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NWZonline.de Mann, Kinners!

„Aber bei Oma und Opa darf ich das auch!!“

29.05.2019

Oldenburg „Und? Was hast du denn bei Oma und Opa gemacht“, frage ich Fritz, als ich ihn von meinen Eltern abhole. Mama und Papa wollten zu Hause mal wieder „was schaffen“.

„Fernsehen“, lautet die knappe Antwort. „Und was noch? Du hast doch nicht nur den ganzen Tag fern gesehen?!“ – „Süßigkeiten gegessen.“ Na wunderbar. „Der war heute wieder ein ganz lieber Junge“, berichtet die Oma. In meinem Kopf rufe ich laut aus „KEIN WUNDER!“

Den Großeltern kommt im Leben von Kleinkindern eine besondere Rolle zu. So lieb und fürsorgend wie Mama und Papa, nur ohne die nervigen „Du machst das jetzt“-Ansagen. Das bringt Wählerstimmen. Die Konsequenz ist natürlich, dass diese neu gewonnenen Freiheiten jetzt im Kindskopf Allgemeingültigkeit bekommen. Die verbalisiert sich im bekannten Ausruf „Bei Oma und Opa darf ich das auch!“ Und mit dem kämpfe ich als Elternteil dann in der Folge.

Dürfen Oma und Opa das denn auch?

In meinem Fall, sicherlich nicht der einzige, muss ich aber genau aufpassen, wen ich denn ermahne. Fritz versteht mit seinen zwei Jahren noch nicht, warum es denn jetzt bei Oma und Opa anders läuft als zu Hause. Ihm kann ich also keinen Vorwurf machen.

Oma und Opa haben uns enorm geholfen, als meine Frau wieder in den Berufsalltag einstieg. Sie arbeitete zunächst nur zwei Tage in der Woche, dann durfte/musste Fritz zu Oma und Opa. Super Sache eigentlich: Wir hatten eine Sorge weniger, die Großeltern bekamen reichlich Zeit mit ihrem ersten Enkel und für das Stadtkind Fritz war der Bauernhof mit Tieren und Treckern natürlich das Paradies auf Erden. Doch auch Oma und Opa brauchen zwischendurch mal eine Pause und gewähren dann großzügig Fernsehzeit.

„Vielleicht achtet ihr mal ein bisschen drauf, dass er keine eckigen Augen bekommt“, versuche ich diplomatisch an die Sache heranzugehen. „Aber er macht das doch so gerne. Guck doch mal, wie friedlich er da sitzt“, ist die wenig überzeugende Antwort. Was will man da machen? Die Großeltern vor den Kopf stoßen und Zurückhaltung bei Glotze und Süßkram einfordern? Schwierig, denn das Totschlagargument bin ich ja quasi selbst: „Du durftest das auch und bist doch ganz gut gelungen.“ Danke, Mama. Dagegen komm ich nicht an.

Good cop, bad cop

Inzwischen geht Fritz in den Kindergarten und ist nicht mehr so häufig bei Oma und Opa. Und meist auch noch unter elterlicher Aufsicht. Dann haben wir die endgültige Entscheidungsgewalt. Wenn es doch mal alleine zu den Großeltern geht, etwa wenn Mama und Papa mal als Paar essen gehen möchten, bin ich mir allerdings ziemlich sicher, dass es wieder Glotze und Gummibären bis zum Abwinken gibt.

Aber diese Besuche und Übernachtungen werden inzwischen zu Hause ganz anders vermarktet. Wie ein schöner Ausflug, als etwas Besonderes, das so ganz anders ist als der Alltag zu Hause. Dann bin ich nach dem Ankommen zu Hause den Rest des Tages vielleicht mal der „Bad Cop“. Aber am nächsten Tag zählt der Großeltern-Maßstab dann schon nicht mehr. Und plötzlich kann Fritz sich mit einem Schokokeks oder einer halben Stunde Fernsehen zufrieden geben. Und mehr gibt’s auch nicht.

Dies ist ein Beitrag aus „Mann, Kinners“, dem Vater-Blog auf NWZonline.

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