter. „Und wenn die Zahlen weiter so sinken, wie sie es in den letzten Wochen getan haben, ergeben sich dadurch einige Optionen – zumindest mit Blick auf Petr Kralert. Aber es bleibt dabei: Wir werden keine unnötigen Risiken eingehen. Ich bin sicher, dass wir auch ohne Profis eine erfolgreiche Saison spielen können.“

Bleibt es dabei, wird Marc Senkbeil das JTG-Aufgebot in diesem Sommer anführen. Dahinter die Lokalmatadoren Mirko und Christian Bathelt sowie Arnd Grefe und Thomas Stolte. Auch Michael Gerdes und Walter Schneider schnupperten der Vergangenheit bereits Regionalliga-Luft.

Gruppeneinteilungen und Spielpläne wird der Verband erst nach Abschluss des Rückzugsverfahrens bekanntgeben. Rücksicht auf die unterschiedlichen Ferienzeiten der Länder wird dabei nicht genommen. Dafür sei das Zeitfenster einfach zu eng.

Carsten Conrads
Carsten Conrads Sportredaktion