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In der Warteschleife

22.03.2019

Fast auf den Tag genau vor drei Monaten hat Yuya Osako sein bisher letztes Spiel für Werder Bremen bestritten. Bei der Niederlage in Leipzig am letzten Spieltag der Hinserie durfte Osako wenige Minuten nach seiner Einwechslung entscheidend am zwischenzeitlichen 2:2 mitwirken. Es war Osakos vierter Scorerpunkt der Saison – und vielleicht auch schon sein letzter.

Anfang Februar zeigte sich Werder „sehr überrascht“, dass der Spieler nicht spielfähig vom Asien-Cup zurückgekehrt war, und zwischen den Zeilen war schon zu erkennen, dass besonders Coach Florian Kohfeldt darüber auch überaus verärgert war. Und vermutlich immer noch ist, schließlich hat Osako seitdem sieben Pflichtspiele wegen seiner Rückenprobleme verpasst. Nimmt man die Abstellungszeit während der Asienmeisterschaft dazu, sind es schon zehn.

Mitte Februar schien die Leidenszeit für Werder und Osako vorbei, als der Japaner endlich wieder ins Mannschaftstraining einsteigen konnte. Aber auch einen Monat später hat es der Spieler noch immer nicht in den Spieltagskader geschafft, zuletzt gegen Leverkusen attestierte Kohfeldt ihm noch einen gewissen Trainingsrückstand. Wie schnell sich Osako wieder spielfit genug machen kann, um eine Alternative für die restlichen Partien zu werden, ist kaum zu prognostizieren.

Der Stammplatz scheint verloren

Die aktuelle Länderspielpause verbringt Osako in Bremen, nicht bei der japanischen Nationalmannschaft. „Yuya trainiert in dieser Woche individuell“, sagt Frank Baumann. Osako bereitet sich auf seine Rückkehr in die Mannschaft vor, das Ziel von Spieler und Verein sei klar, sagt Werders Sportchef: „Das Heimspiel gegen Mainz.“ Die Chancen stehen gut, eine klare Prognose will Baumann allerdings nicht abgeben. „Wir hoffen und gehen davon aus, dass es reicht. Man muss aber berücksichtigen, dass er schon lange raus ist.“ Ein Platz in der Startelf ist deshalb wohl unwahrscheinlich. „Wir müssen sehen, für wie viel es reicht“, so Baumann.

Dass Osakos Stammplatz nicht mehr selbstverständlich ist, hat auch andere Gründe. In der Zwischenzeit haben sich andere Spieler im Angriff positioniert. Werder hat in den zehn Pflichtspielen ohne Osako im Schnitt 2,1 Tore pro Partie erzielt und damit seinen Schnitt im Vergleich zur Hinserie um fast 0,5 Tore pro Spiel verbessert. Es gibt keinen direkten Zusammenhang zwischen Osakos Fehlen und Werders gesteigerter Torgefahr, in einigen Partien der vergangenen Wochen passten aber andere Spielerprofile deutlich besser und Osakos Kontrahenten nutzten ihre Chancen auch beeindruckend – allen voran Milot Rashica und Johannes Eggestein.

Zu Saisonbeginn waren die beiden Youngster aus einer Außenseiterrolle gestartet, Ra­shica war trotz einer ersten Halbserie in Bremen immer noch so etwas wie ein Lehrling in der Bundesliga, Eggestein war im internen Stürmer-Ranking sogar noch etwa dahinter angesiedelt. Rashica galt als der perfekte Ergänzungsspieler mit ein paar sehr speziellen Waffen, die sonst kein anderer Bremer Angreifer in der Art mitbringt.

Der gelernte Mittelstürmer Eggestein sollte sich auf dem Flügel oder als offensiver Achter erst noch umgewöhnen. Von einem Stammplatz waren beide ein gutes Stück entfernt. Osako dagegen gilt trotz der Verpflichtungen von Davy Klaassen und Claudio Pizarro als Kohfeldts Königstransfer und enorm wichtiger Mosaikstein im Angriffsspiel der Bremer.

Geheimwaffe gegen tiefstehende Gegner

„Yuya findet auch in engen Räumen immer wieder Lösungen und bewegt sich dort auch gut in den Zwischenräumen. Er ist nicht der klassische Stürmer, der mit dem Rücken zum Tor steht, sondern der immer wieder in die Tiefe kommt. Er ist sehr kreativ, kann den entscheidenden Pass spielen, ist aber auch selbst sehr torgefährlich. Wartet mal ab, was wir mit Yuya Osako machen...“, sagte der Trainer damals über seinen Zugang.

In den Spielen gegen tief stehende Gegner wie Nürnberg, Berlin oder Stuttgart wurde Osako als Spielertyp tatsächlich sehr vermisst, nicht zufällig kam die Mannschaft in diesen Partien auch zu vergleichsweise wenigen Torchancen und jeweils nur einem Treffer. Werder hatte in allen anderen Spielen, wenn es wild wurde (Frankfurt) oder der Gegner mitspielen wollte (Dortmund, Augsburg, Schalke, Leverkusen), aber einen etwas anderen Offensivplan, der im Grunde mehr auf schnelles Umschalten ausgerichtet war – wofür Ra­shica, Eggestein und auch Martin Harnik mit ihren Qualitäten richtig gut passten.

Mindestens neun Spiele stehen für die Mannschaft in dieser Saison noch an, im besten Fall sind es inklusive Pokal-Halbfinale und -Finale noch elf. Einen hauptsächlich defensiv eingestellten Gegner dürfte Werder nur noch gegen den SC Freiburg erwarten, mit Abstrichen vielleicht auch gegen Mainz. In allen anderen Spielen geht es gegen Teams, die gerne nach vorne spielen. Selbst das Auswärtsspiel in Düsseldorf dürfte dazugehören.

Es ist zu vermuten, dass sich Kohfeldt in einigen dieser Spiele für eine Ausrichtung wie gegen Augsburg oder zuletzt in Leverkusen entscheidet und den Konter weiter oben ansiedelt auf der Tagesordnung. Rashica und Eggestein haben sich dafür einen kleinen Vorsprung erarbeitet, selbst wenn Osako in den kommenden Wochen tatsächlich wieder einsetzbar sein sollte. Der Trainer betont trotzdem: „Wir werden Yuya in jedem Fall im Endspurt der Saison brauchen.“

Dies ist ein Artikel der "Mein Werder"-Redaktion des WESER-KURIER

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Dies ist ein Artikel der "Mein Werder"-Redaktion des WESER-KURIER

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