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Capitano Viel Arbeit für Kapitän Mirko Bathelt

Wilhelmshaven - Im Individualsport Tennis ist jeder selbst für seinen Erfolg verantwortlich. Abseits der Turnierserien ist der „weiße Sport“ aber auch klassischer Mannschaftssport – und jede Mannschaft braucht ihren „Capitano“.

Bei den Herren 30 der Jade-Tennis-Gesellschaft (JTG), die in Sachen Leistungssport noch immer unangefochtener Branchenführer der Region sind, heißt der Frontmann Mirko Bathelt. Der 42-Jährige übernahm das Amt von seinem Teamkollegen Arnd Grefe, als das Team über die Umwege SC Blau-Gelb und STV vor einigen Jahren zu ihrem Heimatverein an die Freiligrathstraße zurückkehrte.

Aber was macht ein Kapitän im Tennis eigentlich? „In meinem Fall sind die Aufgaben breit gefächert“, verrät Bathelt. „Ich bin für das Training zuständig und grundsätzlich erster Ansprechpartner für alles, was mit der Mannschaft zu tun hat. Wir spielen nach wie vor in der höchsten Spielklasse – da kann ich abseits des Courts über mangelnde Arbeit nicht klagen. Vor allem seit wir keinen Team-Manager mehr haben.“

Neben dem sportlichen Ehrgeiz wird bei Mirko Bathelt, seinem Bruder Christian (46 Jahre) sowie bei Arnd Grefe (49) und Thomas Stolte (51) Kontinuität groß geschrieben. Seit über 30 Jahren steht das Quartett für Spitzentennis an der Jade. „Noch ist kein 18-Jähriger in Sicht, der mich vom Platz schießt“, sagt Bathelt. „Obwohl ich mich freuen würde, wenn da endlich mal ein talentierter Nachwuchsspieler kommen würde.“

Kontinuität gilt bei der JTG nicht nur für die vier Lokalmatadoren, sondern auch für die Gastspieler aus dem In- und Ausland. „Als wir auf dem Weg in die Herren 30-Bundesliga waren, hatte ich zu rund 100 ausländischen Spielern Kontakt“, berichtet Bathelt. „Mit rund 30 habe ich dann tatsächlich verhandelt und war erstaunt über die Preisspanne.“ Am Ende machten Javier Martinez (Spanien), Petr Kralert, Tschechien), Daniel Ungar (Kroatien) und Gregor Repina (Slowenien) das Rennen – und stehen nach wie vor im Aufgebot, bleiben in diesem Winter aber wohl ohne Einsatz.

„Hinzu kommen Lars Mosel, Mathias Gerke und Marc Senkbeil, die uns ebenfalls schon seit vielen Jahren die Treue und immer wieder gerne zum Tennisspielen nach Wilhelmshaven kommen“, so Bathelt weiter. „Mal ganz abgesehen vom Ehrgeiz: Bei uns spielt auch das Familiäre eine große Rolle. Wir holen nicht wahllos irgendwelche Spieler ins Team, nur um kurzfristig Erfolg zu haben – auch der Charakter muss stimmen.“

Zu Beginn seiner Laufbahn wollte Mirko Bathelt Profi werden und arbeitete viele Jahre hart für dieses Ziel. „Am Ende hat es aus verschiedenen Gründen nicht gereicht“, sagt der 42-Jährige, der mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen nach wie vor in Wilhelmshaven wohnt und nach dem Fach-Abitur eine Lehre zum Industrie-Kaufmann begann. Sein damaliger Arbeitgeber Greenland Seafood ist auch heute noch aktuell. Bathelt setzt eben auf Kontinuität.

Und noch eine Parallele tut sich auf: „Bei Greenland bin ich strategischer Einkäufer. Gut möglich, dass ich deshalb auch in Sachen Spieler-Einkäufe stets ein gutes Händchen hatte.“ Am Sonntag können die Jadestädter erstmals Staffelsieger in der Winter-Regionalliga werden – mit einem Sieg bei Victoria Hamburg.

Carsten Conrads
Carsten Conrads Sportredaktion
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