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NWZonline.de Sport Fußball 1.Bundesliga Mein Werder

Mein Werder: Kohfeldt verlängert

26.06.2019

Am kommenden Freitag ist Trainingsauftakt bei Werder Bremen, die Vorbereitung auf die neue Saison beginnt. Die wichtigste Nachricht lässt sich schon heute verkünden: Florian Kohfeldt verlängert seinen Vertrag. Nach Informationen des WESER-KURIER hat Werder mit seinem Trainer bereits eine Einigung über ein neues Arbeitspapier erzielt. Die exakte Laufzeit ist nicht bekannt, es dürfte sich aber um zwei weitere Jahre handeln. Der aktuelle Vertrag läuft bis 2021, Kohfeldt würde sich entsprechend bis 2023 an Werder binden.

„Es stimmt, dass wir bei Florian und seinem Berater Marc Kosicke hinterlegt haben, dass wir uns eine Zusammenarbeit über 2021 hinaus vorstellen können", bestätigte Frank Baumann am Wochenende gegenüber dem WESER-KURIER. „ Aber wir haben in dieser Frage keinen Zeitdruck, denn die beiden Vertragsjahre bis 2021 haben einen Wert. Da bin ich ganz entspannt.“ Dafür hat der Sportchef einen guten Grund, wie jetzt bekannt wird. Die Rahmendaten für weitere Vertragsjahre stehen.

Zentrale Figur des Aufschwungs

Der Wunsch, Kohfeldt über 2021 an den Verein zu binden, existiert schon längere Zeit. Der Trainer ist, neben Baumann, die zentrale Figur des Bremer Aufschwungs. Er hat Werder wieder eine fußballerische Identität gegeben, erfrischender Offensivfußball, der zudem erfolgreich ist. Ein Punkt und vier Tore fehlten für die Qualifikation zur Europa League. Auch wenn sie erst am Anfang steht, ist eine Entwicklung erkennbar.Das Signal, zu Gesprächen bereit zu sein, gab Kohfeldt gegen Ende der vergangenen Saison. Am letzten Spieltag, im Zuge des Heimspiels gegen RB Leipzig, kam es nach Informationen des WESER-KURIER zu einem Treffen – und der Übereinkunft, aus einem langfristigen einen sehr langfristigen Vertrag zu machen.

Dass es zu dieser Verlängerung gekommen ist, dürfte viele in der Branche verwundern. Fußball ist mehr denn je Tagesgeschäft, und Kohfeldt ist längst im Fokus der großen Klubs angekommen. Im Frühjahr hat ihn der DFB zum Trainer des Jahres 2018 gekürt. „Für Werder Bremen ist er ein Glücksfall", sagte DFB-Direktor Oliver Bierhoff anlässlich der Preisverleihung. Umgekehrt gilt das aber auch, deshalb ist der Vertrag zustande gekommen. „Ich fühle mich hier in Bremen wertgeschätzt und respektiert, ich habe das Gefühl, dass es hier noch eine andere Ebene gibt als nur das Sportliche", sagte Kohfeldt vor Kurzem in einem Interview.

Zielstrebig und detailversessen

Das gilt besonders für das Verhältnis zu Baumann, das sich als freundschaftlich bezeichnen lässt. „Mein größter Ruhefaktor ist, dass auf der anderen Seite Frank Baumann sitzt. Ich war und bin mir absolut sicher, dass egal, was auch immer passiert, es nie unter einer gewissen Respektstufe laufen wird. Nie", sagte Kohfeldt kürzlich. Beide ticken ähnlich, sie vereint Zielstrebigkeit und Detailversessenheit, sie teilen die Philosophie des offensiven Fußballs. Obwohl sie als Charaktere durchaus unterschiedlich sind. 

Was sie außerdem eint, ist, dass sie nicht von Eitelkeiten getrieben sind, jeder lässt dem anderen seinen Raum. Für Kohfeldt bedeutet das, dass er in vielen Bereichen bei Entscheidungen mitreden darf, keinesfalls üblich im Fußball. Nico Kovac hat beim FC Bayern erlebt, dass Erfolg nicht allein den Ausschlag gibt, wie stark ein Trainer ist. Kohfeldt bekommt die Wertschätzung, und das ist für ihn ein hohes Gut. Auch das ist ein Grund für die Verlängerung.

Strukturelle Veränderungen

In den Vertragsverhandlungen ging es also nicht in erster Linie um mehr Geld ging, wenngleich finanzielle Aspekte immer eine Rolle spielen. Bisher soll es jährlich rund eine Millionen Euro sein, die Kohfeldt verdient. Künftig dürften es 1,5 Millionen sein, im Erfolgsfall vermutlich mehr. Es geht dem Trainer auch um strukturelle Veränderungen. Im Weserstadion wird gerade der Kabinentrakt umgebaut, der Kraftraum erweitert und ein neuer Besprechungsraum geschaffen. Im nächsten Schritt ist geplant, die Trainingsplätze zu verbessern. Auch personell gab es Veränderungen, etwa in der medizinischen Betreuung der Spieler. Auch die Medienabteilung wird erweitert. Alles Entscheidungen, bei denen Kohfeldt Mitspracherecht eingeräumt wurde.

Diesen Gestaltungsspielraum weiß er zu schätzen. „Grundsätzlich habe ich noch nicht eine Sekunde darüber nachgedacht, mich ernsthaft mit etwas anderem zu beschäftigen", sagte Kohfeldt nach Ablauf der vergangenen Saison über einen möglichen Wechsel. Dabei ist die Liste der Interessenten lang. Klubs aus der Premiere League haben sich gemeldet. Aus der Bundesliga haben Schalke und Gladbach konkret angefragt, bevor sie sich aufgrund einer Absage für David Wagner beziehungsweise Marco Rose entschieden haben. Dortmund hat abgeklopft, ob eine Art Absichtserklärung möglich sei, um sich den Zugriff auf Kohfeldt in den kommenden Jahren zu sichern. Dass alle mit mehr Geld gelockt haben als Werder zahlen kann, versteht sich von selbst.

Gegen den Trend

Aber Kohfeldt hat Lust auf Werder und auf Konstanz. Wie schnelllebig das Trainer-Business geworden ist, zeigt ein Blick auf die Verweildauer: Kohfeldt liegt auf Rang vier der Trainer, nur Freiburgs Christian Streich, Düsseldorfs Friedhelm Funkel und Sandro Schwarz in Mainz arbeiten länger in ihren Klubs.

Auch wenn der Vertrag langfristig läuft, auch die Beziehung zwischen Kohfeldt und Werder hat nur ein bestimmtes Haltbarkeitsdatum. Der Punkt wird kommen, an dem Werder das, was Kohfeldt will, nicht mehr umsetzen kann. Werders Möglichkeiten sind und waren immer begrenzt. Irgendwann wird Kohfeldt bessere Möglichkeiten wollen und bekommen. Durch die Verlängerung des Vertrags signalisiert der Trainer, dass dieser Moment noch dauern wird.

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Dies ist ein Artikel der "Mein Werder"-Redaktion des WESER-KURIER

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