Es ist Zeit für einen großen Wurf. Der Energiegipfel im Kanzleramt hat die Dimension der Aufgabe noch einmal vor Augen geführt. Drei Jahre nach der Katastrophe von Fukushima und Angela Merkels Atom-Kehrtwende fehlt es noch immer an einem Konzept aus einem Guss. Die Energiewende scheint bisher eher nach dem Prinzip von Versuch und Irrtum zu funktionieren.
Bund und Länder müssen sich jetzt zusammenraufen, um Fehlentwicklungen zu korrigieren und eine Strompreisbremse auf den Weg zu bringen, die ihren Namen auch wirklich verdient. Im Ziel scheint man sich einig zu sein, doch gehen bei der Frage des richtigen Weges die Vorstellungen der Länderfürsten weit auseinander.
Es wäre fatal, alle Wünsche zu erfüllen. Würden Angela Merkel und Sigmar Gabriel den murrenden Länderchefs überall entgegenkommen, hätte es eine weitere massive Verteuerung der Energiewende zur Folge. Dass die Kanzlerin zunächst klarstellte, dass Zugeständnisse für die Länder an anderer Stelle gegenfinanziert werden müssen, war jedenfalls ein wichtiges Signal. Am Ende muss die Balance stimmen. Industrie und Ökostrom-Branche auf breiter Front entgegenzukommen, würde jedenfalls bedeuten, dass Millionen private Stromkunden die Zeche zahlen.
