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NWZonline.de Mann, Kinners!

Dieser Badeausflug war ein Griff ins Klo

25.06.2019

Oldenburg Manche Dinge sind leichter gesagt als getan. „Für meine Kinder würde ich alles tun“ ist da so ein Beispiel. Diese leichtfertig verbreitete Parole mag auf Facebook zwar für das eine oder andere Herz-Emoji sorgen, die Umsetzung ist jedoch hart. Zumindest, wenn man „alles“ auch wirklich ernst nimmt.

Dabei soll es gar nicht darum gehen, für den Nachwuchs in den Tod zu gehen (und alle, die mit solchen Märtyrer-Phantasien in sozialen Netzwerken um sich werfen, seien gefragt: Was hat das Kind davon?). Stapeln wir ein wenig tiefer und schauen uns alltagstauglichere Situationen an wie die, die ich neulich in einem kleinen, privaten Schwimmbecken erleben musste.

Überdachtes Becken mit zweifelhafter Hygiene

Meine Familie und ich verlebten einen Kurzurlaub auf dem Bauernhof. Die Frühlingssonne strahlte, Fynn und Eric verlustierten sich mit dem Fuhrpark, dem Füttern der Tiere und auf dem Fußballplatz. Und dann war da noch das Schwimmbad! Also, vielmehr war es ein kleines überdachtes Becken, das sich die Hofbesitzer da vor 40 Jahren angelegt hatten. Kein Badeparadies, aber kleinen Menschen mit 4 und 7 Jahren reicht es ja aus, wenn es einfach nur sehr nass ist. Meiner Frau war diese Grotte von der Hygiene her suspekt – sie blieb draußen. Und las ein Buch. Das hätte ich auch tun sollen…

Aber ich tat meinen Kindern den Gefallen und stieg mit ihnen ins Wasser. Neben uns planschte eine andere Familie, ein Elternpaar mit seinen zwei Töchtern, ein paar Jahre jünger als meine Jungs. Wir waren circa eine halbe Stunde im Wasser, da stieg die andere Familie aus und ging in den Umkleideraum. Zwei Minuten später fiel mir auf, dass etwas im Wasser schwamm. Circa zwei Zentimeter lang und einen Zentimeter breit. Farbe: Braun.

SOS: Es schwimmt etwas im Wasser – und es ist kein Rettungsring! Foto: Imago

Meine Stimmung schwankte sogleich zwischen Frustration und Wut: Da hat doch glatt jemand in den Pool gekackt! Und es war nicht der einzige Kotbrocken. Insgesamt zählte ich drei. Gleiche Farbe, gleiche Größe. Mein erster Verdacht fiel auf Fynn, denn es wäre nicht das erste Mal gewesen, dass der Vierjährige keine Lust aufs Klo gehabt hätte und sein Geschäft einfach so in die Hose drückt.

Kot in der einen Hand, Badehose in der anderen

„Aussteigen, Hose runter“, herrschte ich ihn ein bisschen an. Meine Laune war mittlerweile weit unter Normal Null, zumal ich die Verantwortung gespürt hatte, die Kotbrocken einzusammeln. Immerhin kamen die ja – so meine Annahme – von uns. Und so lagen sie in meiner linken Hand, nass und stinkend, während ich mit der rechten Hinterteil und Badehose meines Sohnes inspizierte.

Ich war erleichtert, als meine Suche erfolglos blieb: Da war alles blitzblank. Und gleichzeitig stieg das Quecksilber in meinem Ärger-Thermometer, denn nun wurde mir klar, dass ich die Scheiße von fremden Kindern in der Hand hielt. Für meine eigenen würde ich ja (fast) alles tun. Bei allen anderen Kindern ist meine Bereitschaft dazu mit dem Transport von Körperausscheidungen in der bloßen Hand eigentlich längst, längst, längst erschöpft. Längst.

In der Umkleidekabine fand ich nur noch Bröckchen Nr. 4 vor – der endgültige Beweis, dass dieser Kot nicht der unsrige war. Schnell entsorgte ich alle vier in der Toilette, schrubbte meine Hand fünfmal so stark wie üblich und entschuldigte mich bei Fynn fürs Vorverurteilen. Anschließend legte ich die linke Hand noch zehn Minuten in Seifenwasser ein. Und ekelte mich vor mir selbst.

Dies ist ein Beitrag aus „Mann, Kinners“, dem Vater-Blog auf NWZonline.

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