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46 Millionen Euro für „Seute Deern“
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Aktualisiert vor 3 Minuten.

Bremerhavener Wahrzeichen
46 Millionen Euro für „Seute Deern“

NWZonline.de Mann, Kinners!

„DU wolltest ja unbedingt ein Kind!“

05.11.2019

Oldenburg Zum Zeitpunkt der Entstehung dieses Textes habe ich meine Frau seit gut drei Tagen nicht mehr gesehen. Wir schlafen zwar weiterhin im selben Bett, sie allerdings ab 21.30 Uhr, ich selbst nach dem Spätdienst erst gegen 23 Uhr. Und morgens eilt sie um 5.30 Uhr aus dem Haus, während ich um 7 Uhr aufstehe, um Junior in den Kindergarten zu bringen und dann den Rest des Vormittags mehr oder weniger ziellos mit Hausarbeiten zu verbringen bevor es auch für mich zur Arbeit geht.

Seit gut zwei Jahren, seit Fritz in den Kindergarten geht, hat sich dieser Rhythmus eingependelt. Sie Früh-, ich Spätdienst oder umgekehrt. Dazu noch etwa einmal im Monat Wochenenddienst. Und schon schrumpft die gemeinsame Familienzeit auf ein Mindestmaß. Eine Wohngemeinschaft plus Kind, so fühlt es sich manchmal an.

Kollege Pater Noster hatte ja gewarnt: Es! Ändert! Sich! Alles! Und! Wird! Nie! Mehr! So! Wie! Früher!

Und tatsächlich ist es so, ich wollte es ja nicht glauben. Er bezog sich damals auf die elterlichen Freiheiten wie in Ruhe ein Fußballspiel gucken oder sich mit Freunden treffen. Aber nicht nur diese kleinen Horte der Ablenkung verschwinden, auch das Leben als Paar wird mit der Ankunft eines Kindes gehörig auf den Kopf gestellt. Hat man sich früher noch nach Feierabend, wenn beide gemeinsam zu Hause waren, über den Tag ausgetauscht, gemeinsam gekocht oder auch nur vor der Glotze abgehangen, so werden heute eigentlich nur noch kurze Anweisungen über WhatsApp ausgetauscht. „Zieh ihm bitte die blauen Schuhe an.“ „Ist noch was zu Essen im Haus?“ „Denk dran, dass morgen noch Fritz‘ Zahnarzttermin ansteht.“

Der Ton wird rauer

Die wenige verbleibende Zeit muss dann natürlich möglichst gewinnbringend verbracht werden: Projekte am Haus wollen vorangetrieben werden, die Steuererklärung ist auch irgendwann fällig und natürlich muss die gesamte Familie auch mal gemeinsam raus. Zwischen den Eltern wird der Ton rauer und ich selbst habe mich mehr als einmal später dafür ohrfeigen wollen, wenn ich meiner Frau in einer Mischung aus Übernächtigung und Stress verbal irgendwas an den Kopf geworfen habe.

„DU wolltest ja unbedingt ein Kind“, ist so ein Klassiker, der dann rausrutscht. Schnell gesagt und noch schneller bereut, wenn man nur einmal kurz darüber nachdenkt, wie sehr man sein Kind liebt und wie sehr man es vermissen würde. Aber der Frust muss raus und wird gefolgt von mindesten einem Abend des gegenseitigen Anschweigens.

Wie renkt man so etwas wieder ein? Wohl dem, der Oma und Opa in der Nähe wohnen hat und so auch mal einen Abend ohne Kind verbringen kann. Endlich wieder mal zusammen Essen gehen oder ins Kino. Vielleicht sogar ein Kurztrip zu den Studienfreunden, die man jetzt ja auch schon wieder über ein Jahr lang nicht gesehen hat. Ja, das sind die großen Ziele. Aber eigentlich ist man doch schon zufrieden, wenn man wieder abends gemeinsam auf dem Sofa liegen kann und spätestens nach der Tagesschau wegdöst.

Dies ist ein Beitrag aus „Mann, Kinners“, dem Vater-Blog auf NWZonline.

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