Wilhelmshaven/Sande - Die Harzer Falken aus Braunlage haben ihren Titel in der Eishockey-Regionalliga Nord erfolgreich verteidigt: In zwei Spielen (5:1, 4:2) setzte sich das Team von Trainer Josef Potac gegen den ECW Sande durch und triumphierte unter dem Strich auch verdient.

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Hinter den Kulissen wurde aber schon vor dem ersten Finalspiel am vergangenen Freitagabend eifrig diskutiert: Durfte der Braunlager Regan Nagy denn nun spielen, oder durfte er das nicht? Zum Hintergrund: Im zweiten Halbfinalspiel der Falken beim Adendorfer EC (4:2) hatte Nagy im Schlussabschnitt nach einem Check eine Matchstrafe kassiert, die automatisch eine Sperre nach sich zieht. Trotzdem aber stand der Kanadier am Freitag (genau wie am Sonntag) auf dem Eis. Der ECW Sande hatte daraufhin am Samstag offiziell Protest eingelegt.

„Das war alles vollkommen regelkonform“, sagt Ligenleiter Götz Neumann aus Salzgitter, der am Sonntag unter einem gellenden Pfeifkonzert in der Sander Eishalle den Pokal an den alten und neuen Titelträger übergeben hatte. „Das Spielgericht des Niedersächsischen Eissport-Verbandes (NEV) hat sich mit dem Fall beschäftigt und Regan Nagy grünes Licht für die Finalspiele gegeben.“

Demnach hatten Matthias Baumann und Jan Korb (sie bilden das zweiköpfige NEV-Spielgericht) die Situation rund um die Matchstrafe ausgewertet, dabei „Täter und Oper“ angehört und auch auf Videomaterial aus der Adendorfer Eishalle zurückgegriffen. Neumann: „Ein normaler Vorgang, wenn bewegte Bilder der betreffenden Szene vorliegen und man nicht selbst Augenzeuge der Situation war.“

Unter dem Strich wurde der Check gegen den Adendorfer Benjamin Kosianski als nicht Matchstrafen-würdig eingestuft – der Kanadier durfte im Finale also spielen. „Ich kann die Aufregung schon ein Stück weit nachvollziehen“, so Neumann weiter. „Man hätte die Geschichte im Vorfeld des Finales sicherlich sauberer kommunizieren können. Nun sind wir froh, diese schwierige Saison beendet zu haben. Das war eine herausfordernde Zeit für alle Beteiligten.“

Carsten Conrads
Carsten Conrads Sportredaktion