Das ist gerade noch einmal gutgegangen. Doch viel fehlte nicht, und die Gegner einer Frauen-Quote in den eigenen Reihen hätten FDP-Chef Christian Lindner den Parteitag und seiner neuen Generalsekretärin Linda Teuteberg die Premiere verdorben.
Jetzt will auch die Männerpartei FDP attraktiver für Frauen werden und macht einen ersten Schritt in Richtung Quote. Die sogenannten Zielvereinbarungen sollen dafür sorgen, dass sich mehr Frauen den Liberalen anschließen und auch bessere Chancen auf Ämter und Mandate bekommen. Die hitzige und kontroverse Debatte auf dem Parteitag darüber hat gezeigt, wie umstritten diese Selbstverständlichkeit unter den Delegierten noch ist.
Ein bisschen Quote immerhin, das zeigt, dass die Parteiführung eines ihrer großen Probleme erkannt hat und lösen will. Ein Votum gegen eine Frauenförderung hätte den Freidemokraten nachhaltig geschadet. Jetzt gilt es, den Beschluss konsequent umzusetzen und im Vergleich mit anderen Parteien aufzuholen.
Auch beim Klimaschutz bleiben die Liberalen vage und zurückhaltend. Ja zum Kampf gegen den Klimawandel, aber der Markt soll es vor allem richten. Ein klares Konzept der FDP ist hier nicht erkennbar. Und mit seiner Kritik an der Schülerbewegung „Fridays for Future“ hat Christian Lindner seiner Partei einen Bärendienst erwiesen.
Die Liberalen stehen zwar stabil bei acht bis neun Prozent. Doch anders als etwa die Grünen können sie nicht stärker von der Schwäche von Union und SPD profitieren. Ein bisschen Quote und ein bisschen Klimaschutz werden nicht ausreichen für einen Aufbruch. Und der Parteitag hat gezeigt, dass die Geschlossenheit an der einen oder anderen Stelle schnell wieder vorbei sein könnte.
