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NWZonline.de Mann, Kinners!

Liefer-Transformers und dauergrinsende Fusselmonster

24.08.2019

Oldenburg Sesamstraße, Sendung mit der Maus, Biene Maja in weich gezeichnetem 2D: Das sind die Fernseherinnerungen meiner Kindheit. Fernsehen, für alle die es nicht mehr kennen, das ist übrigens diese lineare Abfolge von Sendungen, die einen zwang, sich zu einer ganz bestimmten Zeit vor einen großen Flimmerkasten zu setzen, der aufgrund seiner Klobigkeit meist in einer wuchtigen Schrankwand steckte. Heute hängt der internetfähige Flachbildschirm an der Wand, Biene Maja summt durch eine animierte 3D-Welt und Kinder können zu jeder Zeit ihre Lieblingssendungen streamen. Doch was schauen sich die Kleinen dort an? Ein kleiner Exkurs in die quietschbunte Welt der Kinderserien.

Der Dauerbrenner: Sesamstraße

Ja, es gibt sie noch. Und nein, meine Sesamstraße gibt es nicht mehr. Denn in meiner Erinnerung für immer eingebrannt ist das eingängige Intro mit der Maultrommel, den spielenden Kindern und dem Liedtext: „Der, die, das“ – klatsch, klatsch – „wer, wie was“ – klatsch, klatsch – „wieso, weshalb, warum“ – klatsch, klatsch – „wer nicht fragt, bleibt dumm“.

Heute haucht Lena Meyer-Landrut diese Worte ins Mikro, während die Figuren vor einer quietschbunten Kulisse eine Party feiern. Und viele der liebgewonnen Bewohner der Sesamstraße sind unbekannt verzogen: Vermutlich ist Tiffy ins betreute Wohnen abgeschoben worden, Herr von Bödefeld lebt als Aussteiger in einem Wohnwagen im Wald und Samson wurde als Problembär erlegt.

Huch... Das neue Intro der Sesamstraße:

Stattdessen dreht sich heute alles um das dauergrinsende Fusselmonster Elmo, das gern das Schaf Wolle und das Pferd Pferd (ja, das Pferd hat wirklich den kreativen Namen Pferd) in sein Baumhaus einlädt. Wie ein Pferd ins Baumhaus kommt, fragt sich anscheinend niemand.

Warm ums Herz wird einem nur, wenn die Einspielfilme links und rechts von dicken Balken eingerahmt werden. Dann nämlich gibt es einen Klassiker von Grobi, Kermit und Co. im 4:3-Format zu sehen. 

Aalglatt: Feuerwehrmann Sam

Pontypandy ist eine malerische Kleinstadt, die an den steilen Klippen von Wales liegt. Hier lebt Feuerwehrmann Sam, der Namensgeber und Held dieser Serie. Ein Mann, wie er sein soll: gutaussehend, stets besonnen und furchtlos. Ein wahres Vorbild – wenn man auf aalglatte Mahner steht. Bei Sam schwingt der erhobenen Zeigefinger in jedem seiner Sätze mit. „Jaja, ist ja gut, ich hab’s ja verstanden“, möchte man ihm nach jeder Gardinenpredigt antworten – um sich dann erst recht in Gefahr zu begeben. Nur so aus Trotz.

Genau diese Wirkung scheint Sam auf die Wurzel fast allen Übels in Pontypandy zu haben: Norman Price, Sohn einer überfürsorglichen, alleinerziehenden Mutter, ist für etwa 90 Prozent der Feuerwehreinsätze in der Stadt verantwortlich. Doch statt im Jugendknast landet der Bengel nach Sams Erhobener-Zeigefinger-Rede sofort im nächsten Schlamassel. Doch immerhin ist Sams Job so für lange Zeit gesichert.

Konservativ, aber gelassen: Peppa Wutz

Mutter, Vater, zwei Kinder: ein Abbild der klassischen modernen Familie. Das ist die Welt von Peppa Wutz. Das kleine Ferkel (gar nicht wertend gemeint, sie ist tatsächlich ein Schwein) lebt mit seinem kleinen Bruder Schorsch (großartige Übersetzung von Georg aus dem englischen Original) und den vornamenlosen Mama und Papa Wutz in einem Einfamilienhaus.

Peppa ist ein kleines Mädchen, wie man es sich wünscht: neunmalklug, ich-bezogen und schnell beleidigt, wenn nicht alle nach ihrer Pfeife tanzen. Einen Anpfiff für Fehlverhalten muss sie indes nicht fürchten. Ihre beneidenswert gelassenen Eltern beantworten auch die größte Frechheit mit einer ausführlichen Erklärung, wie man eine Situation besser lösen kann.

Interessant ist das gesellschaftliche Abbild, das hier gezeichnet wird. Mama Wutz arbeitet (wenn Zeit bleibt) ein wenig von zu Hause aus. Papa Wutz nimmt „wichtige Arbeitspapiere“ und damit vermutlich auch ordentlich Überstunden mit nach Hause. Im Büro schreibt er irgendwelche komplizierten Rechnungen an eine große Tafel. Offen bleibt, welche Wertschöpfung sein Unternehmen daraus zieht.

Es gibt viele andere Familien in der Welt von Peppa Wutz – wobei allerdings Multikulti nicht zum Alltag gehört. Schweine heiraten Schweine, Hasen bleiben bei Hasen, Zebras bei Zebras, und so weiter. Nicht auszudenken, was da los wäre, wenn Peppa Wutz sich in Pedro Pony verknallen würde.

