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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Maritim

Geheimnisse der Meeresoberfläche gelüftet

08.11.2016

Oldenburg /Guam Das Forschungsschiff „Falkor“ nimmt Kurs auf Guam. Gegen Mittwochmittag wird es dort mit einem internationalen Forschungsteam im Hafen anlegen. Mit dabei ist auch Forschungsleiter Dr. Oliver Wurl. Er ist der Leiter der Arbeitsgruppe Meeresoberfläche am Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) der Uni Oldenburg.

Das wissenschaftliche Team auf der „Falkor“

Insgesamt besteht das Forschungsteam rund um Dr. Oliver Wurl aus 12 Wissenschaftlern und drei Piloten. Die Piloten haben während der Expedition die unbemannten Flugzeuge gesteuert. „Wir waren mit Kollegen aus Florida, New York, Plymouth und natürlich Wilhelmshaven unterwegs“, sagt Wurl. Die meisten Forscher kommen aus New York und Wilhelmshaven. Plymouth liegt in Großbritannien.

Das Erforschen der Meeresoberfläche sei auf Grund der dünnen Schicht technologisch so herausfordernd, wie das Forschen in der Tiefsee, meint Wurl.

Die „Falkor“ wird vom Schmidt Ocean Institute betrieben. Das ist eine US-amerikanische Stiftung, die vom ehemaligen Google-Geschäftsführer Eric Schmidt und seiner Frau Wendy aufgebaut wurde.

Während auf der Pazifikinsel Guam, dem Indischen Ozean und dem Pazifik selbst tropisches Klima herrscht, wird es im Norden Deutschlands langsam empfindlich kälter – der Winter naht. Den wird Oliver Wurl aber erst am 12. November zu spüren bekommen, denn dann kehrt er von seiner Expedition zurück in den Nordwesten.

Rund 30 Prozent der Treibhausgase werden vom Ozean aufgenommen

Das Team hat vom 10. Oktober bis zum 9. November Messungen vorgenommen und die Meeresoberfläche ganz genau untersucht. Ihr Ziel: Besser beschreiben, wie Treibhausgase durch die Oberfläche des Ozeans aufgenommen werden.

„Treibhausgase sind sehr wasserlöslich“, erklärt Wurl per Internettelefonie von der „Falkor“ aus. „30 Prozent dessen, was wir in die Atmosphäre abgeben, landet im Ozean.“

Bisher seien die CO2-Moleküle nur in einer Tiefe von fünf Meter gemessen worden. „Das ist für so ein Teilchen aber eine sehr lange Reise – länger als für uns Menschen zum Mond“, sagt Wurl. Daher seien die jetzigen Erkenntnisse über den Gasaustauschprozess der Ozeane nicht sonderlich genau.

Dadurch, dass sein Forschungsteam direkt die Meeresoberfläche untersuche, wollen sie die Ergebnisse und damit die Modellrechnungen verfeinern. Bisher seien die 30 Prozent eher eine Schätzung.

Daten an der Meeresoberfläche sammeln ist gar nicht so einfach

Die Daten der Meeresoberfläche zu sammeln, ist gar nicht so einfach und bei dieser Forschungsreise kamen drei verschiedene Techniken zum Einsatz: Zum ersten Mal wurden unbemannte Flugzeuge eingesetzt, welche mit verschiedenen Sensoren an den Kameras ausgestattet sind. Zum einen mit Infrarotkameras, die die Temperatur der Meeresoberfläche im Mikrometerbereich misst – genauer als jede Wasserprobe es könnte und zum anderen mit speziellen Instrumenten, die die Farbe des Wassers misst. Damit kann die Verteilung von Algen ganz genau und auf mehrere Quadratkilometer bestimmt werden.

Des Weiteren kam ein Katamaran zum Einsatz – er nahm insgesamt 500 Wasserproben und sammelte eine Millionen Echtzeitdaten. Mit diesen Daten ließe sich die Meeresoberfläche ganz genau untersuchen.

Zusätzlich zum Katamaran und den Flugzeugen setzten die Wissenschaftler autonome Bojen ein, die 20 Minuten lang messen, ob sich das CO2 im Ozean anreichert oder abnimmt. Wenn es sich anreichert, dann gibt der Ozean CO2 ab und wenn es abnimmt, nimmt der Ozean es auf. „Ein erster Blick in die Daten zeigt, dass der Ozean auf Grund der Wärme CO2 abgibt“, erklärt Wurl.

Forscher Dr. Oliver Wurl ist zu 100 Prozent zufrieden

Bis all diese Forschungsdaten ausgewertet sind, wird es einige Monate dauern. Wurl hofft, dass die Wasserproben bis Januar ausgewertet sind. Die ersten Forschungsergebnisse werden im Frühjahr oder Sommer veröffentlicht.

Aber schon jetzt ist Wurl sicher: „Diese Expedition ist schwer zu toppen. Die Mannschaft hat toll gearbeitet und ich bin zu 100 Prozent zufrieden.“ Dazu hat auch das Forschungsschiff „Falkor“ beigetragen: „Dort ist es möglich, neue Technologien wie unsere Flugzeuge zu erproben. Auf anderen Schiffen ist das schwieriger“, erklärt Wurl.

Sogar das Wetter habe perfekt mitgespielt und mehr Proben als ursprünglich angenommen ermöglicht – die nun bald im oldenburger Schmuddelwetter analysiert werden können.

Lina Brunnée
Volontärin, 3. Ausbildungsjahr
NWZ-Redaktion
Tel:
0441 9988 2003

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