Die Forderung des langjährigen Lehrerverbandsvorsitzenden Josef Kraus nach mehr Deutschunterricht an unseren Schulen ist vollkommen berechtigt. Gleichzeitig ist es wichtig, den Blick auf Europa zu richten. Nach dem Brexit, der wie auch immer geschieht, spricht in der EU nur noch eine Minderheit die englische Sprache, überwiegend in den Riesenstaaten Malta und Irland. Trotzdem, so ist zu befürchten, wird das Englische die zentrale EU-Sprache bleiben.

Warum eigentlich? Die deutsche Sprache sprechen in der EU etwa 100 Millionen Menschen, rechnet man deutschsprachige Randgebiete in Luxemburg oder Belgien hinzu. Doch seltsamerweise wird bis heute kaum ein EU-Dokument unmittelbar ins Deutsche übersetzt, und Pressekonferenzen finden ohnehin gern in englischer Sprache statt. Gewiss, die deutsche Sprache gehört ins Grundgesetz, aber sie muss künftig auch in der EU mehr Bedeutung erlangen.

Worum kümmern sich eigentlich unsere deutschen EU-Politiker den ganzen Tag?