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NWZonline.de Mann, Kinners!

„Deine Freunde“ zerstören „Aramsamsam“

19.08.2019

Oldenburg Aramsamsam, aramsamsam, guli guli guli guli guli ramsamsam – irgendwann kann man es einfach nicht mehr hören. Meistens schon nach der Stelle mit „Arabi“, aber dem Kindsvolk gefällt’s. Also: Starten wir die CD noch mal durch. Mein zweijähriger Sohn jubelt: Denn er weiß genau, dass gleich auch noch „Meine Hände sind verschwunden“ und „Die Räder vom Bus“ aus dem Lautsprecher dudeln. Für ihn bedeuten die Spiel- und Bewegungslieder den Beginn eines fröhlichen Tanznachmittags – für mich sind es Kopfschmerzen mit Notenschlüsseln.

Das war vor fünf Jahren. Ich hab’s überlebt – und mein Sohn hört mittlerweile begeistert Mark Forster. Das ist zwar nur geringfügig besser als „Aramsamsam“, aber irgendwie freut es mich ja auch, wenn er aus ganzer Inbrunst Konfetti für mich regnen lässt – „und die Chöre sing’ für dich“.

„Deine Freunde“ sind auch Papas Freunde

Aber es ist Licht am Ende des musikalischen Tunnels zu sehen: Denn sowohl der siebenjährige Eric als auch der vierjährige Fynn haben neue Freunde im CD-Player: die Kinderband „Deine Freunde“ – und mit denen wäre auch Papa gerne befreundet.

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Auf die drei Jungs aus Hamburg können wir uns alle einigen, auch Mama – und die wäre eigentlich auch bei Mark Forster schon mit an Bord. Wenn wir eine längere Autofahrt vor uns haben und die Kinder nach einer Kinder-CD schreien (der Drache Kokosnuss oder die Teufelskicker hören sich spätestens nach der dritten Wiederholung allerdings auch nur noch wie „Aramsamsam“ an), kontere ich gerne mit dem Gegenvorschlag: „Oder wollt ihr ,Deine Freunde‘ hören?“ Ich kann mittlerweile sicher sein, dass mir Jubel von den hinteren Plätzen entgegenschlägt.

Doch warum ist das so? Was machen „Deine Freunde“ besser als andere Kindermusiker? (Und das schließt auch Rolf Zuckowski mit ein, dessen Lieder meine Kinder auch mögen und der ihnen immerhin die Namen und Reihenfolge der Monate eingetrichtert hat.)

Beat, Rap, Lyrics: Dreifacher Sieg für die „Freunde“

Das Wichtigste: die Musik. Der Beat geht ins Ohr, und sowohl Kinder als auch Eltern bringen ihren Nacken ganz schnell in den Kopfnick-Modus. Die Grundlage ist also gelegt. Oben drauf kommt der Rap der drei: Reime, die immer auf den Punkt sind und niemals gezwungen klingen. Für meine Jungs ist das manchmal noch zu schnell, so dass nur die letzte Silbe richtig mitgesungen wird. Aber man bemüht sich.

Und schließlich: der Text. Denn es wäre ja schön, wenn nicht nur die Form stimmt, sondern auch ein ordentlicher Inhalt präsentiert wird. Und die Themen, die „Deine Freunde“ anpacken, sind voll aus dem Leben gegriffen. Aus dem der Kinder, denn sie erzählen aus ihrer Perspektive. Etwa, wenn es um die beste Taktik geht, die Schuld von sich zu weisen, dass Kinder die Grimm’schen Märchen vor allem gruselig finden oder dass es nervt, wenn man zum x-ten Mal „Du bist aber groß geworden“ hört. Dabei ergreifen „Deine Freunde“ durchaus Partei für die Kinder. Sie sind ihr Sprachrohr. Und meine Kinder finden es großartig, dass am Ende von „Das böse Wort“ tatsächlich einmal kurz „Scheiße“ ins Mikro gehaucht wird.

Erwischt! Wenn Eltern an ihre Fehler erinnert werden

Wir Eltern kennen all das aus unserer eigenen Kindheit und freuen uns darüber, dass diese Erlebnisse witzig und mit einer ordentlichen Portion Ironie verarbeitet werden. Weniger freut man sich manchmal, wenn das eigene Verhalten musikalisch auf den Prüfstein kommt: zum Beispiel der letzte Ausweg im kindlich-elterlichen Machtspiel um Pflichten und Notwendigkeiten, „Ich zähl’ bis drei“. „Deine Freunde“ treiben diese Königin der leeren Drohungen durch ein „eins, zwei, zweieinhalb, zweidreiviertel...“ auf die Spitze.

Immer wenn bei uns „Deine Freunde“ über den Lautsprecher rappen, steigt die Stimmung. Das einzige Problem, das Fynn mit der Band hat, ist der Name. Denn für ihn sind die Band einfach nur „seine“ Freunde: „Papa, ich will ,Meine Freunde‘ hören“, ruft er laut. „Die heißen ,Deine Freunde‘“, entgegne ich ihm oberlehrerhaft. „Ja, sag’ ich doch.“

Dies ist ein Beitrag aus „Mann, Kinners“, dem Vater-Blog auf NWZonline.

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