Wilhelmshaven - Besuchern der Jiu-Jitsu-Schule „Green Grappler“am Banter Weg 24 fällt erst einmal ein Schachbrett auf. Darauf stehen zwar die Läufer falsch, doch der Inhaber, Dennis Victor Schröder, hat die richtige Antwort in Sachen Schach – und darauf kommt es ja an. „Unser Sport hat viel mit Strategie zu tun, mit dem Vorausahnen dessen, was der Gegner macht. Und der Name unseres Verbandes Checkmat leitet sich vom Begriff Schachmatt ab.“
„Unser Sport“ – das ist bei Schröders Green Grapplern das brasilianische Jiu Jitsu, die südamerikanische Variante von Kodokan-Judo. Erfunden wurde es von zwei Brüdern, von denen der eine (Helio Gracie) eher schmächtig war und so viele traditionelle Judotechniken nicht anwenden konnte. Die Lösung: Mechanik und Hebelwirkung vieler Techniken wurden so verändert, dass auch körperlich schwächere Kämpfer eine Chance haben.
Geringer Theorieanteil,kein Prüfungskatalog
Dem Wilhelmshavener gefällt aber noch etwas anderes an seinem Sport. „Der Theorieanteil ist gering. Es gibt keinen Prüfungskatalog, sondern es wird geschaut, wie sich der Schüler entwickelt hat. Ansonsten wird hart trainiert und viel gelacht. Denn das ist bei uns kein Widerspruch.“
Dennis Victor Schröder hat sich offensichtlich ganz gut entwickelt. Seit kurzem ist der „Professor“, so können sich die Schwarzgurt-Träger nennen, einer einer von ca. 150 dieser Zunft in Deutschland, das sich nach und nach, so seine Einschätzung, in Sachen brasilianische Jiu-Jitsu entwickelt.
Keine Abgrenzung zuanderen Varianten
Der 44-Jährige stammt aus dem Vogelsberg-Kreis und kam früh mit dem Kampfsport in Berührung. Und von Abgrenzungen zu anderen Varianten hält Schröder wenig. „Ein Armhebel bleibt ein Armhebel. Trotzdem fängst du schon wieder fast von vorne an, wenn du zur brasilianischen Variante wechselst.“
Seit 2011 lebt der Erzieher und Traumaberater in Wilhelmshaven. Mittlerweile kümmert sich der Wilhelmshavener als Jugend-Hausleiter um „Systemsprenger“. Sein Traum: Vom Kampfsport als Studiobetreiber und Lehrer leben zu können; 2021 leitete Schröder („Ein Schwarzgurt hilft dabei“) ein Seminar in Spanien. Mit seinem Studio ist er nach Anfängen in F’groden und einem Intermezzo in der Pyramide bei Be fit seit Juli 2017 am Banter Weg ansässig.
Widerstände haben den 44-Jährigen ansonsten immer angespornt und nicht entmutigt. In der Coronazeit startete der Wilhelmshavener einen Podcast, interviewte Geschäftsführer und Trainer der Kampfkunstszene und erreichte damit nach eigener Angabe 30 000 Hörer. „Es war mir wichtig, meinen Sport zu fördern. Aber die Arbeit an dem Format habe ich echt unterschätzt.“
