In einer Fragestunde des UN-Menschenrechtsrates grillen zwielichtige Staaten Deutschland. Sie beklagen Ausländerfeindlichkeit, Rassismus oder Benachteiligung von Frauen und Behinderten. Alle vier Jahre geht das so – und es handelt sich immer um eine politisch motivierte Farce.

Russland erkennt in Deutschland Machtmissbrauch der Polizei. Es dürfte in Europa keine korrupteren Sicherheitskräfte geben als dort. Die Türkei beklagt Rassismus. Wer dort als Journalist eine „falsche“ Meinung vertritt, findet sich ziemlich schnell vor Gericht wieder. Dann sind da so illustre Mitglieder des Menschenrechtsrates wie Indonesien, wo man als bekennender Atheist ins Gefängnis wandern kann, Botswana, wo Schwule in den Knast gehen und Mauretanien, wo immer noch Sklaverei praktiziert wird. Solche Schein-, Halb- und Vierteldemokratien lassen es sich nicht entgehen, einer echten Demokratie eins auszuwischen. Der deutschen Außenpolitik stände hier eine robuste Reaktion besser an als devote Schuldbekenntnisse.

Dr. Alexander Will
Dr. Alexander Will Mitglied der Chefredaktion (Überregionales), Leiter Newsdesk