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Radfahrer von Auto angefahren
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Aktualisiert vor 3 Minuten.

Unfall In Oldenburg
Radfahrer von Auto angefahren

NWZonline.de Mann, Kinners!

Wie meine musikalische Früherziehung (fast) versagte

03.07.2019

Oldenburg „Flieg, flieg, flieg, Drachen im Wind“. Das muss jetzt das 8. oder 9. Mal gewesen sein, gefühlt war es das 100., dass Rolf Zuckowski, der Heino der Kindermusik, mir seine Sehnsuchtshymne um die Ohren knallt. „Nochmal“, schallt es aus dem Kindermund. Ich knicke ein. Ein gebrochener Mann. Und wieder stapft der unnachgiebige Beat los und bohrt sich tief in meinen Gehörgang.

Klar: Kindermusik entwickelt ihre nervtötende Kraft aus der Repetition. Mit jedem neuen Abspielen frisst sie sich tiefer ins Gehirn, irgendwo dort, wo der Ohrwurm sitzen muss. Bis ich mich plötzlich dabei ertappe, wie ich bei der Arbeit selbst „Drachen im Wind“ summe. Und mich dafür ohrfeigen möchte.

Denn eigentlich hatte ich so hohe Ziele: Als ich Fritz und seine Mutter aus dem Krankenhaus abholte, schallte Queens „One Vision“ durchs Auto. Leise zwar, aber hörbar. Mit diesem Lied hat mich mein Vater in den 80ern immer durch die Gegend kutschiert.

Mit der musikalischen Früherziehung kann man gar nicht früh genug anfangen, dachte ich mir. Und zog es weiter durch: Während der ersten Nächte sang ich dem schreienden Neuankömmling auf meinem Arm Songs und Texte von Led Zeppelin und The Doors vor. Pflanze den Samen, pflanze ihn tief! Und statt stumpfen Radiogedudels achte ich darauf, dass „gute“ Musik läuft – im Auto, zu Hause, beim gemeinsamen Spielen.

Show me the „money, money, money“

Allein, die ersten drei Jahre Mühen haben nur wenige Früchte getragen. Neben dem unvermeidlichen R.Z., der von vielen Menschen in meinem Alter noch heute als eine Art Mozart der Kinderbelustigung glühend verehrt wird, und einigen anderen Barden seiner Zunft, darf es bei Fritz momentan gerne (und immer wieder) ABBA sein. „Money, money, money“, weil Fritz den Refrain in seinem eigenen Englisch mitsingen kann.

Na gut, denke ich, besser als Kinderlieder, aber eigentlich wollte ich dort auch nicht hin. Warum haben wir denn über Stunden meine Platten rausgekramt und uns vor den Plattenspieler gesetzt, auf dem sich die Scheiben von Donald Byrd, Hendrix, B.B. King oder, erneut, Queen drehten? Kam meine Einführung in den East Coast vs. West Coast Rap der 90er zu früh? Oder ist mein Musikgeschmack einfach nur so zum Kotzen, dass sich die jüngere Generation abwendet?

Schwing den Presslufthammer!

Statt einer weiteren Tour durch Zuckowskis gesammelte Werke greife ich zum letzten Mittel: Torfrock. Und da schau her: Wo Papa in den 80ern schon den „Presslufthammer B-B-Bernhard“ vor sich hin stotterte, da findet auch Fritz seinen Spaß an den Blödsinns-Texten der norddeutschen Wikinger.

Und endlich geht mir ein Licht auf: Es ist die Sprache. Fritz versteht, worum es geht. Denn der Presslufthammer wütet seit Tagen auch auf der Baustelle vor seiner Kita. Nun wird er jeden Morgen besungen. Und ich singe im Auto mit. Mit den Tiefen meiner Plattensammlung warten wir dann nochmal ein bisschen ab. Spätestens aber nach der ersten Englisch-Stunde wird wieder Musikgeschichte gepaukt.

Endlich Einigkeit

Einen kleinen Nachtrag habe ich dann aber doch noch anzubringen: Ein großer Dank geht an die Country-Trap-Sensation Lil Nas X. Sein „Old Town Road“ ist bei Fritz, seit er das entsprechende Video gesehen hat, als „Pferde-Lied“ abgespeichert und wird kräftig abgefeiert. Und das passt einfach hervorragend in meine Playlist.

Dies ist ein Beitrag aus „Mann, Kinners“, dem Vater-Blog auf NWZonline.

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