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NWZonline.de Sport Fußball 1.Bundesliga Mein Werder

Kunterbunt, umstritten und rasant vergriffen

09.02.2019

Was sich am Freitagvormittag abspielte, erinnerte an die glorreichen Zeiten des SV Werder. Als einst die Karten für Champions-League-Spiele gegen europäische Topteams wie Juventus, Chelsea oder Real Madrid in den Verkauf gingen, bildeten sich am Weserstadion Menschenschlangen bis zum Osterdeich. Telefonisch war Werder nicht mehr zu erreichen, und die Internetseite war vollkommen überlastet. So war es auch am Freitag, und nach Jahren der europäischen Abstinenz reicht in Bremen inzwischen sogar der Verkauf eines Sondertrikots aus, um die Massen anzulocken. Werder brachte zum 120-jährigen Bestehen – streng genommen ist das gar kein Jubiläum – ein spezielles Trikot auf den Markt.

Am Donnerstagabend beim „Lauter Werder“-Konzert hatten Claudio Pizarro, Johannes Eggestein und Josh Sargent das neue Jersey von Werder-Ausrüster Umbro auf der Bühne präsentiert. Das Design ist mutig und farbenfroh. In den sozialen Netzwerken findet sich viel Kritik am Aussehen. Das Jersey in verschiedenen Grüntönen trifft eben nicht jeden Geschmack. Dass das Logo des Werder-Hauptsponsors Wiesenhof, der bekanntlich bei vielen Anhängern äußerst unbeliebt ist, auf dem Trikot prominent abgebildet ist, gefällt ebenfalls nicht allen Fans.

Man kennt das allerdings: Im Netz melden sich eher die Kritiker zu Wort, und der Rest schweigt. Es gibt zweifellos auch viele Fans, denen das besondere Trikot gefällt. Anders ist der Ansturm am Freitag nicht zu erklären. Alle 1899 Exemplare des limitierten Trikots waren innerhalb weniger Stunden verkauft. „Das ist der Fluch des schönen Designs“, sagte Mediendirektor Michael Rudolph am Freitag auf der Pressekonferenz zum Augsburg-Spiel.

Bargfrede lobt Design

Er entschuldigte sich bei allen Fans, die aufgrund der Serverprobleme kein Trikot abbekamen. Einige Jerseys würden für den Online-Shop noch zurückgelegt, damit auch Anhänger aus der Ferne ein Exemplar bestellen können. Nachproduziert werde aber nicht. „Es ist der Reiz des Trikots, dass es limitiert ist“, erklärte Rudolph. Philipp Bargfrede ergänzte: „Es ist ein schönes Trikot. Ich hoffe, dass wir damit gegen Augsburg auch Erfolg haben.“ Der Mittelfeldspieler verriet zudem, dass er schon mehrere Anfragen erhalten habe, ob er sein Trikot nach dem Spiel nicht abgeben könne. Er habe diese bisher alle abgelehnt, sagte Bargfrede grinsend.

Dass das Trikot derart reißenden Absatz fand, ist angesichts des Preises von 118,99 Euro durchaus bemerkenswert. Der Vergleich mit anderen Klubs zeigt, dass das Werder-Shirt wahrlich kein Schnäppchen ist. Der 1. FC Köln feierte im Februar 2018 seinen 70. Geburtstag mit einem Jubiläumstrikot, das 79,99 Euro kostete und sich damit am Preis für die normalen Trikots orientierte. Auf dem ganz weißen Jersey prangte das alte Vereinswappen. Da das Sponsorenlogo ebenfalls weiß war, fiel es kaum auf. Sie hätten sich beim Design an den Wünschen der Fans orientiert, teilten die Kölner damals mit.

Auch der FC Augsburg setzte im Oktober 2018 auf ein Retroshirt zum 111. Vereinsgeburtstag. Die auf 1111 Stück limitierten Jerseys waren für 74,95 Euro zu haben. Der VfB Stuttgart verlangte im vergangenen Dezember 84,95 Euro für sein Trikot zum 125. Jubiläum, das sich am Stil der 1920er-Jahre orientierte. Der FC Bayern legte das Trikot aus dem Jahr 1910 in moderner Form wieder auf, als im Jahr 2010 der 110. Vereinsgeburtstag anstand. Damals waren die Trikots insgesamt noch billiger, das Jubiläumsjersey des Rekordmeisters kostete 69,95 Euro.

Schon 2010 hat es funktioniert

Werder setzt mit dem jetzigen Jubiläumstrikot also neue preisliche Maßstäbe. Das normale Trikot der Bremer ist für 84,95 Euro zu haben, für das Jubiläumsjersey wurden somit rund 34 Euro draufgeschlagen. Die Fans kauften es trotzdem. Das war schon 2010 der Fall, als es zum 111-jährigen Bestehen 1111 Exemplare eines Sondertrikots für 111 Euro pro Stück zu erwerben gab. „Wir haben schon damals eine absolute Erfolgsaktion erlebt“, sagte Mediendirektor Rudolph.

Auch die Trikot-Aktion zum 120. Geburtstag kann Werder als Erfolg verbuchen. Selbst die Fans, die aufgrund der Serverprobleme keines kaufen konnten, würden dem Verein gewogen blieben, da sei er sich sicher, betonte Rudolph. Höchstwahrscheinlich hat er damit recht, und dennoch dürfte es nicht wenige Fans geben, bei denen zumindest ein fader Beigeschmack bleibt. Schon am Freitagmittag tauchten die ersten Jubiläumstrikots im Internet bei Ebay auf. Einige Schwarzhändler witterten ganz offensichtlich ein gutes Geschäft und verlangten Preise bis zu 400 Euro.

Einen Kommentar zum Sondertrikot gibt es hier.

Dies ist ein Artikel der "Mein Werder"-Redaktion des WESER-KURIER

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Dies ist ein Artikel der "Mein Werder"-Redaktion des WESER-KURIER

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