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NWZonline.de Mann, Kinners!

Liebe Mutter Natur, was hast Du Dir dabei bloß gedacht?

13.11.2019

Oldenburg Liebe Mutter Natur (oder darf ich Mutti sagen?),

zunächst einmal möchte ich Dir allerhöchsten Respekt aussprechen. Wie du das mit uns Menschen hinbekommen hast, ist schon aller erste Sahne. Allein dieser geniale Kniff mit dem rundum beweglichen Daumengelenk – Daumen hoch dafür (kleiner Scherz am Rande).

Allerdings, das möchte ich dir ganz auf Augenhöhe von Vater zu Mutter sagen, gibt es hier und dort doch ein paar klitzekleine Schwachpunkte in deinem eingeschlagenen Weg. Gerade, was unseren Nachwuchs betrifft. Nichts, mit dem wir nicht fertig werden würden. Wie man sieht, sind wir (noch) nicht ausgestorben. Aber eben Dinge, die mich zögern lassen, dir bei meiner Review volle fünf Sterne zu geben.

Die Sache mit dem Helfen

Jeder freut sich über Unterstützung bei den täglichen Dingen im Haushalt. Aber: Würdest du einem hyperaktiven Schimpansen dein bestes Geschirr in die Hand drücken? Eben. Warum dann hast du unsere Kinder so geplant, dass sie höchste Motivation zur aktiven Hilfe dann an den Tag legen, wenn sie sich ähnlich geschickt anstellen wie Godzilla beim Morgenspaziergang durch Tokyo? Sie können kaum geradeaus laufen, geschweige denn ihre kleinen Patschhändchen gezielt einsetzen. Aber sie wollen unbedingt den Geschirrspüler mit ausräumen, das Wohnzimmer staubsaugen oder die Fenster putzen. Ich weiß, Scherben bringen Glück – aber sie machen auch viel Arbeit.

Ok, jeder muss ja mal anfangen. Aber warum lässt die Hilfsbereitschaft der Kleinen genau dann nach, wenn sie koordinativ in die Lage versetzt werden, die anstehenden Aufgaben unfallfrei zu meistern? Je größer sie werden, desto größer ist auch der Unwillen, im Haushalt mit anzupacken. Wie wäre es mit einem Tausch der Charaktereigenschaften: ein Kleinkind, das bocklos den ganzen Tag in seinem Zimmer hockt; dafür ein Teenager, der hochmotiviert seine Eltern anbettelt, doch bitte das Klo putzen zu dürfen – das wäre doch was, oder?

Die Sache mit dem Hören

Die Ohren sind bei den meisten Kindern ja im Lieferumfang enthalten. Bei manchen Exemplaren sind sie gar kaum zu übersehen. „Gut so“, denkt sich der elterliche Laie, „dann sollte ja dem Zufluss von Informationen in den kindlichen Geist nichts im Wege stehen.“ Auf Aktion folgt Reaktion, so die Theorie, die vom Kinderarzt bei den U-Untersuchungen („Er kann hören!“) grundsätzlich bestätigt wird. Nach dem Praxistest muss ich allerdings die Funktionsfähigkeit des Systems infrage stellen.

Ob nun etwas an der Verkabelung nicht stimmt oder der Hörkanal im falschen Geschoss endet, vermag ich nicht zu sagen, da fehlt mir das technische Grundverständnis. Fakt ist aber, dass akustisch einwandfrei Gesagtes noch lange nicht automatisch im zuständigen Informationsverarbeitungszentrum ankommt. Hier muss eindeutig ein Fehler beim Empfänger vorliegen. Denn als Sender habe ich alles versucht: Gebrülltes verhallt ebenso folgenlos wie Gebettetes oder schluchzend Vorgetragenes. Daher bitte ich hier um technischen Support.

Die Sache mit der ewigen Kindheit

„Höher, schneller, weiter“ ist ja eigentlich das Motto der Menschheit. Als Krone der Schöpfung schaffen wir es doch mit Leichtigkeit, der Tierwelt in allen Bereichen ein Schnippchen zu schlagen – zur Not mit technischer Hilfe. Und dann sowas: Das Menschenkind kommt auf die Welt – und ist derart lange hilflos, dass es einem die Sprache verschlägt. Bambi läuft wenige Tage nach der Geburt bereits durch den Wald, Marienkäfer-Larven ernähren sich vom ersten Moment an selbstständig und ein Wal-Baby muss nicht erst sein Seepferdchen machen - es schwimmt einfach. Unser Nachwuchs dagegen liegt über Monate hilflos auf dem Rücken, bevor er überhaupt ein Minimum an Fortbewegung an den Tag legt. Dass die Menschheit ob dieser leicht zu fangenden Beute überhaupt die Steinzeit überdauert hat, grenzt an ein Wunder.

Und selbst wenn diese Anfangsphase überstanden ist, geht es in der Entwicklung nicht gerade mit Sieben-Meilen-Stiefeln voran. Man muss ja heutzutage froh sein, wenn Herr Sohn oder Frau Tochter auf eigenen Beinen stehen, bevor sie direkt in die Frühverrentung wechseln. Geht das nicht alles ein bisschen schneller, Stichwort Effizienz? Vielleicht könnte man einfach ein paar unnötige Kapitel (Schreiphase, Trotzphase, Pubertät) streichen und das ganze Prozedere des Aufwachsens straffen? Was das allein volkswirtschaftlich sparen würde. Nur so eine Überlegung.

Nichts für ungut, Mutter Natur. Insgesamt hast du ja schon einen guten Job gemacht. Aber was gut ist, kann man vielleicht noch ein bisschen besser machen. Das wird man doch wohl noch sagen dürfen, oder?

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