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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Maritim

Wenn die Nordsee schläft

30.03.2017

Wilhelmshaven Mit Spezialgeräten und Forschungsschiffen wollen Wissenschaftler bei einem bisher einzigartigen Experiment die Meeresoberfläche bei Wilhelmshaven unter die Lupe nehmen. Die zweiwöchigen Untersuchungen sind diese Woche gestartet und sollen aufzeigen, wie der Gasaustausch zwischen Atmosphäre und Ozean funktioniert. Das habe auch Einfluss auf das Klima, sagte ein Sprecher vom Institut für Chemie und Biologie des Meeres an der Universität Oldenburg.

Das internationale Expertenteam untersucht die hauchdünne Oberflächenschicht vor allem nachts. Der größte Teil der Ozeane wird von dünnen Häutchen, den Oberflächenfilmen, bedeckt. Sie sind mit organischen Verbindungen angereichert und bilden an der Meeresoberfläche eine Grenzschicht. Sie verlangsamt den Gasaustausch zwischen Ozean und Atmosphäre.

Die Wissenschaftler vermuten, dass sich dieser Film bei Dunkelheit anders verhält als am Tag. So produzieren Mikroalgen bei Sonneneinstrahlung Sauerstoff. Weltweit steuern so die Meere die Hälfte des Luftsauerstoffs auf der Erde bei. Umgekehrt nehmen die Ozeane ein Drittel des von Menschen produzierten Treibhausgases Kohlendioxid auf. Speziell nachts könnten atmende Mikroorganismen in den Vordergrund treten, die ebenfalls Sauerstoff produzieren.

„Es ist das erste Mal, dass wir Oberflächenfilme auch nachts untersuchen“, sagte die Ozeanographin Mariana Ribas vor Beginn des Experiments. „Das wird eine Herausforderung, denn die Arbeit bei Dunkelheit auf See ist nicht einfach.“

Dabei soll von Bord des Forschungskutters „Senckenberg“ aus eine Spezial-Driftboje zum Einsatz kommen, die mit Sensoren bestückt ist. Ein ferngesteuerter Forschungskatamaran soll größere Mengen des Oberflächenfilms für Laboruntersuchungen einsammeln.

Zum Team des Projekts Milan (sea-surface microlayer functioning during the night) gehören Forscher aus Costa Rica, Dänemark, Großbritannien, Italien, Kroatien, Polen, Schweden und Spanien. Von deutscher Seite sind Forscher aus Oldenburg, Bremen, Kiel und Leipzig beteiligt.


     www.uni-oldenburg.de 
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