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Tischtennis Thomas Bienert über den Rückgang im Jugendtischtennis

Wittmund - Günter Schäfer als Vorsitzender des Tischtenniskreises Friesland wagt düstere Prognosen in Sachen Jugendtischtennis, Dieter Jürgens als Mitglied des Bezirks-Jugendausschusses spricht von Tiefständen bei den Meldungen zu Kreispokalspielen und Thomas Bienert als Bezirks-Jugendwart präsentiert einen Zahlenüberblick, auf dem von minus 45, minus 75 und sogar minus 100 Prozent die Rede ist. Es klingt, als sei es hochdramatisch bestellt um das Jugendtischtennis in der Region. Nun beziehen sich die extremen Zahlenbeispiele auf Mädchenmannschaften – hier ist die Zahl sowieso schon gering und Veränderungen schlagen entsprechend schwer ins Kontor. Aber auch bei den Jungen gibt es deutliche Tendenzen.

„Corona hat es nicht besser gemacht“, sagt Thomas Bienert. Er macht den Rückgang an verschiedenen Punkten fest. „Das wird ja oben nicht so gern gehört, aber der Ganztag in der Schule ist kein gutes Pflaster für uns“, stellt er klar. Einmal verschieben sich die Hallenzeiten immer weiter nach hinten, das mache es vor allem für die Kleinen schwer. Und selbst wenn eine Tischtennis-AG mit vielleicht zehn Schülern zustande kommt, so verteilen die sich nach Schulschluss auf ihre sechs bis sieben Vereine – „das bringt auch keine Mannschaft.“

Mittel und Wege haben die Verbände

Als nächstes wären die Trainer zu nennen. „Meine Trainerausbildungen sind voll – aber in den Vereinen fehlt es“, wundert sich Thomas Bienert. „Dabei muss das ja gar nicht professionell sein.“ Eine C-Trainer-Lizenz braucht für den Anfang niemand vorweisen, es gibt genug andere Möglichkeiten für Jung und Alt: die Sportassistentenausbildung, die Jugendleiter/In-Card (JuLeiCa) oder die Ausbildung „Just for Girls“– speziell für Mädchen. Allein das Programm „StarTTer – Dein Start in die Trainerausbildung“ befähigt schon dazu, Übungsstunden zu gestalten und einen Geschmack von der eigentlichen Übungsleiterausbildung zu bekommen. Diese Vorqualifikation kann bequem an einem Wochenende erlangt werden.

Mittel und Wege, den Nachwuchs wieder mehr für das Tischtennis zu begeistern, haben die Verbände allemal: Es gibt das TTVN-Schnuppermobil, Schul-AGs, den Rundlauf-Teamcup. Aber das Argument von Thomas Bienert ist unschlagbar: „Wer macht’s?“

Und was passiert nun eigentlich mit den Jugendlichen, die mangels Mannschaften nicht mehr am Ligabetrieb teilnehmen können? Möglicherweise wandern sie ab zu Vereinen, in denen eine gute Jugendarbeit stattfindet, sie hören auf oder sie werden in Erwachsenenmannschaften eingesetzt. „Bei talentierten Jugendlichen kann ich das schon mal machen“, sagt Thomas Bienert, „aber ich muss sehen, dass ich sie nicht verbrenne. Wenn die Gegner zu stark sind, verlieren sie die Lust. Jugendliche sollten nach Möglichkeit auch in der Jugend spielen.“ Eine Lösung für das Problem der schwindenden Jugendlichen ist jedenfalls nicht in Sicht.

Thomas Bienert

Der 58-jährige Wittmunder war Pilot bei der Bundeswehr und verabschiedete sich mit den obligatorischen 41 Jahren in den Ruhestand – kein Alter, um auf der Couch hängen zu bleiben. Also ließ er sich zum Tischtennislehrer ausbilden, absolvierte sowohl die C- als auch die B-Trainer-Lizenz und ist heute täglich in Sachen Tischtennis unterwegs.

Im Tischtenniskreis Wittmund ist er Vorsitzender, Sportwart und Jugendwart, im Bezirk Weser-Ems bekleidet er ebenfalls das Amt des Jugendwartes. Darüber hinaus fungiert er immer wieder als Referent bei der Trainerausbildung, trainiert den Nachwuchs im Bezirksstützpunkt, ist Spartenleiter bei der TTG Nord Holtriem, schlägt in der 1. Bezirksklasse auf und bietet bei Bedarf Einzeltraining auch für Erwachsene an.

Regelmäßig veranstaltet er mit seinem Freund Zbigniew Stefanski Trainingslager in Polen – da landen über das Jahr gesehen schon mal 40 000 Kilometer auf dem Autotacho.

Kathrin Kraft
Kathrin Kraft Sportredaktion, Jeversches Wochenblatt, Wilhelmshavener Zeitung
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