• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Sport Fußball 1.Bundesliga Mein Werder

Der kriselnde Holländer

24.12.2018

Es ist noch gar nicht so lange her, da passte auf die Leistungen von Davy Klaassen das Attribut „Weltklasse“. Florian Kohfeldt höchstselbst hatte dieses Lob bemüht, nachdem der Niederländer im September mit einem mitreißenden Spiel große Anteile am 3:1-Heimerfolg über Hertha BSC hatte. Auch gegen RB Leipzig lieferte Werder nun ein Spiel ab, das kaum jemanden in den Sitzen hielt. Doch nicht nur ging die Partie mit 2:3 verloren – auch vom Leistungsträger Davy Klaassen, der die Fans zum Saisonstart noch verzückt hatte, war wenig zu sehen.

Der Niederländer machte das Defizit vor allem an der Chancenauswertung fest: „Wir kreieren viele Chancen, aber treffen zu wenig“, diagnostizierte Klaassen das, was auch seine Teamkollegen sehr ähnlich wahrgenommen hatten. Milot Rashica, Johannes Eggestein, gegen Spielende auch Yuya Osako – sie alle ließen beste Chancen liegen. Klaassen tat das nicht. Denn: Klaassen wurde nicht ein einziges Mal in die richtige Situation für einen Abschluss gebracht. Oder: Brachte sich selbst nicht in entsprechende Situationen.

Mit Ende der Hinrunde stehen nur zwei eigene Treffer für Klaassen zu Buche. Noch vor zwei Jahren hatte der offensive Mittelfeldmann eine Saison in der niederländischen Eredivisie mit 14 Treffern für Ajax Amsterdam beendet. Seine Torgefahr ist eine der Eigenschaften, die den Allrounder im Zentrum in der Vergangenheit auszeichneten. Werder gelingt es bislang noch nicht, Klaassens effizienten Abschluss und sein Gespür dafür, sich in den Rückraum abzusetzen, gewinnbringend zu nutzen.

Das lag noch am Mittwoch gegen Hoffenheim auch daran, dass Klaassen übersehen wurde, als etwa Osako vor dem Tor nur noch einmal hätte querlegen müssen. Gegen Leipzig aber hatte es auch damit zu tun, dass Klaassen die komplette Partie über nahezu unsichtbar blieb. Als linker Achter agiert Klaassen eigentlich auf einer Position, von der aus sich leicht Einfluss auf das Spielgeschehen nehmen lässt. Immerhin 37% aller Angriffe spielte Werder über die linke Seite, doch Klaassen erreichte lediglich 32 Ballkontakte. Nur Johannes Eggestein (30) und Milot Rashica (27), die offensiven Außen also, waren von Werders Startspielern seltener am Ball – und wurden noch dazu 20 respektive 28 Minuten vor Klaassen ausgewechselt, hatten also weniger Zeit, um Aktionen zu sammeln.

Nun ist allein eine hohe Frequenz an Ballbesitzphasen noch kein Gütesiegel dafür, auch viel mit der Kugel anfangen zu können. Auch, dass Kevin Möhwald (73 Kontakte) und Maximilian Eggestein (stolze 109 Ballaktionen) involvierter waren als Mittelfeld-Kollege Klaassen, muss nicht nachdenklich stimmen, spielten beide doch im Verlaufe der Partie auf der im Spielaufbau weitaus stärker eingebundenen Sechserposition. Problematisch wird Klaassens Passivität in dem Moment, in dem lediglich 56 Prozent aller Pässe zum Mitspieler gelangen – 21 Prozent unter dem Mannschaftsdurchschnitt.

Es lässt sich nicht anders ausdrücken: Den Leipzigern war es gelungen, Klaassen, von dem zu Saisonbeginn noch vermutet worden war, er könnte in Werders Offensive eine ähnlich prägende Rolle wie Max Kruse einnehmen, völlig aus dem Spiel zu nehmen. Von sieben geführten Zweikämpfen gewann Klaassen einen einzigen. Die Partie lief über weite Strecken am Niederländer vorbei, und es war nicht der erste Auftritt der letzten Wochen, in dem Klaassens charakteristische Versuche, das Spiel schnell zu machen, in leichten und mitunter gefährlichen Abspielfehlern mündeten.

Der Einsatz ist Klaassen kaum abzusprechen. Schon gegen Dortmund hatte der 13-Millionen-Euro-Zugang mit seiner Rettungsaktion auf der Linie gezeigt, dass er kämpferisch alles versucht, um der Mannschaft zu helfen. Allerdings wirkt Klaassen, der sich seit Saisonbeginn konstant in den Top 10 der laufstärksten Spieler der Liga befindet, mittlerweile etwas müde. Auch gegen Leipzig war der Dauerläufer viel unterwegs (respektable 11,04 Kilometer), aber teamintern eher im Mittelfeld der Laufstatistiken zu finden. Nach einer anstrengenden Hinserie und aus einem nahezu komplett spielfreien Jahr bei Everton kommend wird es Klaassen nicht schaden, über die Weihnachtstage seine Akkus wieder aufladen zu können.

Dass er mehr kann als zuletzt gezeigt, hatte Klaassen bereits zu Herbstbeginn angedeutet. Und auch gegen Leipzig gab es einzelne Szenen, in denen der Niederländer zumindest seine starke Übersicht andeutete – etwa mit einem schönen Pass auf Osako kurz nach Joshua Sargents zwischenzeitlichem Ausgleichstreffer (79. Minute). Will Werder in der Rückrunde die europäischen Plätze angreifen, benötigt es einen Klaassen in Topform. Ob es dann auch wieder „Weltklasse“ zu bestaunen geben wird, dürfte ihn sein Trainer im Zweifel wissen lassen.

Wer war euer "Man of the Match" gegen Leipzig?

Dies ist ein Artikel der "Mein Werder"-Redaktion des WESER-KURIER

MEINWERDER.DE
Dies ist ein Artikel der "Mein Werder"-Redaktion des WESER-KURIER

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.