Eltern und Kinder sind die Leidtragenden des jüngsten Eklats bei den Kita-Tarifverhandlungen. Nur die wenigsten dürften Verständnis haben, wenn ihre Kita demnächst womöglich wochenlang geschlossen ist. Denn die Gewerkschaften haben die Verhandlungen abgebrochen, obwohl die Arbeitgeber durchaus über eine Besserstellung der Erzieher sprechen wollen. Es drängt sich der Eindruck auf, dass „Verdi“ und GEW ein Exempel statuieren wollen.

Dies ist umso ärgerlicher, als dass das Anliegen grundsätzlich berechtigt ist. Das Berufsbild des Erziehers hat sich in den vergangenen Jahren stark gewandelt. Neben Basteln und Singen finden heute in den Kitas naturwissenschaftliche Experimente und Spracherziehung statt. Die Anforderungen sind enorm gestiegen. Das Salär hat mit der Entwicklung aber nicht Schritt gehalten. Die Erzieher brauchen mehr Anerkennung für ihre Arbeit. Es würde sich durchaus lohnen, darüber zu sprechen. Dann sollte man aber auch vernünftig verhandeln.