Wilhelmshaven - Diese Reise hat sich auf jeden Fall gelohnt: Auf Einladung des Deutschen Sportakrobatik-Bundes (DSAB) nahmen Mira Spieß, Pia Breitkopf, Mikko Ueck und Thorne Spieß vom TSR Olympia jetzt an einem einwöchigen Jugendaustausch in Augsburg teil. Dort trafen die Jadestädter auf eine Delegation des israelischen Spitzenclubs Begin Holon.

So geht es weiter

Nächste Station für die Sportakrobaten des TSR Olympia ist der Internationale Acro-Cup vom 29. September bis. 2. Oktober in der ungarischen Hauptstadt Budapest. Zwei Wochen zuvor (16. bis 18. September) lädt Bundestrainer Igor Blintsov noch zu einem Kaderlehrgang nach Mainz ein.

Weitere Termine: Deutsche Meisterschaften Junioren (8./9. Oktober in Augsburg), Gutenberg-Pokal (22./23. Oktober in Mainz), World-Cup (3. bis 6. November in Aalen), Sachsenpokal (11. bis 13. November in Riesa) und Liga-Wettkampf (19. November in Kassel).

Bei der Premiere dieses  „ConActs“ (so die offizielle Bezeichnung) stand neben den täglichen, gemeinsamen Trainingseinheiten in der Halle des gastgebenden SV Augsburg Hochzoll auch reichlich Kultur auf dem Programm. Neben einer Stadtführung und einem Abstecher ins Rathaus stand für die Delegationen beider Länder auch ein Besuch im jüdischen Museum auf dem Programm.Ein Hauch von
Sichtungstraining

„Wir sind froh, dass wir diese einmalige Gelegenheit überhaupt bekommen haben“, sagt TSR-Trainerin Silke Spieß, die ihre Athleten zusammen mit Ehemann Timo nach Augsburg begleitet hatte. „Das gemeinsame Training mit den starken Akrobaten aus Israel hat für zusätzliche Motivation gesorgt. Die Reise hat sich also auch sportlich gelohnt.“

Bundestrainer Igor Blintsov hatte die beiden TSR-Paare nicht umsonst eingeladen. Mit Blick auf die Europameisterschaften im kommenden Jahr in Varna (Bulgarien) wollte sich Blintsov erneut einen Überblick machen und nicht zuletzt die sportlichen Fortschritte der Jadestädter unter die Lupe nehmen. „Wenn der Bundestrainer da ist, ist die Anspannung immer besonders hoch. Das hat immer auch einen Hauch von Sichtung.“Elemente überzeugen
den Bundestrainer

Am Ende war Blintsov zufrieden mit dem, was er in Augsburg gesehen hat. Sicher auch, weil ihm die jungen Jadestädter zwei neue, schwere Elemente präsentiert hatten. „Mira und Pia haben ihm den Doppelsalto, Mikko und Thorne die Schraube gezeigt“, sagt Spieß. „An beiden Elementen haben wir vorher lange an der Longe bearbeitet. Und wenn der Bundestrainer schon mal da ist, bot sich das irgendwie an.“

Überhaupt wurde in den Tagen des Austauschs sehr intensiv trainiert. Dreimal standen sogar zwei tägliche Trainingseinheiten von jeweils rund dreieinhalb Stunden auf dem Programm. Bei hochsommerlichen Temperaturen floss der Schweiß bei allen Beteiligten schon während des Aufwärmprogramms in Strömen.Israel in Europa
eine große Nummer

Israel war von den DSAB-Verantwortlichen ganz bewusst als erster Partner dieses sportlichen Jugendaustauschs gewählt worden. „In Sachen Sportakrobatik ist Israel in Europa eine ganz große Nummer“, weiß Spieß. „Der Stil ist etwas anders, aber man kann sich einiges abschauen.“ 2024 ist Israel zudem Ausrichter der Weltmeisterschaften – vielleicht auch ein Grund für eben diese Premiere des „ConAct“.

Geleitet wurde der sportliche Teil der Veranstaltung von DSAB-Trainerin Celine Caro Bauder. Die 13-köpfige Delegation aus Holon führte Cheftrainer Amir Mozes an. Neben den TSR-Paaren Spieß/Breitkopf und Ueck/Spieß nahmen auf deutscher Seite auch Sportakrobaten aus Düsseldorf, Nordhorn, Ebersbach und Augsburg an der mehrtägigen Veranstaltung in der Universitätsstadt teil.

Carsten Conrads
Carsten Conrads Sportredaktion