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Kommentar zum Abzug aus Afghanistan Eine Niederlage des Westens

Oldenburg - Der Afghanistaneinsatz der Bundeswehr ist vorbei. Alle westlichen Truppen werden bald das Land verlassen. Bilanz nach 20 Jahren: Der Rückzug ist eine Niederlage. Der politische Islam triumphiert.

Während die Nato geht, überrennen Taliban einen Bezirk nach dem anderen. Regierungstruppen, vom Westen ausgebildet und ausgerüstet, laufen über. Würdenträger, auf die es in der afghanischen Gesellschaft ankommt, arrangieren sich mit den Siegern. Es handelt sich um eine Frage der Zeit, bis die Taliban entweder die Macht im Lande vollständig in der Hand haben – durch einen militärischen Sieg – oder maßgeblich an ihr beteiligt werden, weil sich die Zentralregierung genötigt sieht, diesen Kompromiss einzugehen. Damit sind wir, wo wir vor 20 Jahren waren. Afghanistan wird zu einem Zentrum des politischen Islam und zu einer Brutstätte des Terrors.

Strategisches Vakuum

Von Anfang an war es Selbsttäuschung, in diesem Land irgendeine Form westlicher Demokratie etablieren zu wollen. So ehrenhaft solche Versuche auch scheinen, so fruchtlos sind sie in tribal und islamisch geprägten Ländern. Als die Nato das schließlich erkannte und das neue Ziel lautete, wenigstens die Rückkehr der islamischen Gefahr zu verhindern, da funktionierte auch das nicht.

Der Westen hätte sich damals entscheiden können, einen Sperrgürtel um Afghanistan zu errichten, das Land sich selbst zu überlassen und die Nachbarstaaten politisch und militärisch zu stärken, um die islamische Expansion zu verhindern. Entschieden hat man sich aber, im Land zu bleiben und die Taliban zu bekriegen. Freilich war es ein halbherziger Krieg, der nicht entschlossen geführt wurde, auch weil man es unterließ, massiven Druck auf Staaten wie Pakistan auszuüben. Ohne Islamabads Unterstützung hätten die Taliban die vergangenen 20 Jahre politisch und militärisch nicht überlebt.

Angst vor Konfrontation

Vor allem aber erwiesen sich die postheroischen Gesellschaften des Westens als unfähig, gegen einen hoch motivierten, entschlossenen Gegner mit eisernem Willen zum Sieg – wie es die Taliban sind – erfolgreich zu sein. Westliche Gesellschaften, vielleicht mit Ausnahme der USA, sind nicht gewillt, die personellen und psychischen Kosten eines Krieges zu tragen, auch wenn es um die eigene Sicherheit geht. Das ist die wichtigste Lektion aus der Afghanistan-Affäre. Die Feinde des Westens werden sie aufmerksam studieren.

Der Text zum Anhören, gesprochen vom Autor: 

Dr. Alexander Will
Dr. Alexander Will Mitglied der Chefredaktion (Überregionales), Leiter Newsdesk
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