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NWZonline.de Sport Fußball 1.Bundesliga Mein Werder

Namensrechte vom Weserstadion werden verkauft

01.06.2019

Bremen Es gibt nicht viele Klubs in der Fußball-Bundesliga, die die Namensrechte an ihren Stadien noch nicht verkauft haben. Borussia Mönchengladbach gehört dazu, Hertha BSC Berlin, ab der neuen Saison Aufsteiger Union Berlin. Bisher zählte auch Werder Bremen zu diesem Kreis, mit Beginn der neuen Saison wird sich das ändern. Der Klub steht kurz vor dem Verkauf der Namensrechte des Weserstadions. Nach Informationen von Mein Werder soll in der kommenden Woche ein Vertrag mit der „Wohninvest Holding GmbH“ unterschrieben werden.

NWZ-Kommentar: Verkauf der Namensrechte ist für viele Fans unverständlich

Das Immobilien-Unternehmen aus Fellbach bei Stuttgart zahlt drei Millionen Euro pro Jahr, die Laufzeit des Vertrags beträgt zehn Jahre, das ergibt ein Gesamtvolumen von 30 Millionen Euro. Für die ersten drei Jahre erhält Werder eine Bankbürgschaft. Als Gegenleistung wird das Unternehmen seinen Namen nur hinzufügen, eine komplette Umbenennung wird es nicht geben: Ab dem 1. Juli heißt das Weserstadion „Wohninvest Weserstadion“. Eine Stellungnahme wollte Werder auf Nachfrage nicht abgeben.

Die Wohninvest Holding GmbH handelt mit Gewerbeimmobilien, die Umsätze sind in den letzten Jahren stark gewachsen. Bisher handelt das Unternehmen hauptsächlich in Süddeutschland mit Immobilien, durch das Engagement bei Werder soll nun auch der Markt im Norden stärker erschlossen werden. In die Schlagzeilen geriet das Unternehmen im Frühjahr 2017 aufgrund einer Personalie, als der bei der Kreissparkasse Waiblingen wegen Untreuevorwürfen entlassene Vorstand Bernd Fickler zum Geschäftsführer ernannt wurde. Das Verfahren wurde später gegen Zahlung einer Geldsumme eingestellt. Fickler arbeitet mittlerweile in anderer Position im Unternehmen.

Bis 2018 hielt EWE die Namensrechte

Neu ist der Verkauf der Namensrechte des Weserstadions nicht. Von 2008 bis 2018 gab es einen Vertrag mit dem Oldenburger Versorgungsunternehmen EWE über drei Millionen Euro jährlich. Darin enthalten waren neben Bandenwerbung, einer Loge im Stadion und weiteren Leistungen auch die Namensrechte. Allerdings aktivierte EWE dieses Recht nicht. Angeblich aus Sorge, dass dieser Vertrag im Zuge einer Strompreiserhöhung bei den Kunden für Unmut sorgen könnte. Es gab seitens EWE den Versuch, den Vertrag zu modifizieren und die Namensrechte heraus zu nehmen, Werder willigte jedoch nicht ein.

Mit dem Erlös von drei Millionen Euro pro Saison dürfte Werder im Ligavergleich im Mittelfeld liegen. Branchenführer ist der FC Bayern mit geschätzt rund sechs Millionen Euro, gleichauf liegt der FC Schalke 04. Der 1. FC Köln soll 3,5 Millionen kassieren, Eintracht Frankfurt drei. Die Werksklubs Leverkusen und Wolfsburg liegen laut Branchenschätzungen bei 2,5 Millionen.

Der Verkauf der Namensrechte ist ein schwieriges Feld. Dass das Stadion in Mönchengladbach seit dem Umbau im Jahr 2004 noch immer Borussen Park heißt, ist keineswegs geplant gewesen. Bis heute hat sich kein passender Partner gefunden. In Berlin sind der Hertha die Hände gebunden, da der Klub nicht Besitzer des Stadions ist und die Rechte nicht verkaufen darf. Werder hat bereits Anfang 2017, eineinhalb Jahre vor Auslaufen des Vertrags mit EWE, mit der Suche eines Nachfolgers begonnen – lange Zeit ohne Erfolg.

Verschiedene Verkaufsmodelle standen zur Diskussion

Es gab nach Informationen von Mein Werder verschiedene Modelle, das Namensrecht zu veräußern. Neben dem kompletten Verkauf, bei dem das Stadion nur den Namen des Unternehmens getragen hätte, gab es auch die Idee eines Teilverkaufs wie jetzt praktiziert. Angedacht war auch, das Stadion durch einen Sponsoren zu präsentieren. Und es gab die sogenannte Fluchtlichtlösung, bei der vier Bremer Unternehmen die Namensrechte erworben, diese aber nicht verändert hätten. Gespräche wurden geführt, es gab aber keine Bereitschaft. Diskutiert aber schnell verworfen wurde auch die Möglichkeit, das Geld über die Erhöhung der Kartenpreise zu generieren.

Jetzt ging alles erstaunlich schnell, innerhalb von nur drei Monaten wurden die Verhandlungen abgewickelt. Für die Bremer Weser-Stadion GmbH (BWS), Inhaber des Stadions und zu je 50 Prozent im Besitz Werder Bremens und des Landes Bremens, ein wichtiger Schritt. Sie bedient die Kredite für die beiden großen Umbauten des Stadions aus den Jahren 2002 und 2008, die sich auf über 70 Millionen Euro belaufen und bis ins Jahr 2051 reichen. Ohne die drei Millionen Euro, so ist zu hören, habe der BWS die Insolvenz gedroht. Vergangene Saison kam Werder für den Fehlbetrag auf, ab der kommenden Saison ist es nun die Wohninvest Holding GmbH.

Dies ist ein Artikel der "Mein Werder"-Redaktion des WESER-KURIER

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Dies ist ein Artikel der "Mein Werder"-Redaktion des WESER-KURIER

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