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NWZonline.de Mann, Kinners!

Es ist ein AAA-Albtraum

18.12.2019

Oldenburg Ja, und dann bekommt der Große natürlich nur unbearbeitetes Holzspielzeug, damit er den Bezug zur Natur nicht verliert, die Energie des Holzes spürt und Respekt vor dem Baum erlangt, der ihm seinen Leib gespendet hat…

Solche oder so ähnliche Sätze haben mit Sicherheit viele Eltern vor der Geburt ihres ersten Kindes gesagt. Auch ich hatte mir solche Vorsätze zurechtgelegt – und die sind ähnlich schnell wieder aus meinem Leben verschwunden wie die Vorhaben zum Jahreswechsel, diesmal wirklich weniger Mett zu essen. Denn gefühlt besteht jedes Spielzeug in unserem Haus aus quietschbuntem Polyethylirgendwasgedöns, hat Holz allenfalls auf der Europalette gesehen, auf der es in die Spielwarenabteilungen gekarrt wurde – und hat natürlich Batterien.

Kaum noch Spielzeug ohne Strom

Und hier liegt das eigentliche Problem: Ohne Strom kommt kaum noch ein Spielzeug daher, das etwas auf sich hält. Der Stoffteddy winkt und singt blechern seine Lieder, die Eisenbahn kann automatisiert besser rückwärts einparken als die Serienfahrzeuge bei BMW oder Mercedes und jedes noch so kleine Spielzeugauto kann irgendwo blinken oder hupen. Vorbei die Zeiten, in denen Papa und Junior halb sabbernd, halb pustend mit den Lippen versuchten, Motorengeräusche zu imitieren. Die Spielzeuge von heute röhren von selbst aus lauter als der durchschnittliche Bolide beim Car-Freitag der Tuning-Gemeinde.

Allerdings nur eine Zeit lang. Irgendwann wird das Gedudel schwächer, die Zugkraft der Selbstfahrer lässt nach und die laufende Puppe fängt an zu torkeln, als hätte sie den Likörschrank aufgebrochen. Dann kommt dieser Satz, der mich zusammenzucken lässt: „Papa, ich brauche neue Batterien.“ Und dann geht es los: AA oder AAA, D oder Blockbatterie? Nicht dass wir hier in Deutschland und in der EU wären, dem Zentrum der Standardisierung, wo es Gurkenkrümmungsverordnungen geben soll. Nein, batterietechnisch sind wir irgendein südwestostpazifischer Inselstaat, wo jeder machen kann, was er will. Dementsprechend habe ich ein derart umfangreiches Arsenal an mobilen Energiereserven, dass ich Sorge habe, dass demnächst die Atomaufsichtsbehörde vor meiner Tür steht und mir den georteten Kernreaktor abstellen will.

Wer ist der Akku-Dieb?

Selbstverständlich habe ich versucht, mit wiederaufladbaren Akkus ein wenig Struktur in die ganze Misere zu bekommen. Doch die bereitliegenden sind natürlich immer leer und alle anderen verschwinden auf sonderbare Weise aus den Geräten. Manchmal glaube ich, dass diejenigen, die die einzelnen Socken aus der Waschmaschine stehlen, auf ihrer Diebestour auch Akkus mitgehen lassen.

Das alles ließe sich noch mit einer gewissen Würde ertragen, wenn es nicht diese eine Kategorie Batterien gäbe, die mich die Anmeldung für die Karl-Jaspers-Klinik ausfüllen lässt: Knopfzellen. Sie stecken in den kleinen Anstecklichtern fürs Kinderfahrrad, in blinkenden Miniautos oder in der Alarmsirene der Feuerwehrmann-Sam-Station – und sie sind alle verschieden. Allein von der Größe gibt es Varianten vom Cent- bis zum Fünf-Mark-Stück (ja, ich kenne noch den Heiermann). Und selbst wenn ich mal glaube, doch tatsächlich die richtige Größe als Ersatz parat zu haben: Denkste! Dann ist sie zu dick, zu dünn – oder bereits leer.

Fieser Plan der Spielwarenindustrie

Ich vermute hier ja eine perfide Strategie seitens der Spielwarenindustrie: Statt den Batteriewechsel einfach zu gestalten und dem Spielzeug ein möglichst langes Überdauern zuzuerkennen, werden vor allem durch das Knopfzellen-Wirrwarr Papas wie ich mit kleinen Nadelstichen so nahe an den Rand des Wahnsinns getrieben, dass sie sich durch gezielte Gewaltanwendung an dem Gerät Luft verschaffen müssen – und dann mit dem heulenden Nachwuchs ins nächste Spielwarengeschäft dackeln müssen.

Herzlichen Glückwunsch. Es funktioniert.

P.S.: Es gibt ja noch die Alternative mit Ladekabeln…wenn da nicht das Problem mit den unterschiedlichen Anschlüssen und den verknoteten Kabelknäueln wäre.

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