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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Maritim

Die Suche nach Seuchen an Bord

28.07.2008

HAMBURG Die Ärztin Clara Schlaich klettert mit drei großen Taschen vorsichtig die 20 Meter lange steile Metallleiter des Containerschiffes nach oben. Die Medizinerin soll auf der im Hamburger Hafen liegenden „Cosco Ningbo“ einen Seemann gegen Gelbfieber impfen. Gemeinsam mit ihrem Kollegen, Hafeninspektor Ulf-Peter Hüsing, will sie gleichzeitig Hygiene und Gesundheit an Bord checken.

Infektionen und Seuchen in Häfen und Flughäfen vermeiden oder eindämmen – das ist die Aufgabe des Hafenärztlichen Dienstes. Stichprobenartig untersuchen die 41-Jährige und ihre Kollegen einen Teil der rund 13 000 Schiffe, die jährlich in den Hamburger Hafen einlaufen. „Wir konzentrieren uns auf Schiffe, die aus Infektionsgebieten wie Westafrika kommen“, sagt Schlaich. Fünf Ärzte und zehn Inspektoren prüfen im Verlauf des Jahres rund 2200 Schiffe.

„Wir suchen nicht nur nach Keimen. Wenn alles im grünen Bereich ist, stellen wir auch Zertifikate aus“, erklärt Umwelttechniker Hüsing. Diese Bescheinigungen müssen alle Schiffskapitäne regelmäßig nachweisen. So besagen es die internationalen Gesundheitsvereinbarungen. Während die stresserprobte Ärztin im Schiffshospital den Seemann impft und die kleine Apotheke kontrolliert, macht sich der 53-Jährige auf den Weg in die Küche. Mit einem Gummihandschuh fährt er die Oberseite der Metallplatten an der Decke ab und nickt zufrieden. „Alles sauber.“ Auch der Blick in den Kühlschrank und die Küchenschränke fällt positiv aus. Lediglich im Kühlhaus findet der aufmerksame Bakteriendetektiv ein wenig Staub und zu warme Temperaturen.

Bei einem möglichen Seuchen- oder Infektionsverdacht hätten Schlaich und Hüsing sofort reagieren müssen. „Erst im März hatten wir Legionellen an Bord eines uralten Schleppers“, erinnert sich die Internistin. Das Schiff wurde im Hafen festgehalten. Es durfte erst weiterfahren, nachdem die akute Gefahr beseitigt war. Nach knapp zwei Stunden akribischer Suche nach Bakterien und Viren hört Hüsing auf. Auf der „Cosco Ningbo“ läuft alles vorbildlich. Auch der Kapitän ist erleichtert.

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