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NWZonline.de Sport Fußball 1.Bundesliga Mein Werder

Osakos Verletzung: Da muss man den Ärger verstehen

15.02.2019

Bremen Wie viele Spiele sollte ein Spieler pro Saison absolvieren? Wann ist die Belastungsgrenze erreicht? Wann ist sie überschritten? Im Fall Yuya Osako hat Werder jetzt die Bremse gezogen. Für die Copa America verweigert der Klub eine Freigabe. Nach der WM vergangenen Sommer und dem gerade beendeten Asiencup wäre die Copa America das dritte Turnier innerhalb eines Jahres, das Osako spielen würde. Japan nimmt an der vom 14. Juni bis 7. Juli in Brasilien ausgetragenen Copa America als Gastmannschaft teil.

„Yuya möchte natürlich seiner Nationalmannschaft helfen, aber der Verband und Werder Bremen sollten darauf achten, einen der wichtigsten japanischen Nationalspieler nicht zu verheizen“, sagt Baumann zur Entscheidung, Osako nicht freizugeben. Osako steht damit für ein Problem, das viele im Fußball sehen, für das es jedoch keine Lösung zu geben scheint: Aufgrund wirtschaftlicher Interessen wird der Rahmenterminkalender stetig aufgefüllt. Einhergehend steigt die Belastung der Spieler. Werder bekommt dies nun unmittelbar zu spüren.

Beim Asiencup zog sich Osako eine Sehnenreizung im Rücken zu, gespielt hat er in den Vereinigten Arabischen Emiraten dennoch. Zurück in Bremen, fällt er nun aufgrund dieser Verletzung aus. „Mit Schmerzen zu spielen, ist nichts Ungewöhnliches“, sagt Baumann und zieht einen Vergleich: „Im Halbfinale einer Europameisterschaft würde man solche Dinge eingehen, gerade bei Top­spielern.“ Deshalb hat Baumann durchaus Verständnis für die Entscheidung, Osako ­einzusetzen – sowohl „beim Verband als auch beim Spieler“.

Die Konsequenzen bekomme nun allerdings Werder zu spüren: „Wir mussten während des Turniers auf Yuya verzichten, jetzt müssen wir das weiterhin. Das ist unglücklich.“ Baumann betont, dass es bei der Entscheidung, Osako für die Copa America nicht freizugeben, um eine grundsätzliche Haltung gehe. Zum einen sei es wichtig, Spieler vor Überbelastung zu schützen. Zum anderen aber geht es auch um die Frage: „Wie wichtig sind die Klubs, wie wichtig sind die Nationalmannschaften?“

„Wir dürfen das Rad nicht immer weiterdrehen“

Baumann hat, um die Frage zu illustrieren, eine simple Rechnung aufgestellt. Hätte Osako das Turnier in Südamerika gespielt, wäre er in knapp 13 Monaten etwa 16 Wochen für Japan unterwegs und im Einsatz. Nicht mit eingerechnet sind die beiden Länderspielabstellungen im vergangenen Oktober und ­November, die rund drei zusätzliche Wochen bedeuteten. Fast fünf Monate, in denen Osako nicht für Werder gespielt hat, aber von Werder bezahlt wurde. „Da muss man den ­Ärger verstehen“, sagt Baumann und betont erneut, „dass das nicht nur für Japan gilt, sondern für alle“.

Neu ist diese Diskussion nicht, schon seit zehn, 15 Jahren wird darüber diskutiert. Verändert hat sich in dieser Zeit wenig, die Zahl der Spiele aber schon. Die Frage, warum Japan bei der Copa America mitspielt, der Kontinentalmeisterschaft Südamerikas, ist naheliegend. Das wäre, als würde Japan als Gast bei der Europameisterschaft mitkicken. Ein sportlicher Sinn ist darin nicht zu erkennen. Das Teilnehmerfeld der Copa wird mit Japan und Katar als zweites Gastland aufgefüllt, um mehr Spiele zu haben. Mehr Spiele, das ist eine erprobte Gleichung im Fußball, bedeuten mehr Einnahmen. Baumann wünscht sich, dass der Rahmenterminkalender besser abgestimmt wird, damit die Spieler besser regenerieren können. Denn, so sagt er, „wir dürfen das Rad nicht immer weiterdrehen“. Etwas Gegenteiliges ist aber derzeit nicht in Sicht.

Dies ist ein Artikel der "Mein Werder"-Redaktion des WESER-KURIER

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Dies ist ein Artikel der "Mein Werder"-Redaktion des WESER-KURIER

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