Die Zahl ist beeindruckend und eine Ohrfeige für den Berliner Senat zugleich: 204 263 Berliner haben für die Offenhaltung des Flughafens Tegel gestimmt. Damit fängt der politische und rechtliche Streit über Berlin und seine Flughäfen allerdings erst richtig an. Die Initiative will erreichen, dass der Flughafen im Norden der Stadt geöffnet bleibt, auch wenn eines fernen Tages der neue Flughafen BER im Südosten den Betrieb aufnehmen sollte.

Doch bliebe Tegel erhalten, gäbe es gewaltige Probleme und rechtliche Auseinandersetzungen. Steigt Berlin aus dem Vertrag mit Brandenburg aus, wäre das eine Art Vertragsbruch. Und es geht ums Geld: Die Tegel-Anwohner wurden bei ihren Klagen auf besseren Lärmschutz bisher mit dem Argument hingehalten, der Flughafen würde ja bald schließen. Kommt es anders, entstehen Ansprüche auf zeitgemäße Lärmschutzmaßnahmen für mehrere Zehntausend Haushalte. Das könnte bis zu zwei Milliarden Euro kosten. Berlin ist zwar sexy, aber arm.