Wieder ein Gericht in München. Wieder sitzt einer der Mächtigen aus der Welt des Sports auf der Anklagebank. Und wieder geht es um astronomische Summen, bei denen dem Otto-Normalfan schwindlig wird. Vor sechs Wochen wurde Uli Hoeneß wegen Steuerhinterziehung zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt, jetzt muss Bernie Ecclestone vor dem Gefängnis zittern. Doch ängstlich trat der 83-jährige Brite zu Beginn seines Prozesses, in dem es um Bestechung und Anstiftung zur Untreue geht, ganz und gar nicht auf. Der Formel-1-Zampano agierte so selbstbewusst wie eh und je und beteuerte seine Unschuld.

Wen wundert’s? Für ihn steht nicht weniger als sein Lebenswerk auf dem Spiel. Doch letztlich ist es unerheblich, ob Ecclestone den früheren BayernLB-Vorstand nun geschmiert hat oder nicht – für die Formel 1 ist er so oder so nicht mehr tragbar. Der PS-Zirkus muss sich endlich von seinem Schöpfer abnabeln – das Geschäft würde auch ohne Ecclestone brummen. Womöglich sauberer.