Zu denken gibt ebenfalls die Rolle von Frau Mümmel: Die Hasendame taucht mal als Zahnarzthelfern, mal als Eisverkäuferin, mal als Museumswärterin und in vielen anderen Jobs auf. Entweder ist das versteckte Kritik am Niedriglohnsektor, von dem niemand leben kann – oder Frau Mümmel macht unfassbar schlechte Arbeit und wird ständig wieder gefeuert.

Global: Super Wings

Amazon trifft Transformers: Jet, ein lebendiges Flugzeug, das sich in eine Art Roboter mit Armen und Beinen verwandeln kann, liefert Pakete an Kinder aus aller Welt aus. Den Auftrag gibt der hyperventilierende Fluglotse Roger, der seinem Lieferanten stets ein Fremdwort aus seinem Zielland mit auf den Weg gibt – offensichtlich völlig ausreichend für die Kommunikation vor Ort.

Der Inhalt des Pakets hat stets mit einem kleinen Abenteuer zu tun, bei dem Jet und das Kind irgendwann in einer Sackgasse landen und einen der anderen Super Wings zu Hilfe rufen müssen. Dazu gehören zum Beispiel das Polizeiflugzeug Paul, der tollpatschige aber handwerklich talentierte Donnie und die einzig weibliche Figur: Rettungshubschrauberin Dizzy – sie ist selbstverständlich knallpink.

In jeder Folge lernt der Zuschauer natürlich eine Kleinigkeit über Kultur und Sehenswürdigkeiten des besuchten Landes. Und jetzt kommt der Hammer: In der Folge über Deutschland kommt KEINE LEDERHOSE vor. Zwar ist auch kein Shanty-Chor zu sehen, aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Flauschig: Paw Patrol

Man nehme die Super Wings und ersetzte die Flugzeuge durch Hunde. Fertig ist das Grundgerüst der „Pfoten-Patrouille“. Auch hier gibt es in jeder Folge eine Aufgabe, für welche sich der menschliche Hauptdarsteller Ryder zwei sprechende Vierbeiner aussucht, die jeweils besondere Fähigkeiten mitbringen. Sie fliegen zwar nicht, dafür können sie Auto fahren.

Mit ihren technisch hochgerüsteten Spezialfahrzeugen lösen die Super-Köter jeden Fall und verdienen sich ihre Leckerlis.

Für alle: Shaun, das Schaf

Endlich mal ein Höhepunkt im Kinderprogramm: Shaun ist ein Schaf und lebt auf einem etwas abgehalfterten Hof irgendwo in Großbritannien. Er ist zwar etwas klein geraten, hat aber die verrücktesten Ideen und ist der kluge Kopf seiner Herde. Selbst Hütehund Blitzer ist lediglich auf dem Papier der Chef. Von dem etwas dösbaddeligen Farmer ganz zu schweigen.

Schon die altbacken anmutende Stop-Motion-Technik, mit der die Knetfiguren zum Leben erweckt werden, ist zwischen all den 3D-Animationen ein optischer Leckerbissen. Dazu kommt eine Mischung aus Slapstick und feinem Humor, der ohne Worte auskommt und manchmal (und das ist das Schöne beim Mitgucken) nur für Erwachsen zu verstehen ist. Schon der Name Shaun in Anspielung auf das englische Wort „shorn“ (geschoren) ist eine herrliche kleine Spitze.

Als Mini-Beitrag bei der „Sendung mit der Maus“ angefangen, gibt es Shaun inzwischen als eigene Serie und sogar als 90-minütigen Film. Den habe ich mir übrigens schon angeschaut – natürlich ohne Kinder.

Grauenvoll: Der Streifenwagen in Autopolis

Auf dem anderen Ende der Skala steht die Welt von Autopolis. Gleich mehrere Serien haben hier ihre Heimat. Ob der Streifenwagen Matt, Tom der Abschleppwagen, Super Truck oder Troy der Zug: Sie alle fahren durch eine furchtbar schlecht animierte 3D-Landschaft, brabbeln unverständlich Töne aus ihren Stoßstangenmündern und lassen sie von dem immer gleichen Sprecher übersetzen.

Um die Produktion möglichst billig zu halten, wurde auf Arme und Beine verzichtet, so dass Gegenstände, die die Fahrzeuge nutzen, einfach so durch die Gegend schweben. Sogar der Zug wendet auf offener Strecke, indem er einfach in die Luft geht und sich umgekehrt wieder auf die Schiene setzt.

Noch furchtbarer ist der Soundtrack. Er besteht zu größten Teil aus Geräuschen, die jemand macht, der mit den Lippen ein Motorengeräusch nachäfft, und den Tönen einer Kolbenflöte, die bei jedweder Bewegung abgespielt werden. Wer Schlafstörungen hat, ist bei dieser bunten Langeweile genau richtig.

Der Klassiker: Die Sendung mit der Maus

P.S.: Wer sich ein wenig zurück in die Kindheit versetzen möchte: Die „Sendung mit der Maus“ hat sich kaum verändert. Christoph trägt noch immer seinen grünen Pullover, Armin erklärt mit seiner warmen Stimme immer noch komplizierte Dinge ganz einfach. Die Maus ist orange, der Elefant ist blau. Und den nervigen Ralph Caspers kann man beim Streamen ja überspulen.

Und welche Kindersendung ist euer Allzeit-Favorit?

Patrick Buck Redakteur / Redaktion Oldenburg
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