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NWZonline.de Sport Fußball 1.Bundesliga Mein Werder

Das doppelte Millionenspiel

17.05.2019

Nehmen wir einfach mal an, alles läuft genauso, wie es sich die Werder-Fans erträumen: Die Bremer schlagen am letzten Spieltag Leipzig, während Wolfsburg und Hoffenheim beide nicht gewinnen. Werder würde in diesem Fall auf Platz sieben klettern, in der Europa-League-Qualifikation antreten und die Kasse könnte klingeln. In der Gruppenphase der Europa League kann mit Mindesteinnahmen im hohen einstelligen Millionenbereich kalkuliert werden. Klingt schon einmal sehr gut, doch der Sprung auf Platz sieben könnte noch einen angenehmen Nebeneffekt haben. Werder könnte dadurch ebenfalls einen Platz in der Fernsehgeld-Wertung gutmachen, was noch einmal rund zwei Millionen Euro mehr aus dem TV-Topf bringen würde. Aktuell liegen die Bremer in dem Ranking, nach dem die TV-Gelder für die kommende Saison vergeben werden, auf Rang zehn. Es besteht aber die Möglichkeit, den Neunten Hertha BSC zu überholen.

Eine offizielle Fernsehgeld-Tabelle ist nicht einsehbar. Gunnar Heckmann betreibt daher seit mehr als zehn Jahren die Internetseite fernsehgelder.de. Der Bankkaufmann aus Karlsruhe listet stets aktuell auf, welcher Klub wie viel Geld aus dem TV-Topf bekommen würde. „Die gute Nachricht für die Bremer ist, dass sie am letzten Spieltag nicht mehr abrutschen können“, sagt Heckmann. Nach oben geht dagegen noch etwas. Was muss also passieren, damit Werder Hertha im TV-Ranking überholt? „Werder müsste in der Bundesliga-Tabelle auf Platz sieben springen und Hertha müsste einen Platz abrutschen“, erklärt Heckmann. Sollten die Berliner gegen Leverkusen verlieren, könnte Düsseldorf durch einen Sieg gegen Hannover vorbeiziehen.

Selbst wenn sich die Bremer auf diese Art in der Fernsehgeld-Tabelle auf Rang neun verbessern sollten, würden sie etwas schlechter dastehen als im Vorjahr. Da belegten sie Platz acht, was Einnahmen von 53 Millionen Euro brachte. Jetzt stünden Werder als Zehnter des Rankings 52 Millionen Euro zu, als Neunter wären es 54 Millionen Euro. Da der TV-Vertrag eine sukzessive Steigerung der Auszahlungen vorsieht, sind im Topf 1,16 Milliarden Euro statt 1,08 Milliarden Euro in der Vorsaison. 

Leipzigs großer Sprung

Dass Werder trotz einer guten Saison in der Fernsehgeld-Tabelle keinen Sprung nach oben macht, liegt an Frankfurt und Leipzig, die beide vorbeigezogen sind. Die Eintracht profitiert von ihrer starken Saison. Leipzig hat einen mächtigen Satz von Position 13 auf sechs gemacht, was an der komplizierten Berechnung der TV-Geld-Wertung liegt. Zähler für das Ranking sammeln die Vereine nur in den ersten zwei Ligen. Leipzig stieg erst 2014 in die zweite Liga auf, für die Jahre davor gab es keine Punkte. Seit dieser Saison sind die Jahre in den unteren Spielklassen bei RBL aber aus der Wertung gefallen.

Das TV-Ranking beruht auf vier Säulen. Die wichtigste Säule heißt „Bestand“ und entscheidet über 70 Prozent der Fernsehgelder. Dabei zählen die Platzierungen der vergangenen fünf Spielzeiten im Verhältnis 5:4:3:2:1. 23 Prozent der Gelder hängen ab von der Säule „Wettbewerb“, die ebenfalls auf der Fünf-Jahres-Wertung basiert. Der Unterschied zur Wertung „Bestand“ ist, dass die zwei Bundesligen nicht getrennt gewertet werden und dass die ersten sechs Klubs die identische Summe erhalten. Die anderen beiden Säulen „Nachhaltigkeit“ (20-Jahres-Wertung) und „Nachwuchs“ (in Deutschland ausgebildete U 23-Akteure) machen nur einen geringen Anteil aus.

Dies ist ein Artikel der "Mein Werder"-Redaktion des WESER-KURIER

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