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NWZonline.de Mann, Kinners!

„Mann, Kinners“ über Baby-Nahrung: Von Brei, Gemüsesticks und ausreichend Eiweiß

15.06.2021

Oldenburg Heute morgen, bevor es in die Redaktion ging, wurde noch eben eine Süßkartoffel für unseren Sohn geschält, geschnitten und im Ofen gegart. Ich habe allerdings meine Zweifel, dass das süße Gemüse heute Mittag besser angekommen ist als in den letzten Tagen die Kartoffelspalten und die gekochte Möhre. Das Essensprogramm ist bei uns und unserem neun Monate alten Sohn eine stetige Suche nach dem Richtigen zur richtigen Zeit.

Zwischen Stillen, Brei und fester Kost

Das Essensangebot ist dabei durchaus reichhaltig. Meine Frau stillt noch, wir haben früh angefangen Babybrei – meist selbst gekocht – anzubieten und mittlerweile gibt es neben Gurke und Banane nahezu alles, was die Hände halten können. Sogar selbst gebackenes Brot oder Joghurt mit Haferflocken (Feinblatt natürlich) und klein geschnittenem Obst stehen auf dem Speiseplan. Oder Fisch, Frikadellen und Ei. Nicht alles gleichzeitig, sondern abwechselnd selbstredend. Die Eiweiß-Zufuhr muss schließlich sichergestellt werden. Die soll zu gutem Schlaf beim Sohnemann und damit bei den Eltern beitragen.

Blauäugig gestartet

Während ich mir anfangs wenig bis keine Gedanken über die Nahrungsaufnahme des Nachwuchses Gedanken gemacht hatte, war meine Frau bereits gut informiert: Ab wann gibt’s welchen Brei zu welcher Tageszeit, was sollte nicht verfüttert werden, wie sieht‘s mit fester Nahrung aus? Für mich war klar: Das Kind wird gestillt und irgendwann wird Brei gekocht. Alles andere liegt doch in weiter Ferne? Gleich doppelt falsch gedacht. Erstens rennt die Zeit und längst darf nicht alles was gerade zur Hand ist auch gekocht, püriert und verfüttert werden. Salz? Ist tabu. Zitrusfrüchte? Könnten zu einem wunden Po führen. Und das ist erst die Spitze des Eisberges.

BLW

Zweitens lautet die Zauberformel, auf die ich seither regelmäßig stoße, bzw. von meiner besseren Hälfte gestoßen werde, „BLW“ und bedeutet nicht etwa „Baby liebt Windel“, sondern „Baby-led Weaning“ (englisch für „baby-geführtes Abstillen“). Statt Brei zu verfüttern, bzw. bei dem Versuch den dritten Brei innerhalb einer Sitzung zu verfüttern zu scheitern, setzt das aus Großbritannien stammende Konzept auf feste Kost, handgerecht zugeschnitten, wenn nötig vorgegart. Baby-led Weaning ist dabei nicht unumstritten. Da wäre zum einen die Gefahr, dass das Baby sich an einem zu großen Stück Gemüse verschlucken könnte. Backenzähne zum Zermahlen sind schließlich noch nicht vorhanden. Kinder- und Jugendärzte warnen zudem vor Mangelernährung, BLW sei ein riskanter Trend, heißt es.

Differenzierter Blick

Die Mahnungen sind nicht unberechtigt, denn in der Tat ist ein verantwortungsvoller Umgang mit der Ernährung des eigenen Kindes für dessen Wohlbefinden sehr wichtig. Ein differenzierter Blick auf die jeweiligen Umstände sind jedoch ebenso angebracht. Wird noch gestillt, ist eine Mangelernährung kaum zu erwarten. Die Nährstoffaufnahme wird über die Muttermilch sichergestellt. Und der Brei sollte nicht gänzlich abgeschrieben werden. Ohne Muttermilch ist Hafer oder Hirse etwa wichtig für den Eisenhaushalt des Kindes.

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Lösung aus der Schublade

Unser Sohn verweigerte eine Zeit lang jeglichen Brei. Er geierte auf das, was die Eltern gerade essen und war mit dem angebotenen Gemüse auch nicht zufrieden und trieb uns in die Verzweiflung. Denn ist das Kind nicht satt, wird die Nacht gern zum Tag gemacht, mit ausufernden Still-Orgien. Gerne auch alle 40 Minuten. Wir zermarterten uns den Kopf. Bis meine Frau irgendwann den süßen kleinen, gemusterten Melamin-Löffel gegen einen ganz normalen Espressolöffel ausgetauscht hat. Dann schmeckte plötzlich der stinknormale Pastinaken-Kartoffelbrei wieder. Manchmal liegt die Lösung dann eben doch schon in der eigenen Küchenschublade und nicht in Büchern und Online-Blogs. Und noch etwa ist wichtig: Zeit und Geduld. Schon so manches Essen hatten wir abgeschrieben, um nach 15 Minuten Blödelei am Tisch einen weiteren Anlauf zu starten. Plötzlich schien der Getreide-Milch-Brei doch zu schmecken. Zwar sind wir weit davon entfernt, uns einfach hinsetzen und essen, bzw. füttern zu können, aber wenigstens gibt es Licht am Ende des Tunnels. Und wenn gar nichts reingeht, greifen wir zur Geheimwaffe: Avocado und Mandelmus. Das geht irgendwie immer.

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