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NWZonline.de Sport Fußball 1.Bundesliga Mein Werder

„Zehn Sekunden Panik“ nach Klaassens Tor

15.04.2019

Bremen Die 76. Minute gegen Freiburg war die emotionalste im ganzen Spiel. Gerade hatte sich der bei jedem Ballkontakt bejubelte Claudio Pizarro auf der rechten Seite durchgesetzt und scharf nach innen geflankt. Dort kam der Ball über Nuri Sahin und Milot Rashica zu Davy Klaassen, der den Ball aus kurzer Distanz ins Tor köpfte. Endlich das erlösende 1:0! Dachten fast alle. Die Fans tobten vor Freude, als sich Klaassen mit einem wilden Jubel vor ihnen aufbaute. „Dieser Moment nach meinem Tor war besonders“, erzählte der Niederländer später, „deshalb habe ich so geschrien vor der Fans. Es war ein schwieriges Spiel. Das Tor war wie eine Befreiung.“ Doch ob dieses Tor auch wirklich ein Tor war, schien plötzlich mehr als fraglich. Als die Szene in guter Absicht auf der Videowand gezeigt wurde, stürmten Freiburgs Spieler protestierend auf Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus zu. Abseits? Für Werders Trainer Florian Kohfeldt war es zunächst „überhaupt keine klassische Abseitssituation. Ich habe gar nicht über Abseits nachgedacht. Und dann hat mich der Trainerkollege von der anderen Seite relativ lautstark darauf aufmerksam gemacht, dass es abseits ist.“

Davon ging auch Torschützer Klaassen aus, als er die ersten Bilder im Stadion sah: „Als es durch den Videobeweis überprüft wurde, dachte ich: Die müssen das ja sehen, jetzt zählt das Tor bestimmt nicht. Aber dann gab es noch eine andere Perspektive, wo man sehen konnte, dass es doch kein Abseits war.“

Bis dahin erlebte Kohfeldt „zehn Sekunden Panik“ auf der Bank: „Diese Sekunden waren nicht so entspannt. Blickkontakt zu Christian Streich, dann zu meinem Co-Trainer Thomas Horsch. Von unserer Bank kam aber direkt das Signal: Alles gut. Da war ich beruhigt.“

Klaassen: „Wir haben uns den Sieg verdient“

Denn es ging ja nicht um irgendein Tor. Sondern um den Treffer, den Werder so dringend brauchte in diesem zähen Spiel gegen das Freiburger Defensiv-Bollwerk. „So ein Spiel kann auch immer 0:0 ausgehen, wir waren nicht genau genug gegen diesen gut organisierten Gegner“, räumte Klaassen ein, „da denkst du manchmal: Heute ist nicht unser Tag. Aber wir blieben dran und haben uns den Sieg deshalb auch verdient.“

Wieder gelang also Klaassen ein wichtiges Tor, wie zuletzt schon beim 1:1 in Mönchengladbach und beim 2:0-Sieg im Pokal-Viertelfinale auf Schalke. „Er ist gut drauf, das haben wir ja schon vor dem Spiel thematisiert“, lobte Kohfeldt und erklärte: „Wir haben Davy etwas weiter vorne platziert im Spiel im Vergleich zu Maximilian Eggestein, der etwas tiefer agierte wegen der Konterabsicherung. Einer muss halt die Balance halten, das ist ganz wichtig.“ Diese Balance verlor aber auch Eggestein kurz, als er das vermeintliche Abseitstor auf der Videowand sah. „Es ist dann vielleicht nicht so besonders schlau, die Szene noch einmal einzuspielen im Stadion – wenn sich dann zehn Freiburger aufregen“, meinte der Mittelfeldspieler, „die Szene sah sehr kritisch aus, in dem Moment habe ich gehofft, dass die Regel gilt: im Zweifel für den Angreifer.“

Eine Regel, die es so zwar offiziell nie gab im professionellen Fußball – aber es war ja auch kein Abseitstor. Ohnehin nahm Kohfeldt das Einspielen auf der Videowand gelassen hin, denn: „Wir wollen die Zuschauer im Stadion ja mitnehmen.“ Das gelang in jedem Fall. Die meisten Fans werden sich ohnehin mehr auf den wild jubelnden Klaassen konzentriert haben. Was er da genau geschrien hat, wusste er später selbst nicht mehr. Aber es musste in dem Moment einfach raus.

Dies ist ein Artikel der "Mein Werder"-Redaktion des WESER-KURIER

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Dies ist ein Artikel der "Mein Werder"-Redaktion des WESER-KURIER

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