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NWZonline.de Sport Fußball 1.Bundesliga Mein Werder

Super League durch Hintertür?

26.03.2019

Augsburg gegen Mainz an einem Wochentag, Bayern München gegen Manchester City am Sonnabend zur besten Fußball-Zeit? Europas Spitzenklubs lassen mit Plänen für eine Super League nicht locker. Im Poker um eine Reform der Champions League haben die Vertreter der European Club Association (ECA) um Juve-Boss An­drea Agnelli einen Vorschlag unterbreitet, der die bisherigen Spielpläne durcheinanderwirbeln würde.

Am Montag und Dienstag kommen die 232 ECA-Vereine in Amsterdam zur Generalversammlung zusammen. Auch Werder ist als einer von 13 deutschen Klubs dabei. Die Bremer schicken Tarek Brauer, ihren Direktor für Recht und Personal in die Niederlande. Brauer ist zudem seit einigen Mitglied im Rechtsberatungsgremium der ECA. Mit einer Stellungnahme Werders ist erst nach dem Treffen in Amsterdam zu rechnen.

Schon jetzt ist die Kritik aus den nationalen Ligen massiv. „Alles, was die Werthaltigkeit der Bundesliga beschädigen könnte, findet überhaupt nicht meine Zustimmung“, sagte Schalkes Finanzvorstand Peter Peters in der „Bild am Sonntag“. DFL-Boss Christian Seifert hatte schon im Januar in der aufkommenden Debatte Europacup-Spiele am Wochenende als „rote Linie“ bezeichnet.

Champions League im Drei-Ligen-System?

Bei ihrer Sitzung mit der Uefa am vergangenen Dienstag preschte die ECA-Spitze, in der auch der Bayern München Sitz und Stimme hat, wohl so weit vor, dass noch in diesem Jahr das neue Königsklassen-Szenario beschlossen werden soll. Am Sonnabend hatte die „Bild“-Zeitung ein mögliches Format veröffentlicht, wonach von 2024 an die Champions League in einem Drei-Ligen-System mit Auf- und Abstieg gespielt werden soll. Die Liga A würde mit vier Achtergruppen statt bislang acht Vierergruppen gespielt werden, ein Klub-Europameister anschließend aus den je vier besten Teams jeder Gruppe im K.-o.-System ermittelt werden. Und: Statt wie bisher in sechs Gruppenspielen würde jedes Team schon vor dem Achtelfinale 14-mal antreten müssen – das käme einem Ligabetrieb gleich.

Im ohnehin vollen Fußball-Kalender wäre für die acht zusätzlichen Termine der Eliteliga kaum Platz – außer die nationalen Ligen geben flexibel Raum für eine weitere Spieltagzerstückelung. Klar ist: Die erhofften Megaerlöse fließen nur, wenn der asiatische TV-Markt mit lukrativen Sendeplätzen am Wochenende bedient werden kann.

Ein Zirkel der Superreichen

Unklar ist die Rolle des FC Bayern. Der Bundesliga-Branchenführer sollte von den Anführern der Fraktion Nimmersatt von Real Ma­drid bereits vor Jahren für eine Super League gewonnen werden, die im Gegensatz zu den jetzigen Plänen eine Spaltung von der Uefa bedeutet hätte.

Die Strategie der Spitzenklubs im Machtkampf mit der Uefa und deren zunehmend hilflos wirkenden Chef Aleksander Ceferin ist eindeutig. Jedes Risiko, dass man auch nur ein Jahr die Champions League verpassen könnte, muss ausgeschaltet werden. Der Ligenbetrieb im angedachten Format würde aus der höchsten Königsklassen-Stufe einen geschlossenen Zirkel der Superreichen machen, die in nationalen Ligen noch mehr Dominanz hätten. Das wollten Juve, Real und die Bayern schon immer – jetzt bekämen sie es unter dem Dach der Uefa serviert. Das erstmalige Zugangsrecht 2024 soll durch ein Qualifikationssystem gewährt werden.

Dies ist ein Artikel der "Mein Werder"-Redaktion des WESER-KURIER

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Dies ist ein Artikel der "Mein Werder"-Redaktion des WESER-KURIER

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