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Feuer in Sandkrug
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Feuer in Sandkrug

NWZonline.de Sport Fußball 1.Bundesliga Mein Werder

Schutz vor dem Einbruch

23.03.2019

Das Trauma beschäftigte Werder noch zwei Monate später und 9000 Kilometer fernab der Heimat. In Südafrika bereitete sich Florian Kohfeldt Anfang Januar mit seiner Mannschaft auf die Rückrunde vor, und mehrmals wehten die Worte „wie gegen Leverkusen“ vom Trainingsplatz in Johannesburg zu den Beobachtern der Einheit. Die 2:6-Niederlage gegen zu dieser Zeit kriselnden Leverkusener hatte Werder in der Hinrunde nicht nur Anschauungsmaterial geliefert, was noch fehlt, um mit personell stärker besetzten Teams mitzuhalten. Die Klatsche hatte auch einen fatalen Einschnitt nach einem starken Saisonstart markiert. Denn inklusive jener Partie gewann Werder bis zur Winterpause nur noch eines von neun Bundesligaspielen.

In der ersten Hälfte der Rückrunde hat Kohfeldts Team nun genauso viele Zähler gesammelt wie in der ersten Hälfte der Hinrunde. 17 aus 9 – eine Bilanz, die, auf eine komplette Spielzeit hochgerechnet, in der Regel sogar für die Champions League reicht. Fast fünf Monate nach jenem traumatischen Sonntagabend hat Werder nun ein gänzlich anderes Spiel gegen Leverkusen hingelegt. Was spricht dafür, dass diesmal ein 3:1 gegen Bayer die Richtung vorgibt für die Wochen danach?

Ins Rollen kam die Mannschaft zu Saisonbeginn auch dank eines einfachen Programms. Die elf Punkte gegen Hannover, Frankfurt, Nürnberg, Augsburg und Hertha wären kaum der Rede wert gewesen, wenn sie nicht einen unglaublichen Kontrast zu den Jahren davor dargestellt hätten. Bremen musste sich erst einmal wieder ans Gewinnen gewöhnen. Mit den beiden Siegen gegen Wolfsburg und Schalke katapultierte sich Werder nach der Niederlage in Stuttgart dann über das Soll. Die „Expected Goals“ ließen für die folgenden Wochen bereits Böses erahnen: Gemessen an der Quantität und Qualität der eigenen Torchancen trafen die Bremer zu häufig, auf der anderen Seite des Spielfeldes kamen sie dafür zu gut weg. Knapp zwölf Punkte hätte Werder nach neun Spieltagen erwarten dürfen, hatte aber 17 auf dem Konto.

Starke Defensive

Nach der vergleichbaren Phase der Rückrunde ist alles deutlich ausbalancierter: Den 17 Punkten liegen knapp 16 „Expected Points“ zugrunde. Nach der Winterpause haben nur drei Mannschaften weniger zugelassen als Werder, das hinter RB Leipzig und Eintracht Frankfurt gemeinsam mit dem FC Bayern – nach den einzig entscheidenden Zahlen, den Gegentoren – die drittbeste Defensive der Rückrunde stellt. Ab und an gewährt Werder dem Gegner noch zu viele Großchancen und leistet sich 15- bis 20-minütige Schwächephasen wie gegen Hertha BSC oder Schalke 04. Doch wirkt die Defensive recht stabil. In Leverkusen war das auch Nuri Sahin zu verdanken, der gegen den Ball auf Maximilian Eggestein als Sozius auf der Sechserposition bauen konnte. Einen soliden Sahin und einen gesunden Philipp Bargfrede benötigt Werder für Europa. Auf der Sechs ist die Mannschaft am ehesten verwundbar.

