• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • Veranstaltungskalender
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
  • Über uns
 
NWZonline.de Mann, Kinners!

„Mann, Kinners“ über Gewalt: Krieg und Ohrfeigen überall – und wir Eltern müssen es den Kindern erklären

31.03.2022

Oldenburg Was für ein Wochenende! Links und rechts schepperte es in Promi-Gesichtern. Zunächst bekam Comedian Oliver Pocher eine fette Ohrfeige verpasst, und nur einen Tag später musste US-Komiker Chris Rock die Hand des Schauspielers und späteren Oscar-Gewinners Will Smith im Gesicht spüren. In aller Öffentlichkeit. Die Wangen der Opfer glühten noch, da prallten im Internet Befürworter und Gegner dieser Art der Auseinandersetzung aufeinander. Und wir Eltern fragen uns angesichts dieser archaischen Taten, wie wir unseren Kindern erklären, dass Gewalt nie eine Lösung ist – aber manche „Erwachsene“ sich nicht darum scheren.

Die Ohrfeigen, „Watschn“ oder, nicht so verniedlichend, Schläge ins Gesicht sind das eine. Schmerzhaft für die Opfer, in jedem Fall. Aber auch für Außenstehende, die einen Hauch von Empathie entwickeln können, sind diese Bilder ein Schock. Ein Schlag ins Gesicht ist ein Angriff auf den eigenen Körper und, weitergedacht, die eigene Existenz. Wer bereit ist, einem anderen Menschen ins Gesicht zu schlagen, nur weil ihm ein Witz oder eine Äußerung nicht gefallen hat – was mag derjenige tun, wenn er noch mehr Witze oder missliebige Aussagen hört?

Im Internet las man im Nachgang viele Posts voller Rechtfertigungen, Glückwünsche, Schadenfreude. Will Smith hätte seine Familie beschützt, weil Chris Rock Smiths Frau Jada beleidigt hatte (Ja, der Witz war schlecht und unnötig: vorausgesetzt, Rock wusste von ihrer Erkrankung). Und Oliver Pocher hätte solch einen Schlag doch schon längst verdient (Nein, niemand hat das – auch wenn er, wie Pocher, noch nie einen guten Witz gemacht hat). Der Beweggrund des weitestgehend unbekannten Schlägers (Name und Funktion sollen hier unerwähnt bleiben, weil die Tat wohl vor allem dem Aufbau von Aufmerksamkeit geschuldet ist) hatte zudem mit schlechten Witzen nichts zu tun: Pocher fing sich den Schlag ein, weil er das mutmaßliche Vergewaltigungsopfer eines Rappers (nicht der Schläger) in Schutz genommen hatte. Wie erbärmlich, das mit Gewalt zu beantworten.

Gewalt als Lösung und am Ende keine Konsequenzen? Wenn Kinder Blödsinn machen, durchlaufen sie – je nach Schwere der Tat – bestimmte Eskalationsstufen elterlicher Erziehung: vom alleinigen Nachdenken im eigenen Zimmer über den kurzzeitigen Ausfall von Privilegien (wie Süßigkeiten oder Fernsehzeiten) bis hin zu längerfristigen Verboten oder Absagen. Meine Kinder haben die Eskalationsstufen meistens von selbst früh verlassen: Ein kurzes Durchatmen und ein anschließendes Gespräch bewirken oft viel mehr als der sofortige Hammer. Aber eins ist für die meisten Eltern wohl klar: Beleidigungen, Beschimpfungen oder Gewalt müssen spürbare Folgen haben, sonst hört es nicht auf.

Aus diesem Grund hat Oliver Pocher (zu Recht) Anzeige erstattet. Die Oscar Academy wird prüfen, ob der Schlag auf offener Bühne Folgen für Will Smith haben wird. Und – um einmal das ganz große Fass aufzumachen – die Ukraine wehrt sich ebenfalls gegen diejenigen, die das Recht des Stärkeren durchsetzen wollen, mit breiter Unterstützung durch große Teile der westlichen Welt. Wer im Großen wie im Kleinen Gewalt anwendet, braucht kein Verständnis. Er braucht ein Stoppschild. Eine Mauer. Irgendein Zeichen, dass es so für ihn – und mögliche Nachahmer – nicht weitergeht. Wollen wir hoffen, dass die Angreifer tatsächlich Konsequenzen spüren werden und nicht noch Gewinn aus der Sache ziehen. Das wäre auch eine Ohrfeige für alle Eltern, die ihren Kindern dabei helfen wollen, auch als Erwachsene gute Menschen zu sein.

Christian Schwarz Redakteur / Online-Redaktion
Rufen Sie mich an:
0441 9988 2160
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.