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NWZonline.de Sport Runde Sache

NWZ-Kommentar zu den Olympischen Spielen: Skandale stellen Sport in den Schatten

09.08.2021

Tokio Die Olympischen Spiele von Tokio sind tatsächlich Geschichte. Die 339 Einzel- und Team-Wettkämpfe haben mehr als 500 glückliche Goldmedaillengewinner und -gewinnerinnen hervorgebracht, Millionen Zuschauer weltweit haben – vorrangig an Fernsehgeräten – spektakuläre und schöne, aber eben auch traurige und skandalöse Bilder gesehen. Von „Tokio 2020“, dem größten Sportereignis des Jahres 2021, wird – wie auch von der „Euro 2020“ – mehr Politisches als Sportliches im kollektiven Gedächtnis bleiben.

Was sehr schade ist, denn es gab wirklich wundervolle sportliche Höhepunkte: Aus deutscher Sicht zum Beispiel der grandiose Gold-Sprung auf genau die 7,00 Meter, die Malaika Mihambo das ganze Jahr verfehlte, der phänomenale Sieg von Tennis-Olympiasieger Alexander Zverev gegen den in diesem Jahr unschlagbar scheinenden Weltranglistenersten Novak Djokovic im Halbfinale. In einer perfekten Welt wären das die wichtigsten und nachhaltigsten Schlagzeilen gewesen.

Doch Olympische Spiele waren schon immer auch politisch geprägt, das betrifft nicht nur die Austragungen 1972 in München mit der Geiselnahme elf israelischer Delegationsmitglieder oder die Nazispiele in Berlin 1936. Streng genommen ist sogar der Medaillenspiegel schon politisch.

Die „Corona-Spiele“ gehen nun zweifelsfrei in die Geschichte ein. Wegen der Pandemie konnte zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg die Austragung nicht wie geplant stattfinden und wurde um ein Jahr verschoben. Zudem wurden Zuschauer ausgeschlossen. Auch das so beliebte und in der „Olympischen Idee“ zentrale Miteinander der Athleten verschiedener Nationen konnte nur sehr reduziert erfolgen.

Die weiteren Schlagzeilen beinhalten einen Rassismus-Eklat im deutschen Radsport-Verband, die Notbremse einer Turn-Koryphäe und Goldfavoritin wegen zu hohen Erfolgsdrucks, üble Tierquälerei-Vorwürfe im Modernen Fünfkampf und ein Drama um eine belarussische Sprinterin, die nach Kritik an Trainern im Auftrag der Regierung offenbar entführt werden sollte – von den leider obligatorischen Dopingfällen ganz zu schweigen.

Das Festhalten an den Spielen in Japan wurde trotz Zuschauerausschluss und Athletenblase massiv kritisiert – zu Recht. Für die meisten Sportler und Sportlerinnen ist die Austragung dagegen wichtig, es ist ihr (Vier-)Jahres-Höhepunkt. Vielleicht haben die Spiele auch darüber hinaus ihr Gutes. Dass mit 93 Nationen so viele wie noch nie Medaillen geholt haben, ist ein schönes Zeichen. Dass in immer mehr Sportarten sich die Athleten gegenseitig die Medaillen gönnen – wie auch die beiden Hochspringer Mutaz Essa Barshim und Gianmarco Tamberi, die sich auf den gemeinsamen Olympiasieg einigten – ist ebenfalls eine schöne Entwicklung.

Und vielleicht tragen auch die Skandale zu etwas Positivem bei, nämlich zur Verhinderung ihrer Wiederholung in der Zukunft – oder genereller: zum Kampf gegen Rassismus, zur Aufklärung über Depressionen und mentale Probleme, zur Reduzierung von Tierquälerei im Reitsport, und zu mehr Druck auf die undemokratische Regierung in Belarus um Machthaber Lukaschenko. Dann wären es wirklich, wie IOC-Chef Thomas Bach bei der Schlussfeier sagte, „Spiele der Hoffnung, der Solidarität und des Friedens“ gewesen.

Mathias Freese Redakteur / Sportredaktion
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