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NWZonline.de Sport Runde Sache

Kolumne Zur Snooker-Wm: Ein Stück Beständigkeit in verrückten Zeiten

12.08.2020

Oldenburg /Sheffield Am ersten Montag im Februar kommen viele Menschen müde zur Arbeit – es ist der Morgen nach dem Super Bowl. Ich war in jungen Jahren oft an einem Montag Anfang Mai unausgeschlafen in der Schule – dem Morgen nach dem Finale der Snooker-WM. In diesem Jahr ist alles anders, die WM findet im August statt, das Finale wird an diesem Wochenende entschieden. Corona macht eben auch vor einem so beständigen Sport wie Snooker nicht Halt.

Wichtigste Regeln

Snooker ist eine Variante des Billard und wird mit 21 Kugeln auf einem sehr großen Tisch gespielt. In einem Spiel (Frame) müssen abwechselnd beliebige rote (1 Punkt) und farbige Kugeln (2 bis 7) eingelocht werden. Die farbige wird solange zurückgelegt, bis die letzte rote Kugel gelocht wurde. Dann müssen die farbigen in der Reihenfolge Gelb (2), Grün (3), Braun (4), Blau (5), Pink (6) und Schwarz (7) versenkt werden. Der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt den Frame. „Snookern“ (etwa: sperren), also den weißen Spielball so abzulegen, dass der Gegner die anzuspielenden Bälle nicht direkt anspielen kann, gehört dabei zur Taktik.

Auch die Stars des grünen Tisches um Superstar Ronnie O’Sullivan müssen ohne Publikum auskommen. Seit 1977 wird die WM im Crucible Theatre im englischen Sheffield ausgetragen – nun zum ersten Mal vor leeren Rängen. An der Atmosphäre ändert das ungleich beim Fußball nicht viel, die Zuschauer haben während des Spiels ohnehin leise zu sein, damit sich die Spieler auf ihre Hochpräzisionsarbeit konzentrieren können.

Viele „alte Bekannte“

Es ist fast wie früher, vor 15 Jahren, wenn man die Spiele auf Eurosport verfolgt. Selbst die Protagonisten sind zu großen Teilen die gleichen – nicht nur Reporter Rolf Kalb. Da spielten im Viertelfinale O’Sullivan gegen Mark Williams – die Weltmeister der Jahre 2001 und 2000! – sowie Mark Selby gegen Neil Robertson, Letzterer als Australier ein Exot im Umfeld von vielen Briten, die in hohen Snooker-Kreisen ruhige Kugeln schieben. Auch das Duo spielt seit 15 Jahren regelmäßig in WM-Endrunden, Robertson war 2010 Weltmeister, Selby 2014, 2015, 2017.

Es scheint kein hipper Sport zu sein, den die Herren in aus Hemd, Weste und Fliege bestehender Uniform da betreiben. Das wäre zumindest eine Erklärung für die Beobachtung des 44-jährigen O’Sullivan, dass es seinem Sport an Nachwuchs fehle. „Ich müsste wohl erst einen Arm und ein Bein verlieren, damit ich aus den Top 50 falle“, meinte „The Rocket“, der, einmal im Flow, kaum abwarten kann, bis der Spielball wieder ruht, um den nächsten Ball zu lochen – und dessen Karriere noch lange nicht vorbei sein muss: Steve Davis, der Dominator der 1980er Jahre, hat mit 52 Jahren noch ein WM-Viertelfinale erreicht.

Gut, körperlich hart und verletzungsträchtig ist Snooker nicht, da zählt man nicht – wie im Fußball – mit 28 schon zum alten Eisen. Dennoch ist es beeindruckend, was die Spieler leisten: Bei guten „Safety“-Spielen, die nur mit schwierigen Stößen über Bande umgangen werden können, kann ein Frame auch bei Profis gute 30 Minuten dauern. Bei 18 nötigen Frame-Erfolgen im WM-Finale stehen die Spieler auch mal acht Stunden am Tag am Snookertisch.

Deutsche Hoffnung?

Haben sie schon einmal Billard gespielt? Beim Snooker ist der Tisch um ein vielfaches größer (3,5 x 1,8 Meter), die Kugeln und Taschen deutlich kleiner. Es braucht viel Ausdauer, um sich so lange so stark zu konzentrieren.

Und die Deutschen? Bislang hat es keiner zur WM-Endrunde geschafft. Die Hoffnungen liegen auf Lukas Kleckers (24) und Simon Lichtenberg (22), die in der 2. Qualifikationsrunde scheiterten. Aber sie haben noch einige gute Jahre vor sich. Sollte einer es mal ins WM-Finale schaffen, komme ich wohl am nächsten Morgen müde zur Arbeit.

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Mathias Freese Redakteur / Sportredaktion
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