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NWZonline.de Sport Runde Sache

NWZ-Kommentar zur Impfdebatte: Kimmichs fatale Wissenslücke

26.10.2021

München Es war ein bemerkenswertes Interview, das Patrick Wasserziehr da mit Joshua Kimmich geführt hat. Fünf Minuten lang befragte der Sky-Reporter den Bayern-Star zu seiner Verweigerung der Corona-Impfung. Manchmal wird es ja beim Zuschauen unangenehm, wenn ein Journalist so lange nachbohrt. Das war auch diesmal so – aber diesmal zu Recht.

Zugute halten muss man beiden: Sie sind sachlich geblieben, respektvoll. Wasserziehr sagte, er sei anderer Meinung, blieb aber professionell, stellte nur Fragen. Berechtigte Fragen. Beides – andere Meinungen sowie Fragen dazu – muss man aushalten. Der Sky-Mann war gut vorbereitet – aber das war Kimmich auch, der auf alles eine Antwort hatte. Seine Aktion „We kick Corona“? Stellt Impfstoff zur Verfügung für Menschen, die sich impfen lassen wollen aber nicht können, erklärt Kimmich. Der dazugehörige Slogan „Solidarität im Großen und Kleinen“? Er halte sich ja sonst an alle Hygiene-Maßnahmen und werde alle zwei, drei Tage getestet, beteuert er. 2G im Stadion – aber nicht für Kimmich? Für die Zuschauer sei das Freizeit, für ihn Arbeitsplatz, meinte er. Und bedankte sich, nicht als „Impfleugner“ abgestempelt zu werden, Wasserziehr stattdessen nach Beweggründen fragt.

Und da sind wir am Knackpunkt: Die „Beweggründe“ Kimmichs sind nämlich dürftig – und sehr leicht zu widerlegen. Er äußerte lediglich „Bedenken wegen fehlender Langzeitstudien“. Dabei gibt es bei keiner (!) Impfung Langzeitfolgen, die erst spät auftreten. Nebenwirkungen bei Impfungen treten spätestens nach einigen Wochen auf. Daran gibt es wissenschaftlich keinen Zweifel, das erklären gerade diverse Immunologen und Mediziner. Es braucht also keine Langzeitstudien. Das zu wissen, wäre ein Ass in Wasserziehrs Ärmel gewesen. Und weil das Thema Impfen ein so prekäres ist, ist es mindestens wünschenswert, wenn auch Sportreporter über den Spielfeldrand schauen und solche Fakten parat haben.

Zu Kimmich bleibt zu sagen: Daneben, dass es nicht klug (sondern eher bedenklich, weil gefährlicher) ist, sich nicht impfen zu lassen – zumal auf Basis einer fatalen Wissenslücke! –, ist es nicht klug, das im TV öffentlich zu sagen. Er hätte wissen müssen, dass das eine riesige Debatte lostritt, die ja gar nicht in seinem Sinne sein kann, da sie Impfgegnern und Corona-Leugnern in die Hände spielt – zu denen er sich explizit nicht zählt – und angesichts wieder steigender Infektionszahlen nicht hilft, die Pandemie weiter einzudämmen. Zudem: Bundesliga-Profis sind Vorbilder, hatten noch im ersten Lockdown das Privileg, wieder kicken zu dürfen. Auch wenn es ihr Job ist, wünschen sich viele Fans etwas mehr Demut.

Mathias Freese Redakteur / Sportredaktion
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