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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Maritim

Wie Urlauber zu Botschaftern werden

12.12.2018
Frage: Welche Rolle hat beim Entschluss, Wattführer zu werden, der Wunsch gespielt, etwas für die Umwelt zu tun?
Nils Kernbach: Eine große Rolle. Wenn man ein Weltnaturerbe vor der Haustür liegen hat, möchte man es natürlich auch schützen und erhalten. Ich war schon vor meiner Tätigkeit als Wattführer viel mit der Kamera draußen. Dabei bin ich nicht nur mit dem Leben im Watt konfrontiert worden, sondern auch mit dem, was man da draußen finden und was da nicht hingehört.
Frage: Plastikmüll zum Beispiel.
Nils Kernbach: Richtig. Das geht schon am Strand los. Wir wohnen in der Nähe von Mundahn. Das ist genau die Ecke, an der durch die Strömungsrichtung am meisten angeschwemmt wird. Da findet man alles mögliche. Als gegenüber der Jade-Weser-Port gebaut wurde, hätte ich hier einen Handel mit Bauhelmen aufmachen können.

Die Nabu-Ortsgruppe

Nordenham, in der sich auch Nils Kernbach engagiert, kümmert sich um verschiedene Naturschutz-Themen, etwas um Fledermäuse oder eben auch das Problem des Plastikmülls im Meer. Neue Mitglieder sind beim Nabu willkommen. Infos im Internet oder bei Gruppensprecher Klaus Meier,Telefon   0172/4202291.

    www.nabu-ortsgruppe-nordenham.jimdofree.com

Frage: Und wie sieht es draußen im Watt aus?
Nils Kernbach: Da finde ich auch immer wieder Plastikmüll. Wobei man einen Großteil dessen, was vorhanden ist, ja gar sehen kann, weil daraus längst Mikroplastik und damit ein Teil unserer Nahrungskette geworden ist.
Frage: Wie machen Sie das Gästen, die mit Ihnen ins Watt rausgehen, deutlich? Was man nicht sieht, kann doch so dramatisch nicht sein.
Nils Kernbach: Ich erkläre es den Leuten meistens am Beispiel von Miesmuscheln. Die filtern Wasser und nehmen dabei Mikroplastik und übrigens auch Schwermetalle auf, ehe sie dann auf unserem Teller landen. Wenn die Leute das hören, werden sie meistens sehr aufmerksam.
Frage: Wie sehr interessieren sich Ihre Gäste für die Meeresmüll-Problematik?
Nils Kernbach: Das ist ganz unterschiedlich. Die einen interessieren sich nicht besonders für das Thema, die anderen so sehr, dass sie mich gezielt darauf ansprechen. Am empfänglichsten für Natur- und Umweltschutzthemen sind meistens die Kinder. Viele haben sich schon in der Schule damit beschäftigt. Und über die Kinder erreicht man dann auch die Eltern. Ich habe oft genug beobachtet, dass sich Erwachsene noch nie mit dem Thema beschäftigt haben, bei einer Wattwanderung aber plötzlich Müll in der Hand haben, um ihn mit an Land zu nehmen und zu entsorgen. Da hat dann entweder durch die Kinder oder aber ganz automatisch durch die einmalige Natur, die die Gäste umgibt, eine Sensibilisierung stattgefunden. Und diese Leute sich wichtige Multiplikatoren, wenn sie zuhause anderen von ihren Erlebnissen im Watt erzählen.
Frage: Was können Sie als Wattführer noch tun?
Nils Kernbach: Ich sensible meine Gäste schon an unserem Treffpunkt, dem Wattführerhäuschen in Tossens, für die Natur und für Umweltschutz, indem ich Flyer des Nabu ausgebe. Und Eimer.
Frage: Eimer?
Nils Kernbach: Ehe die Leute zum Sammeln von Muscheln und anderen Dingen Plastiktüten mit ins Watt nehmen, die dann beim nächsten Windstoß wegwehen, drücke ich ihnen Eimer in die Hand. Viele nutzen sie auch, um darin Müll zu sammeln. Die Eimer stammen übrigens vom Fischladen gegenüber. Sie würden sonst weggeschmissen werden, wären Plastikmüll. So finden sie noch eine sinnvolle Weiterverwertung.
Frage: Wo bleibt der im Watt gesammelte Müll?
Nils Kernbach: Zurzeit wird er ganz normal entsorgt. Wir Wattführer haben aber zusammen mit der Nationalparkverwaltung und dem Nationalpark-Haus die Idee entwickelt, in Tossens und Eckwarden am Strand transparente Container aufzustellen, um den Müll zu sammeln und gleichzeitig sichtbar zu machen, was sich im Watt alles findet. Zur nächsten Saison soll das losgehen. Der Container wird aber abgeschlossen sein, und nur die Wattführer haben einen Schlüssel. Sonst landet alles mögliche in den Behältern.
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Detlef Glückselig Butjadingen / Redaktion Nordenham
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