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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Maritim

Serie über das Norder Tief: Der Stadthafen machte Norden reich

23.02.2021

Norden Wer heute im Zusammenhang mit der Stadt Norden vom „Hafen“ spricht, meint wahrscheinlich den in Norddeich, von wo aus unter anderem jährlich 1,4 Millionen Tonnen Fracht und 8,2 Millionen Menschen zu den ostfriesischen Inseln und zurück bewegt werden. Die Anfänge dieses Hafens reichen jedoch „nur“ bis ins späte 18. Jahrhundert zurück – lange Zeit davor legten Schiffe von der Nordsee kommend über das Norder Tief stattdessen landeinwärts in Sichtweite zur Ludgerikirche an. Die EZ-Serie „Histoorje an’n Deep“ erzählt von der historischen Bedeutung des Tiefs für die Stadt Norden und den Veränderungen bis heute.

Die Blütezeit des alten Norder Hafens lässt sich bis ins Mittelalter verfolgen: Die vulkanischen, sogenannten „Tuffsteine“ für die im 12. Jahrhundert gebaute Andreaskirche (die 1531 zerstört wurde) stammten aus der Eiffel und wurden über den Rhein auf dem Wasserweg bis nach Norden transportiert. Auch für die rund 100 Jahre später gebaute Ludgerikirche wurden die teuren Import-Steine verwendet. Laut Wolf-Dietmar Starke, Vorsitzender des Fördervereins Norder Hafen, ist das ein gutes Zeichen für den damaligen Handelsreichtum der Stadt.

Großer Umschlagplatz

Neben Tuffsteinen wurden viele andere Baumaterialien durch das Norder Tief geschifft: Holz, gebrannte Ziegel, Schieferplatten oder Sandstein, aus dem teure Bodenbeläge in den Häusern reicher Bauern und Kapitäne gelegt wurden. Exportiert wurden Rinder, Butter und Käse, Wolle, Feldfrüchte und Fische. Die Handelswege reichten nicht nur bis ins Ruhrgebiet, sondern auch zu Hansestädten wie Bremen und Hamburg sowie in die Niederlande oder nach England.

Lange bevor größere Schiffe wie die Kogge entwickelt wurden, wurden viele Waren in flachen, offenen Booten nach Norden gefahren, sogenannten Holks. Diese transportieren Waren in Fässern, die für zerbrechliche Gegenstände wie etwa Glas mit flüssiger Butter vollgegossen wurden.

Große Veränderung

Das späte 16. Jahrhundert brachte für Norden, den Hafen und das Tief viele Veränderungen durch Baumaßnahmen. Die Spuren dieser Zeit sind bis heute im Ortsbild und Umland zu finden.

Zwischen 1544 und 1597 wurden der Westermarscher und der Addingaster Deich gebaut, das Norder Siel sowie die Addingaster und Gastmarscher Siele, und die Kaje im Hafen (dazu Straßenpflasterungen).

Holks konnten aufgrund ihres runden Kiels besonders einfach am Uferbereich auf Grund gefahren werden, um be- oder entladen zu werden. Wie Starke in dem Band „Der alte Norder Hafen“ beschreibt, veränderten sich diese Liegeplätze im Laufe der Zeit, weil der tägliche Tidenhub den Uferbereich durch Ablagerung von Schlick ständig umgestaltete. Die Schiffe waren deshalb auch nicht mit Kränen oder Pferdewagen erreichbar.

Kaje ab 16. Jahrhundert

Das änderte sich im 16. Jahrhundert: Nach dem Bau eines Siels und umliegender Deiche zum Schutz vor Fluten wurde im Jahr 1597 im Hafen eine Kaje aus Holzpfählen errichtet. Ab jetzt konnten Waren einfacher zwischen Stadt und Schiffen transportiert werden. Das auffällige, reich verzierte Zollhaus, das seit 1857 am Hafenbecken steht, zeugt bis heute wie wichtig der Standort für den Handel war.

Die zunehmende Verschlickung des Tiefs und des Hafens erschwerte den Schiffsverkehr aber immer mehr, so dass auch schon viele Jahre vor dem Bau des Leybuchtsiels in 1929, das heute das Norder Tief von der Nordsee trennt, kaum noch Handelsschiffe in Norden anlegen konnten. Heute erfüllt der Hafen in Norddeich die Rolle als Umschlagplatz.

Arne Haschen Redakteur / Redaktion Ostfriesland
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