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NWZonline.de Sport Fußball 1.Bundesliga Mein Werder

„Ludde“ rennt

14.03.2019

Bremen Der 29. September 2018 war ein verrückter Fußballsamstag in der Stuttgarter Mercedes-Benz-Arena: Werder spielte bei der 1:2-Niederlage zum Teil berauschenden Fußball, Milos Veljkovic flog mit Gelb-Rot vom Platz, VfB-Torwart Ron-Robert Zieler verursachte ein kurioses Einwurf-Eigentor, Werder-Trainer Florian Kohfeldt wechselte in Unterzahl zwei Stürmer für zwei Defensivspieler ein – und Ludwig Augustinsson durfte ausnahmsweise nicht durchspielen. Es sind die einzigen 22 Minuten, die dem Schweden in dieser Saison zu einer 100-prozentigen Einsatzbilanz fehlen.

Auch beim 4:2 gegen den FC Schalke am vergangenen Freitag stand Augustinsson beim Abpfiff auf dem Rasen, was angesichts seiner schwachen Leistung zumindest für externe Beobachter keine Selbstverständlichkeit darstellte. Dreimal erhielt er in den Einzelkritiken der lokalen Medien die Note fünf, einmal eine Sechs. Angesichts eines ansonsten ordentlichen Werder-Auftritts inklusive herausragender Akteure wie Max Kruse, Milot Rashica und Jiri Pavlenka war die Diskrepanz bemerkenswert. Augustinsson ist der Mann bei Werder, bei dem sich momentan am schwierigsten festhalten lässt, ob seine Entwicklung in die richtige Richtung geht, ob er im Formtief steckt oder Achterbahn fährt.

„Grundsätzlich bin ich superzufrieden mit ihm, aber man darf auch nicht weglügen, dass er in der letzten Zeit den einen oder anderen individuellen Fehler zu viel gemacht hat“, sagte Florian Kohfeldt in einer Medienrunde am Dienstag. Dass diese Aktionen Journalisten wie Fans im Gedächtnis bleiben, sei völlig legitim, betonte der Trainer, der ansonsten aber nichts auf seinen Dauerbrenner aus Stockholm kommen lässt.

Augustinsson wird im Training geschont

Gegen Schalke hätte Augustinsson nach nicht einmal sechs Minuten beinahe das 0:1 verursacht. Breel Embolo, an den er in einem geistesabwesenden Moment den Ball verlor, sollte ihm im Spielverlauf noch mehrmals Probleme bereiten. Vor dem ersten Tor des Schalker Stürmers prallte Augustinsson im Zweikampf an ihm ab, beim zweiten Tor nach einer Ecke hatte er nur Augen für Embolo, aber nicht für den Ball. „So kannst du nicht verteidigen, das geht einfach nicht“, hatte Kohfeldt direkt nach dem Spiel in einem seltenen Anflug individueller Spielerschelte gesagt. Es folgte schon vor der offiziellen Analyse am Dienstag ein Gespräch zwischen Trainer und Linksverteidiger. „Dass das ein Fehler ist, weiß er auch“, sagte Kohfeldt.

Ihm mal eine Pause zu gönnen, daran habe er bislang nicht gedacht – zumindest nicht im Spiel. Im Training gehört Augustinsson dagegen zu den Profis, für die die sogenannte „individuelle Belastungssteuerung“ scheinbar erfunden wurde. Auch in dieser Woche, die aufgrund des Leverkusen-Spiels am Sonntag auf fünf Trainingstagen besteht, wird der 24-Jährige kürzertreten. „Das hat damit zu tun, dass er in der Länderspielpause mit ziemlicher Sicherheit zwei Spiele macht“, erklärte Kohfeldt, der ab nächster Woche auf Augustinsson verzichten muss.

Die Schweden treffen in der EM-Qualifikation am 23. März auf Rumänien und sind am 26. März in Norwegen gefordert. „Ihr Nationaltrainer hat genau wie wir ein Interesse daran, dass Ludde gesund und frisch ist. Schweden will zur Europameisterschaft. Da würde ich ihn auch spielen lassen“, sagte Kohfeldt über sein nach eigenen Angaben „proaktives kollegiales Verhalten“, Augustinsson zu schonen.

Kohfeldt lobt Augustinssons Stärken

Der erklärte vor ein paar Monaten im Mein-Werder-Interview, dass er es durch Europapokal-Spiele mit dem FC Kopenhagen ohnehin gewohnt sei, drei Spiele pro Woche zu machen. Das Dauerbrenner-Dasein sei von daher „normal“ für ihn. „Vielleicht fällt es mir dadurch etwas schwerer, zu merken, dass ich müde bin“, sagte Augustinsson. „Als Spieler sagst du immer: Kein Problem, ich kann das. Du hast einfach diese Mentalität.“ Ex-Kollege Thomas Delaney attestierte ihm einst, ein „24-Stunden-Profi“ zu sein.

Augustinssons Standing bei Kohfeldt wird deutlich, wenn der Trainer, auf die negative Kritik angesprochen, zum ausgiebigen Referat über die Qualitäten seines Schützlings ansetzt. „Ludde ist gesetzt bei mir. Ich bin mir sicher, dass das in den nächsten Wochen nicht mehr passieren wird“, sagte er über dessen Aussetzer. „Es steht ein bisschen konträr zu seiner Grundentwicklung.“ Augustinsson löse ganz viele Situationen auf kluge Weise, die nicht so offensichtlich seien. „Zum Beispiel verhält er sich gut im Eins-gegen-zwei, verzögert gut und weiß, wann er rauskommen muss. Im Gegenpressing ist er enorm wichtig, da macht er fast nie einen Fehler“, sagte Kohfeldt. Die Außenverteidiger müssten in seinem System bei Ballbesitz auch ein gewisses Risiko gehen, „weil sie sich dann als reine Offensivspieler verstehen“.

Und so klingen keinerlei Zweifel durch, wenn der Trainer über Augustinsson spricht, der im Sommer 2017 nach Bremen wechselte. „Ludde ist ein Spieler, der Rhythmus braucht. Zu einer Pause wie in dieser Woche musst du ihn fast zwingen“, sagte Kohfeldt. Oder es müssen verrückte Dinge zusammenkommen wie damals in Stuttgart.

Dies ist ein Artikel der "Mein Werder"-Redaktion des WESER-KURIER

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