Das Potenzial, das die Offensive dagegen mittlerweile entfalten kann, ließ „Eurosport“-Experte Matthias Sammer zur Pause am Sonntag übersprudeln vor Begeisterung. Besonders das 1:0 hatte es ihm angetan, zweifellos eines der am besten herausgespielten Werder-Tore der Saison: Los ging es bei Torwart Jiri Pavlenka (der wieder ein starker Rückhalt ist), dann spielte Niklas Moisander einen langen Ball auf die rechte Seite, wo Theodor Gebre Selassie seine Kopfballstärke ausspielte, Johannes Eggestein leitete mit einer eleganten Bewegung nahezu blind weiter zu seinem Bruder Maximilian, dessen Timing beim Pass auf Max Kruse perfekt war, genauso wie Kruses Abschluss. Nach fünf Wochen gelang Werder mal wieder das erste Tor im Spiel. Geht die Mannschaft in Führung, hat sie bislang nicht verloren. Die Comeback-Qualitäten können sich auch sehen lassen, das Problem bestand eher darin, zu oft leichtfertig in Rückstand zu geraten (siehe Stuttgart, Hertha und Schalke in der Rückrunde).

Kruse in Topform

Die bärenstarke Leistung in Leverkusen honorierte selbstverständlich auch Trainer Kohfeldt. Gleichzeitig nahm er den Erfolg aber mit bemerkenswerter Nüchternheit zur Kenntnis. Schon vor dem Anpfiff hatte er gefordert, seine Mannschaft müsse solche „Big Points“ auch mal landen – und sie gehorchte. Mit Lob spart der Trainer trotzdem nicht, aber wenn es beispielsweise um Max Kruse geht, betont er nach solchen Auftritten gerne, dass genau dies „die Messlatte“ sei. Ohnehin wird Werders Weg ohne weitere Galavorstellungen des Kapitäns weder nach Europa noch ins DFB-­Pokalfinale führen. In der Krisenzeit des vergangenen Herbsts steckte Kruse selbst im Leistungsloch, nun liefert er sich mit Milot Rashica ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die vereinsinterne Torjägerkrone.

Zur Erinnerung: Erstmals in der Startelf stand der Kosovare Anfang Dezember gegen Fortuna Düsseldorf, bis Weihnachten durfte er immerhin häufig genug ran, um sich den Ruf eines Chancentods zu erarbeiten. Im Kalenderjahr 2019 gehört Rashica mit sieben Toren in neun Pflichtspieleinsätzen plötzlich zu den treffsichersten Stürmern der Bundesliga. So hat es Werder bestens verkraftet, dass Yuya Osako seit Dezember kein Spiel machen konnte, Martin Harnik wochenlang fehlte und Josh Sargent noch kein Kandidat für regelmäßige Startelfeinsätze ist. Um das Trio Max Kruse, Milot Rashica und Johannes Eggestein dürfte Werder momentan manch ein Klub beneiden. Hinzu kommt, dass das Team eingespielt ist: Jiri Pavlenka, Ludwig Augustinsson, Theodor Gebre Selassie, Davy Klaassen, Maximilian Eggestein und Max Kruse haben in jedem Ligaspiel in der Startelf gestanden.

Weitere Siege gegen Topklubs werden nötig sein, um die Europa League zu erreichen. Eine gute Mischung aus Punch und Pragmatismus war immerhin schon beim Pokalcoup gegen Borussia Dortmund sichtbar. Werder trifft noch auf die ersten Vier der Tabelle, gegen die in der Hinrunde alle Spiele verloren gingen. Außer Bayern, Dortmund, Leipzig und Gladbach heißen die Gegner Hoffenheim, Freiburg, Düsseldorf und Mainz. Die letzten Fünf der Liga haben die Bremer bereits abgehakt, inklusive zwei enttäuschender Unentschieden gegen Stuttgart und Nürnberg.

Innerhalb von 90 Minuten ist Werder inzwischen bekannt für seinen starken Endspurt, nun ist der auch in den letzten Wochen der Saison gefordert. Das Trauma namens Leverkusen derart aus der Welt zu schaffen, war ein vielversprechender Anfang.

Dies ist ein Artikel der "Mein Werder"-Redaktion des WESER-KURIER

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Dies ist ein Artikel der "Mein Werder"-Redaktion des WESER-KURIER

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