Mehr als fünf Wochen hielt der Moorbrand in Meppen den Nordwesten in Atem(-not) und wurde zum Sinnbild für den fragwürdigen Zustand der Truppe. Nun, kein halbes Jahr danach, bilanziert das Verteidigungsministerium das PR-Desaster auf einem 42 Seiten starken Abschlussbericht – und das überraschend schonungslos und selbstkritisch. Auch wenn die angeblich unglücklichen Umstände, die im Spiel gewesen seien, einen faden Beigeschmack hinterlassen. Mag sein, dass mit den im Bericht vorgeschlagenen Verbesserungen (mehr Löschtechnik, bessere Ausbildung der Soldaten, verstärkte Zusammenarbeit) eine ähnliche Umweltkatastrophe in Zukunft verhindert werden kann und die Verantwortlichen hoffentlich wirklich ihre Lehren aus dem Fall ziehen. Die jetzt veröffentlichte Bilanz der Ereignisse offenbart jedoch auch, was vorher schon offensichtlich war: Die Bundeswehr hat auf dilettantische Art und Weise nicht nur sehr viel Geld (Hallo, liebe Steuerzahler), sondern auch das Vertrauen vieler Menschen in die Truppe wortwörtlich verbrannt. Das wird nur schwer wieder gut zu machen sein.
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