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NWZonline.de Sport Fußball 1.Bundesliga Mein Werder

Eine Rakete zum neuen Jahr

21.01.2019

Diese Geschichte fällt wohl unter die Kategorie „Ironie des Schicksals“: Werder brannte im Auswärtsspiel bei Hannover 96 ein Chancenfeuerwerk ab, zeigte aber dieselben eklatanten Schwächen im Abschluss, die schon vor der Winterpause gegen die TSG Hoffenheim und RB Leipzig zu Punktverlusten geführt hatten. Dafür, dass der Pflichtspielauftakt ins Fußball-Jahr 2019 doch noch glückte, sorgte dann ausgerechnet einer, der schon als Chancentod verschrien war: Milot Rashica.

Ein knappes Jahr nach seiner Verpflichtung von Vitesse Arnheim scheint der Kosovare bei Werder angekommen. In vier der letzten fünf Spiele fand Rashica sich in Florian Kohfeldts Startelf wieder, so auch gegen Hannover. Das Tor des Tages in der 32. Spielminute war dabei nicht einmal allzu repräsentativ für die Elemente, die Rashicas Spiel eigentlich ausmachten: Vielmehr staubte der 22-Jährige aus kurzer Distanz ab. Vorher hatte zunächst Max Kruse Maximilian Eggestein steil geschickt, ehe Martin Harnik dessen Hereingabe per Hacke aufs Tor der Niedersachsen bringen konnte. Michael Essers Parade flipperte zu Rashica, der hatte leichtes Spiel.

Davor und danach war es vor allem hoher Aufwand, der die Spielweise des Angreifers prägte. Rashica setzte in den 80 Minuten bis zu seiner Auswechslung zu 28 Sprints an – bei Werder erreichte nur Ludwig Augustinsson (29) einen höheren Wert. Die Bemühungen der Bremer „Rakete“ trugen durchaus Früchte: Starke neun Abschlussbeteiligungen Rashicas bedeuten den geteilten Spitzenplatz neben Max Kruse. Und mit 24 Zweikämpfen bestritt Rashica sieben mehr als der zweitbeste Werderaner – auch, wenn der Tempodribbler in Grün und Weiß aufgrund einiger Fouls im Rückwärtsgang und seiner üblichen riskanten Spielweise im Vorwärtsgang nur ein Drittel dieser Duelle sauber für sich entscheiden konnte.

Dass Rashica einen ungemeinen Einfluss auf das Bremer Spiel nimmt, lässt sich kaum noch bestreiten: Einerseits zeigen etwa Statistiken wie die Expected Goals, die den Chancen, die Rashica sich erarbeiten konnte, eine enorm hohe Qualität in der Wertigkeit von im Schnitt 1,10 Toren beimessen, dass kein anderer Bremer derzeit für eine vergleichbare Gefahr sorgt. Andererseits geht die spielerisch-taktische Entwicklung Rashicas stetig voran.

Die Entwicklung wird sichtbarer

Von einem relativ klassischen Flügelspieler ist der Nationalspieler des Kosovo mittlerweile zu einer offensiven Allzweck-Waffe gereift, die auch die Wege in die Abwehr mitmacht und zusehends cleverer gegen den Ball arbeitet. Sinnbildlich für Rashicas Spiel stand eine Szene in der 77. Minute, einer der letzten Aktionen vor seiner Auswechslung zugunsten von Nachwuchsstürmer Josh Sargent: Im Mittelfeld übte Rashica trotz der späten Spielphase noch Druck auf den ballführenden Gegenspieler aus, gelangte selbst in Ballbesitz, zog in Strafraumnähe von links ins Zentrum und schloss mit einem starken Rechtsschuss ab. Einmal mehr war es nur Esser, der einen Einschlag verhinderte.

Schon in der 27. Minute hatte Rashica sich an seinen Treffer herangetastet, als Esser nach Kruse-Zuspiel einen sehenswerten Volley entschärfen musste. Grundsätzlich wurde Rashica vor allem dann gefährlich, wenn er links versetzt in einer Doppelspitze agieren konnte. Als linker Mittelfeldspieler in einem 4-4-2, wie Werder es kurz nach dem Seitenwechsel auf den Platz brachte, war der Weg für Rashica oft zu weit, um in gefährliche Situationen zu gelangen. Dafür zeigte er sich, wie die gesamte Bremer Mannschaft, gegen den Ball aktiver als noch in der Hinrunde: Vier erfolgreiche Tacklings für einen Offensivspieler sprechen eine eindeutige Sprache.

Zweifellos fehlte Rashica bei allen starken Voraussetzungen auch noch einiges zu einer perfekten Partie: In direkten Duellen kann Rashicas Entscheidungsfindung noch weiter reifen. Die Standards, die der Kosovare am Sonnabend treten durfte, waren oft nur kniehoch angesetzt und ungefährlich. Und auch bei manchen Gegenstößen, während derer Rashica viele Meter mit Ball zurücklegen musste, fehlte beim finalen Pass bisweilen die Präzision. Insgesamt 24 Ballverluste sind angesichts Rashicas Spielweise zwar teilweise einkalkuliert, es bleibt aber Luft nach oben. Dennoch: Die Entwicklung beim einstigen Sieben-Millionen-Einkauf ist positiv. Hält Rashicas Formkurve, dürfte er neben Max Kruse im Werder-Angriff nahezu gesetzt sein – und noch häufiger den Unterschied zu Bremer Gunsten machen.

Wer war euer "Man of the Match" gegen Hannover

Dies ist ein Artikel der "Mein Werder"-Redaktion des WESER-KURIER

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Dies ist ein Artikel der "Mein Werder"-Redaktion des WESER-KURIER

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