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NWZonline.de Mann, Kinners!

Ich! Hab! A! A!

15.01.2020

Oldenburg „Entscheidend ist, was hinten rauskommt“, hat der frühere Kanzler Helmut Kohl einmal gesagt. Aus Vatersicht muss man sagen: Besser kann man es gar nicht ausdrücken. Denn seit ich Kinder habe, ist eben „das was hinten rauskommt“ ein nahezu täglicher Teil meines Lebens.

Dass das Ergebnis des wohl natürlichsten Prozesses der Welt nicht unbedingt appetitlich ist, liegt…nun ja…auf der Hand (siehe „Dieser Badeausflug war ein Griff ins Klo“). Aber wer sich ein Auto anschafft, muss ja auch mit Öllecks klarkommen. Daher der Aufruf an alle Männer, denen sich vor Ekel beim Windeln wechseln angeblich der Magen umdreht: Reißt euch mal zusammen Jungs.

Ach übrigens, für alle künftigen Väter: Genießt die Stillzeit. Denn solange der neue Erdenbürger mit Muttermilch gefüllt wird, befindet ihr euch geruchstechnisch noch im Paradies. Die erfahrenen Papas wissen, was ich meine.

Im Übrigen bringt der letzte Weg der Kindernahrung durchaus amüsante Anekdoten mit sich. Das beginnt schon mit der faszinierenden Fähigkeit der Säuglinge, entgegen aller bekannten Naturgesetze senkrecht den Rücken hinauf defäkieren (schönes Wort) zu können. Mit diesem Wissen ausgestattet, lässt sich ein amüsiertes Lächeln kaum verkneifen, wenn einem Eltern begegnen, die ihr stylishes Instagram-Baby bereits in die knallenge Skinny-Jeans in Größe 62 quetschen.

Dass die Wege der Wurst unergründlich sind und man nach dem Satz „Ich hab‘ schon alles gesehen“ sehr schnell eines Besseren belehrt werden kann, erfuhr ich erst kürzlich. Als nämlich der Kleine an seinen Socken nestelte, bot die elterliche Kontrolle ein Bild, das sich keiner wünscht. Offenbar war er mit voller Windel auf dem Sofa herumgesprungen und der Inhalt war durch die Hosenbeine…den Rest kann man sich denken.

Wer jetzt panisch ein Großpackung Kondome in den Online-Warenkorb legt, sei beruhigt: Man stumpft sehr schnell ab. Wer einmal seinen Daumen in das Bündchen der Windel steckte, um einen Kontrollblick zu wagen, und sich dann fragte: „Oh, wieso habe ich denn Schokopudding am Daumen?“, der weiß erstens die gute alte Nagelbürste wieder sehr zu schätzen und bleibt zweitens künftig deutlich gelassener, wenn der verdächtige Geruch in der Luft liegt.

Übrigens ist die Beschäftigung mit den Ausscheidungen nicht mit der Windelzeit ad acta gelegt. Auch die Großen benötigen noch eine ganze Weile Unterstützung bei der Bewältigung des großen Geschäfts, zumindest bei der Nachsorge. After-Work für Daddy, sozusagen.

Auch dies birgt Nährboden für Amüsantes. Ein Junge aus meiner Verwandtschaft benötigte zum Beispiel ein ganz besonderes Gefühl der Freiheit, wenn er den Bob in die Bahn schicken wollte. Das stellte ich zumindest während eines Ausflugs auf der öffentlichen Toilette einer Raststätte fest: Er zog sich splitterfasernackt aus. So war er es im Falle einer Darmentleerung gewohnt, so wollte er es haben. Meinen etwas belämmerten Gesichtsausdruck kann man sich vorstellen.

Der Große indes führt sein Geschäft relativ gesellschaftskonform durch. Allerdings drücke auch ich die Daumen, dass im öffentlichen Raum möglichst keine Nahrungsreste den Ausgang suchen. Denn, noch angewiesen auf Assistenz bei der korrekten Anwendung des Toilettenpapiers, der Große weist recht auffällig auf den Umstand hin, dass dem Ruf der Natur genüge getan ist. Mit voller Inbrunst brüllt er nämlich: „ICH! HAB! A! A!“ Und ich bin nicht sicher, ob das die Restaurantgäste beim Mittagsbuffet, die sich gerade Schokopudding auf den Teller löffeln, so brennend interessiert.

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