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NWZonline.de Sport Fußball 1.Bundesliga Mein Werder

Der Blick geht nur nach vorn

23.04.2019

Bremen Kurz vor dem Abpfiff wollten die Bayern-Fans noch einmal ein Zeichen setzen. Mit einem kleinen Schmähgesang setzten sie ihren persönlichen Schlusspunkt hinter Werders Auswärtsniederlage. „Auch am Mittwoch habt ihr keine Chance“, skandierte der Anhang lautstark in der Arena. Gemeint war das DFB-Pokalspiel im Weserstadion (20.45 Uhr), in dem es um nicht weniger als den Finaleinzug geht. So viel ist klar, Werder wird bei diesem schnellen Wiedersehen eine Leistungssteigerung brauchen. In München war gewiss Vieles gut, aber eben nicht alles. Und deshalb gab es später die kurze Gesangseinlage auf der Tribüne.

Florian Kohfeldt muss also reagieren. Und das will er auch. „Wir werden mit Sicherheit mit einer anderen Aufstellung spielen“, kündigte er schon am Sonnabend an. Alles Weitere ließ er noch im Dunkeln. Es dürfte nicht wirklich überraschen, dass der 36-Jährige vor allem im Angriff variieren wird. „Vielleicht kommt ein offensiver Spieler mehr, vielleicht zwei“, sagte Kohfeldt. „Vielleicht spielen wir hinten mit einer Dreierkette.“ Während andernorts also Ostereier gesucht werden, fahndet Werders Coach an den Feiertagen nach der richtigen Strategie für den Traum von Berlin.

Als Mutmacher nimmt er von der Reise in den Süden die Tatsache mit, dass seine Mannschaft es dem Gegner lange Zeit enorm schwer gemacht hat. Die Bayern, die demnächst wieder einmal Deutscher Meister werden können, agierten phasenweise doch recht ideenlos. Erst nach dem Platzverweis für Milos Veljkovic wurde die Lage deutlich angenehmer. „Niemand bei den Bayern wird sagen, dass es entspannt war“, ist sich Kohfeldt sicher. „Sie werden mit Respekt nach Bremen kommen. Bayern ist immer noch auf jeder Position besser als wir, aber das interessiert mich eigentlich nicht. Wir werden uns sammeln und Mittwoch hoffentlich im Elf-gegen-Elf und mit dem Weserstadion im Rücken zeigen, dass wir in der Lage sind, Tore zu schießen.“

Probleme mit der Torgefahr

Genau das war in München dieses Mal erneut ein Problem. Zugegeben, es hat schon schlimmere Erlebnisse an der Isar gegeben. 2014 zum Beispiel, als sich desaströse Bremer ihrem Schicksal ergaben, sang- und klanglos untergingen und nicht ein einziges Mal aufs Tor schossen. Diese Zeiten sind vorbei, der Mut ist wieder eine Werder-Tugend. Das allein genügt jedoch nicht, wie das jüngste Duell beweist. Die spielerischen Mittel sind nicht minder entscheidend. Gute Kontermomente gab es auch in München, wirklich geschickt ausgespielt hat Werder diese nicht. Mit Folgen. Ein Ungleichgewicht von satten 28:3 Torschüssen für die Bayern spuckte die Statistik aus.

Ein solcher Wert klingt im ersten Moment nach einem mittelschweren Rückfall in alte Zeiten. Er wirkt beängstigend und mindert zudem nicht gerade den Druck. Die Hoffnung auf ein Weiterkommen kann da schnell einen veritablen Knacks erhalten. Florian Kohfeldt bleibt dennoch gelassen: „Wenn wir hier sechs oder sieben Stück gekriegt hätten, dann hätte dieses Spiel Auswirkungen auf Mittwoch“, meinte er. So aber diene es als Vorlage, als ein zu optimierendes Muster. Ähnlich sah es Nuri Sahin. „Etwas Besseres als das heutige Spiel kann uns nicht passieren. Wir wissen, was wir falsch gemacht haben, wo wir uns konkret verbessern müssen“, sagte er. „Wir müssen die Phase der ersten 15 bis 20 Minuten verlängern auf 50, 60, 80, am besten 90 Minuten. Dann haben wir eine große Chance.“

Es ist zu spüren, im Bremer Lager spekulieren sie stark auf einen Pokaleffekt. Zahlreiche magische Nächte hat es am Osterdeich bereits gegeben, nun soll dort, wo die Weser einen großen Bogen macht, unter Flutlicht ein neues Kapitel geschrieben werden. Starke Bayern hin, Auswärtsniederlage her. „Das wird eine ganz andere Geschichte“, ist sich Claudio Pizarro sicher. Solche Worte klingen schnell abgedroschen, wie eine billige Floskel. Wer die Sturm-Legende aber spitzbübisch lächeln sieht, während er sie ausspricht, der fühlt den wahren Kern dieser Aussage. Werder redet sich nicht nur stark. Werder glaubt daran.

Hoffen auf den Faktor Weserstadion

So wie viele Fans. Schon im Vorfeld des Bundesligaspiels wurde immer wieder gerätselt, welche Partie denn nun die wichtigere sei. Nicht selten wurde das Pokal-Halbfinale genannt. Spätestens als das 0:1 feststand, ging der Blick endgültig nach vorne. Etwas Großes steht an. Etwas Großes ist erreichbar. Im kleinen Bremen. Gegen die großen Bayern. Welch passenderen Rahmen als das Weserstadion könnte es also für solch ein Spiel geben. „Das ist immer ein riesiger Faktor“, sagte auch Sportchef Frank Baumann mit Blick auf einen möglichen Heimvorteil. „Mittwoch wird eine außerordentliche Stimmung herrschen, die Fans werden uns nach vorne peitschen.“

Mit anderen Worten: In München mag Werder nach dem Veljkovic-Aussetzer lange Zeit in Unterzahl gespielt und sich so um ein besseres Ergebnis gebracht haben. Nun aber soll die Revanche her, die Umkehrung. Dank der Unterstützung von den Rängen, des viel zitierten zwölften Mannes, gibt es im Idealfall von Beginn an eine Überzahlsituation der besonderen Art. „Wir werden versuchen, die Bayern ein bisschen zu ärgern und sehen, was dabei herauskommt“, kündigte Frank Baumann an. Und am schönsten brachte es eigentlich Chef-Optimist Claudio Pizarro in seiner ureigenen Art und Weise auf den Punkt: „Wir glauben, dass wir eine Chance haben, ins Finale zu kommen“, sagte er schelmisch grinsend. So ganz richtig lagen die Bayern-Fans mit ihren Schmähgesängen also wohl doch nicht.

Dies ist ein Artikel der "Mein Werder"-Redaktion des WESER-KURIER

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Dies ist ein Artikel der "Mein Werder"-Redaktion des WESER-KURIER

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