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Warum Werder die Bayern schlagen kann

20.04.2019

Das sind Bayerns Stärken:

Die Bayern halten sich im Spiel mit dem Ball in der Regel an das Lehrbuch und greifen breit genug an, um sich damit die notwendige Tiefe im letzten Drittel zu verschaffen. Der Weg dorthin geht in den meisten Fällen über den spielstärkeren Sechser im 4-2-3-1 oder den Sechser oder die Achter im 4-3-3. Nach einer überschaubaren Verweildauer im Zentrum suchen die Münchener früher als andere Mannschaften den Weg auf die Flügel, wo mit zwei jeweils aggressiv anschiebenden Pärchen der Durchbruch gelingen soll.

Insgesamt ist das Spiel der Mannschaft unter Niko Kovac vertikaler geworden, was auch daran liegt, dass die Innenverteidiger bisweilen schnell und direkt in die Spitze durchspielen. Die Bayern überladen dazu die letzte Linie mit mehreren Spielern und attackieren bei Ballbehauptung oder -eroberung sofort und mit genug Spielern in Ballnähe das gegnerische Tor.

Überladen werden auch die Flügel und Halbräume. Auf den Flügeln, um dann vorder- oder hinterlaufen zu können oder im Halbraum, wenn die Achter so hoch schieben, dass die Abwehrreihe des Gegners überladen wird und so Platz freigeräumt wird für zum Beispiel Lewandowski, der sich aus der Spitze löst und sich zwischen den Linien für ein kurzes Zuspiel anbietet. Oder aber wenn sich besonders Serge Gnabry vom Flügel löst und sich für ein Anspiel im Halbraum anbietet. Diese Momente sind besonders gefährlich für den Gegner, weil Gnabry schnell drehen, diagonal zur Mitte ziehen und abschließen kann oder er mit dem sehr gut funktionierenden Pärchen Thomas Müller und Lewandowski außerordentlich gut harmonierte in den letzten Wochen.

Dazu kommen die bei den Bayern üblichen Varianten mit schnellen Spielverlagerungen, um den auf einer Seite festgespielten Gegner entgegen der Verschiebebewegung zu erwischen und ballfern einen der Dribbler in eine Eins-gegen-Eins-Situation zu schicken.

Auch das Pressing hat in dieser Saison in einigen Spielen herausragend gut funktioniert. Die Bayern bleiben dabei variabel, rücken ins Angriffspressing auf oder lassen sich etwas weiter zurückfallen und halten stets die nötige Aktivität und Intensität gegen den Ball. Je nach Gegner und Spielsituation versuchen es die Münchener dabei in einem handelsüblichen 4-4-2 oder sogar mit drei oder vier Pressingspitzen. Darauf können sich die meisten Gegner nur schwer einstellen.

Und dann ist da noch die überragende individuelle Klasse der Mannschaft. Bis auf Manuel Neuer und Arjen Robben stehen Kovac alle Spieler zur Verfügung, was unter anderem Jerome Boateng, James, Renato Sanches, Leon Goretzka, Corentin Tolisso oder Franck Ribery Plätze auf der Bank bescheren dürfte. Die Bayern können also jederzeit auf höchstem Niveau nachlegen.

Das sind Bayerns Schwächen:

Vom ehemals (fast) perfekten Positionsspiel unter Pep Guardiola sind nur noch Versatzstücke da. Die Innenverteidiger sind angehalten, nicht zu viel Risiko zu gehen mit dem Ball am Fuß, sprich: Keine zu opimistischen Vertikalpässe durch mehrere Linien zu spielen, nicht mehr aggressiv auf den gegnerischen Block anzudribbeln und sich nicht mehr zu breit zu positionieren. Das soll Ballverluste vorbeugen und gleichzeitig das Zentrum geschlossen halten, wenn ein Ball doch mal verloren geht. Darunter leidet aber schon das Spiel ins Übergangsdrittel.

Der Rekordmeister hat seine Stärken im Angriffsmodus durch das Zentrum und die Halbräume verloren. Das Überladen der Flügel wurde schon sehr oft in dieser Saison zu einem echten Problem, weil die Abstimmung der Spieler untereinander nicht passt und plötzlich zu viele Spieler auf einer Seite positioniert sind - das Zentrum dagegen verwaist und nur durch einen Sechser besetzt war. Musste der dann auch noch im tiefen Spielaufbau aushelfen, wurde das Loch im Zentrum nur noch größer. Das verhindert zum einen das direkte Spiel durch die Mitte und macht die Mannschaft zum anderen ausrechenbar und anfällig bei Ballverlusten.

Das Gegenpressing ist dadurch ziemlich verwässert. Nach erheblichen Problemen im letzten Herbst, als es offenbar keine klaren Trigger gab, auf welche die Mannschaft aggressiv aufrücken oder sich fallen lassen sollte, hat sich zwar einiges verbessert. Die oft nicht passende Struktur im eigenen Ballbesitz erschwert aber das Aufrücken und Durchsichern.

Durch die hoch stehenden Außenverteidiger geben die Bayern in deren Rücken genug Raum frei für schnelle Umschaltmomente, die rechten Seite mit Joshua Kimmich ist dabei noch anfälliger als David Alabas linke Seite.

Das ist der Schlüsselspieler:

Manuel Neuer ist der Kapitän und gegen Werder in beiden Spielen nicht einsatzbereit. Thiago ist als einer der beiden Sechser die zentrale Anlaufstelle im Spielaufbau, Serge Gnabry der vielseitigste Angriffsspieler und Robert Lewandowski ist Robert Lewandowski. Und doch haben die Bayern derzeit einen anderen Spieler, der förmlich aus dem Nichts in der entscheidenden Phase der Saison aufblüht. Thomas Müller hat eine schwere Zeit hinter sich, das Credo „Müller spielt immer“ galt nicht mehr uneingeschränkt und die Ausbootung in der Nationalmannschaft ließ einige schon vermuten, dass Müllers beste Zeit vorbei sei. Auf der Acht oder als Zehner im 4-2-3-1 ist Müller seit einigen Wochen aber wieder voll da und im Dreieck mit Lewandoski und Gnabry der wichtigste Offensivspieler.

Dies ist ein Artikel der "Mein Werder"-Redaktion des WESER-KURIER

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Dies ist ein Artikel der "Mein Werder"-Redaktion des WESER-KURIER

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