Wilhelmshaven - Vor dem Start in die neue Saison in der Handball-Verbandsliga – mit dem Heimspiel am kommenden Samstag (14 Uhr, Nordfrost-Arena) gegen Liganeuling TV Schiffdorf – tut sich Matej Kozul, Trainer des Wilhelmshavener HV II, mit der Formulierung eines Saisonziels noch schwer. „Unser Abschneiden ist von vielen Faktoren abhängig“, sagt der 30-Jährige. „Viele Dinge sind kaum zu planen, deshalb muss ich mich auch ein Stück weit überraschen lassen.“
Doppelbelastung
Die Doppelbelastung vieler Teammitglieder dürfte auch in diesem Jahr eine der größten Herausforderungen für die Jadestädter sein. Das gilt für den Trainer, der als Kapitän der Drittliga-Mannschaft ganz klare sportliche Prioritäten hat. Und auch für einige Spieler, die jahrgangsmäßig noch in der A-Jugend spielen können, oder aber im erweiterten Aufgebot der „Ersten“ stehen und bei Bedarf mit ins Team rücken werden.
„Die Koordination mit den A-Jugendterminen hat Dennis Sandhorst wunderbar hinbekommen“, freut sich Kozul. „Da gibt es kaum Überschneidungen. Und wenn ich nicht dabei sein kann, wird Dennis wieder bei uns auf der Bank sitzen. Klar wünscht man sich da vielleicht auch mal eine externe Lösung – aber das ist aus verschiedenen Gründen nicht so einfach. Vor allem nicht aus finanziellen.“
Dröge-Abgang droht
Personell ist der einzige Fünftligist aus der Region auch in diesem Jahr gut aufgestellt, wenngleich den Jadestädtern womöglich noch ein schmerzhafter Abgang bevorsteht: Okke Dröge könnte Wilhelmshaven Ende dieses Monats aus Studiengründen Richtung Braunschweig verlassen. Kozul: „Das wäre nicht nur sportlich, sondern auch menschlich ein herber Verlust für uns, weil auf ihn immer Verlass war. Auf der Position haben wir zwar einiges in der Hinterhand – fehlen würde uns Okke aber auf jeden Fall.“ Da mit Justin Herrmann (zurück zum WSSV) ein weiterer Torgarant nicht mehr zur Verfügung steht, scheinen die Jadestädter auf den ersten Blick eher schlechter aufgestellt zu sein als im Vorjahr. Diese These unterschreibt Kozul aber nicht: „In Sachen individuelle Qualität sage ich ja, aber Handball ist ja zum Glück ein Mannschaftssport, und mannschaftlich sind wir heute um einiges weiter als im Vorjahr.“
Schwerer auszurechnen
Nach zunächst holpriger Vorbereitung zeigte die Formkurve zuletzt klar nach oben. Trainingsbeteiligung und Testspiel-Ergebnisse stellen den Trainer zufrieden. „Die Ferien lagen recht spät, so dass der Juli für uns nicht so prall gelaufen ist“, sagt Kozul. „Aber auch wenn die Trainingsgruppe zum Teil recht klein war, haben wir ordentlich Gas geben. Die körperliche Fitness ist für unsere Art das Handballspielens ja nicht so ganz unwichtig.“ Die Vorjahresbilanz hätte ausgeglichener kaum sein können: 28:28 Punkte (bei einer Tordifferenz von plus acht) standen zum Ende der Saison 2021/22 zu Buche. In Topbesetzung konnte der WHV II jeden schlagen – mit schmalem Kader (und ohne Harz) aber gleichzeitig auch überall verlieren. „Wir haben ein paar gute Jungs dazubekommen“, sagt Kozul. „Auch wenn der ein oder andere Haupttorschütze fehlen wird, sind wir auf jeden Fall schwerer auszurechnen.“
